DSB-Kongress 2026: Das Protokoll
Zitat von Conrad Schormann am 18. Mai 2026, 14:28 UhrFolgendes Protokoll ist anhand von Transkript und Tagesordnung automatisch generiert. Es kann Fehler enthalten. Die nichtöffentlich behandelten Punkte sind naturgemäß nicht abgebildet.
Protokoll
Außerordentlicher Bundeskongress des Deutschen Schachbunds
- Mai 2026 · SAALBAU Volkshaus Sossenheim · Frankfurt am Main
Tagungsstätte
SAALBAU Volkshaus Sossenheim, Siegener Straße 22, 65936 Frankfurt am Main
Beginn / Ende
10:30 Uhr / ca. 18:30 Uhr
Versammlungsleiter
Klaus Deventer (Anticheating-Officer DSB)
Protokollführer
Carsten Schmidt (Geschäftsführer DSB)
Stimmen im Raum
247 (davon 225 Mitgliedsverbände, 6 Ehrenpräsidenten/Ehrenmitglieder, 16 Präsidium/Referenten); einfache Mehrheit: 124 Stimmen
WerbungEinberufung
Gemäß Schiedsgerichtsbeschluss auf Antrag von neun Mitgliedsverbänden; einberufen von Ingrid Lauterbach, Präsidentin, 17. April 2026
Formalia (TO 1–5)
Die Versammlung wurde von Ingrid Lauterbach eröffnet und an Versammlungsleiter Klaus Deventer übergeben. Andreas Filmann, Präsident des Hessischen Schachverbands, begrüßte die Teilnehmenden mit dem Wunsch nach konstruktiven Diskussionen. Zu Beginn wurde per elektronischem Abstimmungssystem eine Probeabstimmung durchgeführt.
Zum Tagesordnungspunkt Nichtöffentlichkeit lagen zwei Anträge vor: Antrag 1 von Andreas Filmann (ursprünglich für den gesamten Kongress) sowie ein Präsidiumsantrag, die Öffentlichkeit für den Präsidentinnenbericht (TO 6) und den Abwahlantrag (TO 10) auszuschließen, da dort über laufende Rechtsstreitigkeiten gesprochen werden sollte. Filmann schloss sich dem engeren Antrag an.
Beschluss: Die Tagesordnungspunkte 6 (Bericht der Präsidentin) und 10 (Abwahlantrag) werden unter Ausschluss der Öffentlichkeit behandelt. Der Livestream wird für diese Punkte unterbrochen.
Abstimmung: 177 Ja · 69 Nein · 1 Enthaltung
Carsten Schmidt, Geschäftsführer DSB, wurde als Protokollführer bestätigt. Ein Antrag auf Vorziehen des Nachtragshaushalts vor die Abwahlanträge wurde abgelehnt (89:43:15). Die Tagesordnung in der versandten Fassung wurde festgestellt. Das Protokoll des Bundeskongresses vom 31. Mai 2025 in Paderborn wurde genehmigt.
TO 6 · Berichte des Präsidiums und der Funktionsträger
Jürgen Klüners (Vizepräsident Sport) und Jannik Kiesel (Vizepräsident Verbandsentwicklung) gaben mündliche Berichte; alle schriftlichen Berichte lagen vor. Alexander von Gleich (Vizepräsident Finanzen, zurückgetreten) hatte keinen gesonderten Tätigkeitsbericht eingereicht. Während der Debatte ging eine E-Mail von von Gleich ein, in der er klarstellte, der Finanzbericht enthalte seinen Tätigkeitsbericht in einem professionellen Format. Der Bericht der Präsidentin sowie die Aussprache dazu wurden unter Ausschluss der Öffentlichkeit behandelt.
TO 7 · Ehrungen
Klaus Deventer hielt die Laudatio auf Jürgen Müller, Vorsitzender des SC Bad Königshofen, für seine langjährigen Verdienste als Ausrichter der Frauenbundesliga-Endrunden sowie als International Arbiter und Organizer.
