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DSB-Kader 2026

Neuer Leistungssport-Kader: DOSB zwingt den DSB zu klaren Schnitten
Quelle: Deutscher Schachbund – „Neuer Leistungssport-Kader: Der DOSB gibt dem DSB klar die Richtung vor“, DSB-News, 16. Dezember 2025

Der Deutsche Schachbund stellt sein gesamtes Leistungssportsystem um. Auf Vorgabe des Deutschen Olympischen Sportbundes verabschiedet sich der DSB von den bisherigen A-, B- und C-Kadern. Künftig gibt es nur noch zwei Ebenen: den Weltklasse-Kader (WK) und den Perspektiv-Kader (PK). Maßgeblich sind aktuelle sportliche Leistungen – Medaillen, Spitzenplatzierungen und konkrete Elo-Grenzen. Frühere Erfolge verlieren an Gewicht.

In den Weltklasse-Kader kommt nur, wer bei Welt- oder Europameisterschaften oder Olympiaden vorne platziert war oder Medaillen gewonnen hat. Entscheidend ist dabei ausschließlich der jüngste Leistungszeitraum. Im Frauenbereich führte das dazu, dass nur die aktuellen EM-Medaillengewinnerinnen gesetzt wurden. Ohne diese Erfolge hätte es dort keinen WK gegeben.

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Der Perspektiv-Kader ist strikt an altersabhängige Elo-Grenzen gekoppelt. Die Wertungszahl muss in mindestens einer Monatsliste des Jahres erreicht werden. Der DSB kann pro Kategorie einmalig bis zu zwei Ausnahmen zulassen. Danach greift nur noch der DOSB – und auch das höchstens für ein weiteres Jahr. DSB-Sportdirektor Kevin Högy spricht von „klaren Vorgaben, von denen wir nicht abweichen können“.

Der Fall von Nationalspielerin Jana Schneider zeigt die Härte des Systems. Sie verfehlte die neue Elo-Grenze knapp, erhielt aber eine Ausnahmeregelung. Für 2026 steht sie unter Zugzwang: Erreicht sie die Marke nicht, endet ihre Kaderzugehörigkeit. Genau solche Fälle waren Teil der intensiven, fünfstündigen Sitzung der Leistungssportkommission.

Insgesamt ist die Zahl der Kaderplätze pro Kategorie (offen/Frauen) auf maximal zehn begrenzt. Erfüllen mehr Spielerinnen oder Spieler die Kriterien, muss ausgewählt werden. Der DSB betont dabei die Arbeitsteilung: Talententwicklung liegt bei den Landesverbänden, Spitzenförderung beim Bund.

Auch der Nachwuchsbereich wird neu strukturiert. Es gibt nur noch zwei Nachwuchskader mit klaren Alters- und Leistungsgrenzen. Zusätzlich erwartet der DSB regelmäßige Lehrgangsteilnahmen und Starts bei internationalen Turnieren. Gefördert werden nur wenige, klar identifizierte Talente mit realistischer Perspektive Richtung Weltspitze.

Unterm Strich markiert die Reform einen deutlichen Kurswechsel: weniger Plätze, härtere Kriterien, stärkere Orientierung an international messbarer Leistung – und deutlich weniger Spielraum für biografische Verdienste.

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