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DSB startet gezielte Förderung für U12-Mädchen

Mission EM-Medaille: DSB startet gezielte Förderung für U12-Mädchen

Quelle: Deutscher Schachbund e. V. – „Mission EM-Medaille: Wenn Trainerinnen nach Perlen tauchen“, 6. Februar 2026

Der Deutscher Schachbund e. V. hat ein neues leistungssportliches Förderprojekt für Mädchen gestartet. Ziel ist es, aus dem breiten Online-Angebot gezielt Talente herauszufiltern und systematisch auf internationale Erfolge vorzubereiten. Die Initiative knüpft an das erfolgreiche Online-Format „Super Tuesday“ an und richtet sich nun klar auf Medaillen bei Jugend-Europameisterschaften. Der DSB verschiebt den Fokus von reiner Teilnahme hin zu gezielter Leistungsentwicklung – mit offener Struktur, klaren Auswahlkriterien und einem konkreten sportlichen Ziel.

Vom Breitenangebot zum Leistungskern

Das Projekt wird getragen von Nadja Jussupow, Bernd Vökler und Tatjana Melamed. Während der „Super Tuesday“ mit vier Online-Einheiten bereits über 300 Teilnehmerinnen erreicht hat, markiert das neue Auswahltraining den Übergang in den Leistungssport. Vökler spricht von der Phase, „in der der leistungssportliche Teil beginnt“.

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Auswahltraining mit klaren Kriterien

Seit Januar lädt Tatjana Melamed zweimal im Monat zu einem Online-Auswahltraining. Aus dem Teilnehmerkreis wurden zunächst zwölf Spielerinnen der Altersklasse U12 ausgewählt. Die Gruppe bleibt bewusst offen: Zugänge und Abgänge sind jederzeit möglich. Entscheidend sind Ehrgeiz, Trainingsfleiß und Spielverständnis – weniger die Elozahl. Melamed setzt auf mutige Spielerinnen, die offene, taktische Stellungen nicht scheuen und früh eine klare Spielstruktur entwickeln.

Blickrichtung Pardubice

Ein konkretes Ziel steht bereits fest: Bei der Mannschafts-EM U12w im Sommer in Pardubice sollen voraussichtlich zwei deutsche Zweier-Teams antreten – mit Medaillenambitionen. Der Ort ist im DSB nicht zufällig gewählt: 2019 holten Annmarie Mütsch und Jana Schneider dort EM-Silber, trainiert von Tatjana Melamed.

Talente jenseits der bekannten Wege

Das Projekt versteht sich ausdrücklich als Suchbewegung. Über den „Super Tuesday“ wurden Spielerinnen entdeckt, die bislang nicht im Fokus standen, etwa aus kleineren Vereinen. Als Beispiel nennt Melamed Sara Ito (Jahrgang 2015), oberbayerische Meisterin 2025. Ergänzend zum Online-Training gibt es Sichtungen vor Ort, unter anderem beim Staufer Open sowie im Rahmen der zentralen DSB-Talentsichtung in Arendsee.

Internationale Realität inklusive

Dass Leistungssport früh internationale Dimensionen annimmt, zeigt das Beispiel Yuefan Chen, die sich aus Peking zum Training zuschaltet – teils bis nach Mitternacht. Für den DSB ist das kein Randaspekt, sondern Teil der Realität moderner Nachwuchsarbeit.

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