Beschluss: Jürgen Müller erhält die Silberne Ehrennadel des Deutschen Schachbunds.
Jannik Kiesel hielt die Laudatio auf Joachim Gries. Gries ist seit 1972 im deutschen Schach aktiv, seit 1989 Ausbildungsreferent in Hessen, Mitglied der DSB-Ausbildungskommission seit 1997 und war von 2011 bis 2015 Vizepräsident Sport des DSB.
Beschluss: Joachim Gries erhält die Goldene Ehrennadel des Deutschen Schachbunds. Die erforderliche Dreiviertelmehrheit wurde erreicht.
TO 8 · Satzungsändernde Anträge
Fünf Satzungsänderungsanträge wurden behandelt:
Antrag 2 (Filmann): Redaktionelle Korrektur in §14 – Anpassung einer Verweiszahl (25 auf 26), die beim Einfügen von §16 versäumt worden war.
Beschluss: §14 wird redaktionell korrigiert. Einstimmig per Aklamation.
Antrag 3 (Filmann): Satzungsänderung §20 – Teilnahme- und Rederecht für Funktionsträger, die gleichzeitig Landesverbandsvertreter sind. Antrag knapp abgelehnt.
Abstimmung: 107 Ja · 109 Nein · 31 Enthaltungen (erforderlich: 165 Stimmen / Zweidrittelmehrheit) → abgelehnt
Antrag 4 (Filmann): Satzungsänderung §20 – Kein Stimmrecht für DSB-Mitarbeiter auf dem Bundeskongress. Kevin Högy (Berlin) wies darauf hin, dass eine entsprechende Regelung für hauptamtliche DSB-Mitarbeiter in der Geschäftsordnung bereits existiert. Antrag klar abgelehnt.
Abstimmung: 58 Ja · 171 Nein · 18 Enthaltungen → abgelehnt
Antrag 5 (Klüners/Jussupow/Rütten/Cleve-Prinz): Satzungsänderung §19 Abs. 3 – Angleichung der Antragsfrist für Spielordnungsänderungen an die Frist für sonstige Anträge, unter Einbindung der zuständigen Kommissionen.
Beschluss: §19 Abs. 3 wird geändert. Angenommen.
Abstimmung: 240 Ja · 0 Nein · 7 Enthaltungen
Antrag 6 (Kiesel): Satzungsänderung §13 – Aufnahme des Safe-Sport-Codes in den Katalog der DSB-Ordnungen. Der Safe-Sport-Code selbst (Antragsteil 2) wurde vom Antragsteller zurückgezogen; er soll nach weiterer Abstimmung mit Mitgliedsverbänden beim Herbst-Hauptausschuss beschlossen werden.
Beschluss: §13 wird um den Safe-Sport-Code als Ordnungsart ergänzt. Antragsteil 2 (Beschluss des Safe-Sport-Codes) zurückgezogen.
Abstimmung: 242 Ja · 0 Nein · 7 Enthaltungen
TO 9 · Kassen- und Revisionsbericht
Der Jahresabschluss 2025 weist einen Überschuss von knapp 137.000 Euro aus. Der Kassenbericht lag ohne Unterschrift des Präsidiums vor. Kiesel erläuterte, dass der Abschluss nach dem Rücktritt von Gleichs erstellt und ihm zur Kassenprüfung übermittelt worden war, ohne dass das verbleibende Präsidium ihn zeichnen konnte.
Der Kassenprüfbericht von Reinhard Ahrens und Jürgen Gersinska wies erhebliche Unklarheiten in der Buchungsstruktur aus. Für den Schachgipfel 2026 fehlten schriftliche Belege für zugesagte Zuschüsse und Sponsoring in Höhe von insgesamt 214.950 Euro (Stadt Dresden, UKA, Pharao, Chess960). Die Vorbereitungsarbeiten seien weitestgehend ohne Mitwirken des Vizepräsidenten Finanzen erfolgt; die Gründe hierfür seien nicht plausibel nachvollziehbar.
