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Fabiano Caruana

https://jamaica-gleaner.com/article/sports/20240710/chess-grandmaster-visit-jamaica

Zusammenfassung (AI):

Fabiano Caruana, der amtierende Grand-Chess-Tour-Champion, besucht vom 24. bis 25. Juli Jamaika. Laut Mark Cameron, dem PR-Beauftragten der Jamaica Chess Federation, wird Caruana am „GM in 10“-Programm teilnehmen, das darauf abzielt, talentierte jamaikanische Schachspieler zu identifizieren und zu trainieren, um den ersten heimischen Großmeister hervorzubringen. Zudem wird Caruana die Olympiateams Jamaikas beraten. Cameron bezeichnet den Besuch als „einmalige Gelegenheit“ und Zeichen des wachsenden internationalen Interesses an Jamaikas Schachinitiativen.

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Fabiano Caruana zwischen Vegas und Riad – Chaos, Chancen und Schach als Show
Zusammenfassung des C-Squared-Podcasts (27. Juli 2025)

Das Freestyle-Turnier in Las Vegas endete für Fabiano Caruana mit einem fünften Platz – und einem Interview, das fast unter Verschluss geblieben wäre. Direkt nach seinem Sieg über Arjun Erigaisi sprach der US-Großmeister über chaotische Abläufe und fragwürdige Entscheidungen der Organisatoren. Das Gespräch wurde zunächst gelöscht, erst nach Protesten wieder freigeschaltet. Für Caruana ein klassisches Beispiel dafür, dass der Versuch, etwas zu verbergen, meist das Gegenteil bewirkt.

Seine Kritik entzündete sich an der Zuschauerrolle: In der Arena hatten Besucher Zugriff auf Live-Kommentare und die Bewertungsanzeige – mit nur fünf Sekunden Verzögerung. Ein hörbares Raunen, wenn sich die Bewertung schlagartig änderte, drang bis zu den Brettern. Im Match Magnus Carlsen gegen Wesley So soll ein sichtbarer Einsturz der Eval-Bar das Publikum zu hörbaren Reaktionen gebracht haben – ein Effekt, der bei klassischen Events wie in St. Louis ausgeschlossen wäre.

Caruana sah darin nicht nur ein Ablenkungsproblem, sondern auch ein Sicherheitsrisiko. Zuschauer durften ihre Telefone behalten, Signale von der ersten Reihe seien möglich gewesen. „Es bringt nichts, die Spieler auf Geräte zu scannen, wenn das Publikum nicht kontrolliert wird“, sagte er. Sein Vorschlag: verglaste Spielboxen, wie sie bei Chess.com-Events üblich sind. Kostenpunkt laut Caruana: „50.000 Dollar – angesichts der Gesamtbudgets Peanuts.“

Auch die Lärmsituation geriet in den Fokus. Bei seinem Blitzduell mit Hikaru Nakamura habe das plötzliche Aufheulen des Publikums in den letzten Sekunden jede Konzentration zerstört. Kopfhörer, zunächst vorgeschrieben, wurden während des Turniers optional gemacht – eine Entscheidung, die Caruana „unsinnig“ nannte. Ein Vergleich des Veranstalters mit Tennis konterte er: Dort gebe es keine versteckten Informationen, die Lärmreaktionen auslösen. Schach verlange eher die Ruhe eines Snooker-Saals.

Über die Zukunft des Formats äußerte sich Caruana zwiespältig. Die Umbenennung von Chess960 in „Freestyle“ hält er für einen Marketing-Coup. Doch ob sich Arena-Tickets für 300 Dollar pro Tag verkaufen lassen, bezweifelt er. Er sieht die Zukunft des Geschäfts in Streaming-Rechten für Plattformen wie Netflix oder Prime – nicht im Saalverkauf. Auch die überlangen Showtage mit Viertelfinals von elf Stunden hält er für untragbar. Kürzere Formate wie die Armageddon-Serie seien publikumsfreundlicher.

Spielerzufriedenheit, betonte Caruana, dürfe nicht dem Showeffekt geopfert werden. Viele Teilnehmer verdienten kaum: 7.500 Dollar für Rang 13 bis 16 bei zehntägiger Anwesenheit, abzüglich Reise und Betreuung. Dass D. Gukesh auf eine Einladung verzichtete, habe wohl auch finanzielle Gründe.

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Sportlich dominierte in Las Vegas Levon Aronian, der Carlsen, Nakamura, Erigaisi und im Finale Hans Niemann besiegte. Caruana lobte Niemann als furchtlosen, praktischen Top-10-Spieler, „auf Augenhöhe mit Nodirbek Abdusattorov“. Über seinen eigenen Auftritt sprach er nüchtern: Siege gegen Erigaisi, ein verschenktes Spiel gegen Niemann, Platz fünf.

Jetzt reist Caruana nach Riad zum Esports World Cup. Auch dort erwartet er laute Arenen und offene Fragen zur Balance zwischen Spektakel und Fairness. „Der Mittelweg ist machbar“, sagte er – vorausgesetzt, die Organisatoren setzen Technik und Struktur so ein, dass das Spiel selbst wieder im Mittelpunkt steht.

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