Beschluss: Der Bericht wird zur Kenntnis genommen. Das neue Präsidium erhält den Auftrag, die Buchführung zu bereinigen, eine Plan-Ist-Darstellung wiederherzustellen und dem Herbst-Hauptausschuss Bericht zu erstatten.
TO 10 · Abwahlantrag
Der ursprüngliche Antrag 7 (Mährlein/Baden) auf Abwahl des gesamten Präsidiums sowie Neuwahl wurde zu Beginn in Antrag 8 überführt: Abwahl der Präsidentin allein, verbunden mit Neuwahl der vakanten Positionen. Jürgen Klüners und Jannik Kiesel waren vom Antrag ausgenommen; ihre Weiterführung im Amt war am Vorabend in einer gemeinsamen Runde der Landespräsidenten vereinbart worden. Bericht und Abstimmung fanden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
Beschluss: Ingrid Lauterbach wird als Präsidentin des Deutschen Schachbunds abgewählt. Die Abstimmung erfolgte geheim per Geschäftsordnungsbeschluss.
Abstimmung: 125 Ja · 99 Nein · 7 Enthaltungen
Ehrenpräsident Herbert Bastian würdigte in einer Abschiedsrede Lauterbachs Einsatz in einer schwierigen Phase des Verbands. Der Kongress verabschiedete sie mit Applaus und Blumen.
TO 11 · Nachwahlen
Für das Amt des Präsidenten wurden Paul Meyer-Dunker (vorgeschlagen von Kevin Högy/Berlin) und Niklas Rickmann (vorgeschlagen von Achim Schmitt/Rheinland-Pfalz) nominiert. Beide stellten sich vor; es folgte eine Fragerunde. Die Wahl erfolgte geheim.
Beschluss: Paul Meyer-Dunker wird zum Präsidenten des Deutschen Schachbunds gewählt.
Abstimmung: 116 Stimmen Meyer-Dunker · 114 Stimmen Rickmann · 1 Enthaltung
Versammlungsleiter Deventer kommentierte das Ergebnis: So knapp hat man es noch nie, aber Mehrheit ist Mehrheit.
Meyer-Dunker war von 2019 bis 2025 zunächst Vizepräsident, dann Präsident des Berliner Schachverbands sowie zuvor drei Jahre hauptamtlicher Mitarbeiter der DSB-Geschäftsstelle. Er erklärte nach seiner Wahl: 'Vertrauen ist nichts, das einfach da ist – man muss es sich erarbeiten.
Für das Amt des Vizepräsidenten Finanzen schlug Meyer-Dunker Jürgen Gersinska vor, zuletzt DSB-Kassenprüfer. Gersinska beantragte geheime Abstimmung.
Beschluss: Jürgen Gersinska wird zum Vizepräsident Finanzen gewählt.
Abstimmung: 152 Ja · 75 Nein · 4 Enthaltungen
Jürgen Klüners (Vizepräsident Sport) und Jannik Kiesel (Vizepräsident Verbandsentwicklung) verbleiben im Amt. Gersinska wurde auf Vorschlag von Meyer-Dunker zum Stellvertreter des Präsidenten bestimmt (Aklamation). Klüners bleibt BGB-Vertreter des Präsidiums.
Für das Amt der Rechnungsprüferin wurde Anja Heck (Schachverband Sachsen, Universität Leipzig) vorgeschlagen.
Beschluss: Anja Heck wird zur Rechnungsprüferin gewählt.
Abstimmung: Einstimmig
Für das Amt des stellvertretenden Rechnungsprüfers wurde Martin Wechselberger (Schachverband Sachsen-Anhalt, Finanzbeamter) vorgeschlagen.
Beschluss: Martin Wechselberger wird zum stellvertretenden Rechnungsprüfer gewählt.
Abstimmung: 219 Ja · 3 Nein
TO 12 · Nachtragshaushalt 2026
Kiesel präsentierte einen Entwurf, der Abweichungen gegenüber dem in Paderborn beschlossenen Haushalt dokumentierte. Meyer-Dunker beantragte im Namen des neuen Präsidiums, den Nachtragshaushalt zurückzuziehen und einen überarbeiteten Entwurf zum Herbst-Hauptausschuss vorzulegen. Dem wurde zugestimmt.
Beschluss: Der Nachtragshaushalt 2026 wird zurückgezogen. Das neue Präsidium legt dem Herbst-Hauptausschuss einen überarbeiteten Entwurf vor.
TO 13 · Weitere Anträge
Folgende Anträge wurden behandelt:
Nr.
Antrag
Ergebnis
Abstimmung
9
Rütten: Farbverteilung in Relegationsspielen (TO H-2.9)
Angenommen
Einstimmig per Aklamation
10
Karthaus: Startgelderhöhung Einzelmeisterschaften 135 → 150 €
Angenommen
215 : 3 : 17
Werbung11a
Jussupow: Brettreihenfolge Frauenbundesligen (DWZ-Pflicht)
Angenommen
193 : 15 : 27
11b
Jussupow: Bußgelderhöhung ab 3. Nichtantritt/Saison
Angenommen
200 : 11 : 23
12
Cleve-Prinz: Senioren WM/EM Etat 15.000 € (2026)
Angenommen
93 : 63 : 79
13
Cleve-Prinz: Seniorenkommissions-Budget 1.200 €
WerbungZurückgezogen
–
14
Brand/Schwalbe: Zuschuss 49. Lösungs-WM Magdeburg
Zurückgezogen
–
15
Mährlein: Meinungsbild ECU-Präsidiumswahl
Zurückgezogen
–
16
Mährlein: Bericht Schadensersatz Dirk Jordan
Zurückgezogen
–
17
Filmann: Meinungsbild Emanuel-Lasker-Gesellschaft
Zurückgezogen
–
18
Karthaus: Schachgipfel 2027 nach Stuttgart vergeben
Angenommen
Einstimmig per Aklamation
19
André Martin: Deutsche Schnellschach-Meisterschaft Schach960
Angenommen
200 : 21 : 14
Zum Schachgipfel 2027 in Stuttgart: Carsten Karthaus (Schachverband Württemberg) präsentierte die Bewerbung. Geplant ist die Ausrichtung im Maritimhotel Stuttgart vom 23. Juli bis 1. August 2027, parallel zu den Finals 2027 (16 Deutsche Meisterschaften, ARD/ZDF-Übertragung, 29. Juli bis 1. August). Das Präsidium wurde beauftragt, bis zum Herbst-Hauptausschuss 2026 einen Ausrichtervertrag vorzubereiten.
TO 14 · Verschiedenes
Ingo Thorn (Bayerischer Schachverband) würdigte den Verlauf des Kongresses: 'Heute wurde sachlich und vernünftig mit einer Krisensituation umgegangen. Die Versammlung sprach Versammlungsleiter Klaus Deventer Dank für die ruhige und souveräne Sitzungsleitung aus.
Auf Vorschlag mehrerer Teilnehmer soll der Livestream zukünftiger Kongresse beibehalten und professionalisiert werden. Die Statistik des Tages wies 1.785 eindeutige Zuschauer und maximal 226 gleichzeitige Zuschauer aus.
Meyer-Dunker schloss den Kongress mit den Worten: 'Vertrauen ist nichts, das einfach da ist – man muss es sich erarbeiten. Wir wollen gemeinsam mit allen Beteiligten das Vertrauen zurückgewinnen. Ich glaube, heute wurde dafür ein erster wichtiger Schritt gemacht."
Folgendes Protokoll ist anhand von Transkript und Tagesordnung automatisch generiert. Es kann Fehler enthalten. Die nichtöffentlich behandelten Punkte sind naturgemäß nicht abgebildet.
Protokoll
Außerordentlicher Bundeskongress des Deutschen Schachbunds
- Mai 2026 · SAALBAU Volkshaus Sossenheim · Frankfurt am Main
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Tagungsstätte |
SAALBAU Volkshaus Sossenheim, Siegener Straße 22, 65936 Frankfurt am Main |
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Beginn / Ende |
10:30 Uhr / ca. 18:30 Uhr |
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Versammlungsleiter |
Klaus Deventer (Anticheating-Officer DSB) |
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Protokollführer |
Carsten Schmidt (Geschäftsführer DSB) |
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Stimmen im Raum |
247 (davon 225 Mitgliedsverbände, 6 Ehrenpräsidenten/Ehrenmitglieder, 16 Präsidium/Referenten); einfache Mehrheit: 124 Stimmen |
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Einberufung |
Gemäß Schiedsgerichtsbeschluss auf Antrag von neun Mitgliedsverbänden; einberufen von Ingrid Lauterbach, Präsidentin, 17. April 2026 |
Formalia (TO 1–5)
Die Versammlung wurde von Ingrid Lauterbach eröffnet und an Versammlungsleiter Klaus Deventer übergeben. Andreas Filmann, Präsident des Hessischen Schachverbands, begrüßte die Teilnehmenden mit dem Wunsch nach konstruktiven Diskussionen. Zu Beginn wurde per elektronischem Abstimmungssystem eine Probeabstimmung durchgeführt.
Zum Tagesordnungspunkt Nichtöffentlichkeit lagen zwei Anträge vor: Antrag 1 von Andreas Filmann (ursprünglich für den gesamten Kongress) sowie ein Präsidiumsantrag, die Öffentlichkeit für den Präsidentinnenbericht (TO 6) und den Abwahlantrag (TO 10) auszuschließen, da dort über laufende Rechtsstreitigkeiten gesprochen werden sollte. Filmann schloss sich dem engeren Antrag an.
Beschluss: Die Tagesordnungspunkte 6 (Bericht der Präsidentin) und 10 (Abwahlantrag) werden unter Ausschluss der Öffentlichkeit behandelt. Der Livestream wird für diese Punkte unterbrochen.
Abstimmung: 177 Ja · 69 Nein · 1 Enthaltung
Carsten Schmidt, Geschäftsführer DSB, wurde als Protokollführer bestätigt. Ein Antrag auf Vorziehen des Nachtragshaushalts vor die Abwahlanträge wurde abgelehnt (89:43:15). Die Tagesordnung in der versandten Fassung wurde festgestellt. Das Protokoll des Bundeskongresses vom 31. Mai 2025 in Paderborn wurde genehmigt.
TO 6 · Berichte des Präsidiums und der Funktionsträger
Jürgen Klüners (Vizepräsident Sport) und Jannik Kiesel (Vizepräsident Verbandsentwicklung) gaben mündliche Berichte; alle schriftlichen Berichte lagen vor. Alexander von Gleich (Vizepräsident Finanzen, zurückgetreten) hatte keinen gesonderten Tätigkeitsbericht eingereicht. Während der Debatte ging eine E-Mail von von Gleich ein, in der er klarstellte, der Finanzbericht enthalte seinen Tätigkeitsbericht in einem professionellen Format. Der Bericht der Präsidentin sowie die Aussprache dazu wurden unter Ausschluss der Öffentlichkeit behandelt.
TO 7 · Ehrungen
Klaus Deventer hielt die Laudatio auf Jürgen Müller, Vorsitzender des SC Bad Königshofen, für seine langjährigen Verdienste als Ausrichter der Frauenbundesliga-Endrunden sowie als International Arbiter und Organizer.
Beschluss: Jürgen Müller erhält die Silberne Ehrennadel des Deutschen Schachbunds.
Jannik Kiesel hielt die Laudatio auf Joachim Gries. Gries ist seit 1972 im deutschen Schach aktiv, seit 1989 Ausbildungsreferent in Hessen, Mitglied der DSB-Ausbildungskommission seit 1997 und war von 2011 bis 2015 Vizepräsident Sport des DSB.
Beschluss: Joachim Gries erhält die Goldene Ehrennadel des Deutschen Schachbunds. Die erforderliche Dreiviertelmehrheit wurde erreicht.
TO 8 · Satzungsändernde Anträge
Fünf Satzungsänderungsanträge wurden behandelt:
Antrag 2 (Filmann): Redaktionelle Korrektur in §14 – Anpassung einer Verweiszahl (25 auf 26), die beim Einfügen von §16 versäumt worden war.
Beschluss: §14 wird redaktionell korrigiert. Einstimmig per Aklamation.
Antrag 3 (Filmann): Satzungsänderung §20 – Teilnahme- und Rederecht für Funktionsträger, die gleichzeitig Landesverbandsvertreter sind. Antrag knapp abgelehnt.
Abstimmung: 107 Ja · 109 Nein · 31 Enthaltungen (erforderlich: 165 Stimmen / Zweidrittelmehrheit) → abgelehnt
Antrag 4 (Filmann): Satzungsänderung §20 – Kein Stimmrecht für DSB-Mitarbeiter auf dem Bundeskongress. Kevin Högy (Berlin) wies darauf hin, dass eine entsprechende Regelung für hauptamtliche DSB-Mitarbeiter in der Geschäftsordnung bereits existiert. Antrag klar abgelehnt.
Abstimmung: 58 Ja · 171 Nein · 18 Enthaltungen → abgelehnt
Antrag 5 (Klüners/Jussupow/Rütten/Cleve-Prinz): Satzungsänderung §19 Abs. 3 – Angleichung der Antragsfrist für Spielordnungsänderungen an die Frist für sonstige Anträge, unter Einbindung der zuständigen Kommissionen.
Beschluss: §19 Abs. 3 wird geändert. Angenommen.
Abstimmung: 240 Ja · 0 Nein · 7 Enthaltungen
Antrag 6 (Kiesel): Satzungsänderung §13 – Aufnahme des Safe-Sport-Codes in den Katalog der DSB-Ordnungen. Der Safe-Sport-Code selbst (Antragsteil 2) wurde vom Antragsteller zurückgezogen; er soll nach weiterer Abstimmung mit Mitgliedsverbänden beim Herbst-Hauptausschuss beschlossen werden.
Beschluss: §13 wird um den Safe-Sport-Code als Ordnungsart ergänzt. Antragsteil 2 (Beschluss des Safe-Sport-Codes) zurückgezogen.
Abstimmung: 242 Ja · 0 Nein · 7 Enthaltungen
TO 9 · Kassen- und Revisionsbericht
Der Jahresabschluss 2025 weist einen Überschuss von knapp 137.000 Euro aus. Der Kassenbericht lag ohne Unterschrift des Präsidiums vor. Kiesel erläuterte, dass der Abschluss nach dem Rücktritt von Gleichs erstellt und ihm zur Kassenprüfung übermittelt worden war, ohne dass das verbleibende Präsidium ihn zeichnen konnte.
Der Kassenprüfbericht von Reinhard Ahrens und Jürgen Gersinska wies erhebliche Unklarheiten in der Buchungsstruktur aus. Für den Schachgipfel 2026 fehlten schriftliche Belege für zugesagte Zuschüsse und Sponsoring in Höhe von insgesamt 214.950 Euro (Stadt Dresden, UKA, Pharao, Chess960). Die Vorbereitungsarbeiten seien weitestgehend ohne Mitwirken des Vizepräsidenten Finanzen erfolgt; die Gründe hierfür seien nicht plausibel nachvollziehbar.
Beschluss: Der Bericht wird zur Kenntnis genommen. Das neue Präsidium erhält den Auftrag, die Buchführung zu bereinigen, eine Plan-Ist-Darstellung wiederherzustellen und dem Herbst-Hauptausschuss Bericht zu erstatten.
TO 10 · Abwahlantrag
Der ursprüngliche Antrag 7 (Mährlein/Baden) auf Abwahl des gesamten Präsidiums sowie Neuwahl wurde zu Beginn in Antrag 8 überführt: Abwahl der Präsidentin allein, verbunden mit Neuwahl der vakanten Positionen. Jürgen Klüners und Jannik Kiesel waren vom Antrag ausgenommen; ihre Weiterführung im Amt war am Vorabend in einer gemeinsamen Runde der Landespräsidenten vereinbart worden. Bericht und Abstimmung fanden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
Beschluss: Ingrid Lauterbach wird als Präsidentin des Deutschen Schachbunds abgewählt. Die Abstimmung erfolgte geheim per Geschäftsordnungsbeschluss.
Abstimmung: 125 Ja · 99 Nein · 7 Enthaltungen
Ehrenpräsident Herbert Bastian würdigte in einer Abschiedsrede Lauterbachs Einsatz in einer schwierigen Phase des Verbands. Der Kongress verabschiedete sie mit Applaus und Blumen.
TO 11 · Nachwahlen
Für das Amt des Präsidenten wurden Paul Meyer-Dunker (vorgeschlagen von Kevin Högy/Berlin) und Niklas Rickmann (vorgeschlagen von Achim Schmitt/Rheinland-Pfalz) nominiert. Beide stellten sich vor; es folgte eine Fragerunde. Die Wahl erfolgte geheim.
Beschluss: Paul Meyer-Dunker wird zum Präsidenten des Deutschen Schachbunds gewählt.
Abstimmung: 116 Stimmen Meyer-Dunker · 114 Stimmen Rickmann · 1 Enthaltung
Versammlungsleiter Deventer kommentierte das Ergebnis: So knapp hat man es noch nie, aber Mehrheit ist Mehrheit.
Meyer-Dunker war von 2019 bis 2025 zunächst Vizepräsident, dann Präsident des Berliner Schachverbands sowie zuvor drei Jahre hauptamtlicher Mitarbeiter der DSB-Geschäftsstelle. Er erklärte nach seiner Wahl: 'Vertrauen ist nichts, das einfach da ist – man muss es sich erarbeiten.
Für das Amt des Vizepräsidenten Finanzen schlug Meyer-Dunker Jürgen Gersinska vor, zuletzt DSB-Kassenprüfer. Gersinska beantragte geheime Abstimmung.
Beschluss: Jürgen Gersinska wird zum Vizepräsident Finanzen gewählt.
Abstimmung: 152 Ja · 75 Nein · 4 Enthaltungen
Jürgen Klüners (Vizepräsident Sport) und Jannik Kiesel (Vizepräsident Verbandsentwicklung) verbleiben im Amt. Gersinska wurde auf Vorschlag von Meyer-Dunker zum Stellvertreter des Präsidenten bestimmt (Aklamation). Klüners bleibt BGB-Vertreter des Präsidiums.
Für das Amt der Rechnungsprüferin wurde Anja Heck (Schachverband Sachsen, Universität Leipzig) vorgeschlagen.
Beschluss: Anja Heck wird zur Rechnungsprüferin gewählt.
Abstimmung: Einstimmig
Für das Amt des stellvertretenden Rechnungsprüfers wurde Martin Wechselberger (Schachverband Sachsen-Anhalt, Finanzbeamter) vorgeschlagen.
Beschluss: Martin Wechselberger wird zum stellvertretenden Rechnungsprüfer gewählt.
Abstimmung: 219 Ja · 3 Nein
TO 12 · Nachtragshaushalt 2026
Kiesel präsentierte einen Entwurf, der Abweichungen gegenüber dem in Paderborn beschlossenen Haushalt dokumentierte. Meyer-Dunker beantragte im Namen des neuen Präsidiums, den Nachtragshaushalt zurückzuziehen und einen überarbeiteten Entwurf zum Herbst-Hauptausschuss vorzulegen. Dem wurde zugestimmt.
Beschluss: Der Nachtragshaushalt 2026 wird zurückgezogen. Das neue Präsidium legt dem Herbst-Hauptausschuss einen überarbeiteten Entwurf vor.
TO 13 · Weitere Anträge
Folgende Anträge wurden behandelt:
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Nr. |
Antrag |
Ergebnis |
Abstimmung |
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9 |
Rütten: Farbverteilung in Relegationsspielen (TO H-2.9) |
Angenommen |
Einstimmig per Aklamation |
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10 |
Karthaus: Startgelderhöhung Einzelmeisterschaften 135 → 150 € |
Angenommen |
215 : 3 : 17 |
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11a |
Jussupow: Brettreihenfolge Frauenbundesligen (DWZ-Pflicht) |
Angenommen |
193 : 15 : 27 |
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11b |
Jussupow: Bußgelderhöhung ab 3. Nichtantritt/Saison |
Angenommen |
200 : 11 : 23 |
|
12 |
Cleve-Prinz: Senioren WM/EM Etat 15.000 € (2026) |
Angenommen |
93 : 63 : 79 |
|
13 |
Cleve-Prinz: Seniorenkommissions-Budget 1.200 € |
Zurückgezogen |
– |
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14 |
Brand/Schwalbe: Zuschuss 49. Lösungs-WM Magdeburg |
Zurückgezogen |
– |
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15 |
Mährlein: Meinungsbild ECU-Präsidiumswahl |
Zurückgezogen |
– |
|
16 |
Mährlein: Bericht Schadensersatz Dirk Jordan |
Zurückgezogen |
– |
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17 |
Filmann: Meinungsbild Emanuel-Lasker-Gesellschaft |
Zurückgezogen |
– |
|
18 |
Karthaus: Schachgipfel 2027 nach Stuttgart vergeben |
Angenommen |
Einstimmig per Aklamation |
|
19 |
André Martin: Deutsche Schnellschach-Meisterschaft Schach960 |
Angenommen |
200 : 21 : 14 |
Zum Schachgipfel 2027 in Stuttgart: Carsten Karthaus (Schachverband Württemberg) präsentierte die Bewerbung. Geplant ist die Ausrichtung im Maritimhotel Stuttgart vom 23. Juli bis 1. August 2027, parallel zu den Finals 2027 (16 Deutsche Meisterschaften, ARD/ZDF-Übertragung, 29. Juli bis 1. August). Das Präsidium wurde beauftragt, bis zum Herbst-Hauptausschuss 2026 einen Ausrichtervertrag vorzubereiten.
TO 14 · Verschiedenes
Ingo Thorn (Bayerischer Schachverband) würdigte den Verlauf des Kongresses: 'Heute wurde sachlich und vernünftig mit einer Krisensituation umgegangen. Die Versammlung sprach Versammlungsleiter Klaus Deventer Dank für die ruhige und souveräne Sitzungsleitung aus.
Auf Vorschlag mehrerer Teilnehmer soll der Livestream zukünftiger Kongresse beibehalten und professionalisiert werden. Die Statistik des Tages wies 1.785 eindeutige Zuschauer und maximal 226 gleichzeitige Zuschauer aus.
Meyer-Dunker schloss den Kongress mit den Worten: 'Vertrauen ist nichts, das einfach da ist – man muss es sich erarbeiten. Wir wollen gemeinsam mit allen Beteiligten das Vertrauen zurückgewinnen. Ich glaube, heute wurde dafür ein erster wichtiger Schritt gemacht."

