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Doch ein DSB-Kongress im Mai 2026?

Auf Facebook teilt der DSB mit:

Nun doch früher? Antrag auf außerordentlichen Bundeskongress.
 
Die Landesverbände Baden, Berlin, Hamburg, Schleswig-Holstein und der Fernschachbund argumentieren: Hauptausschuss und Bundeskongress in einem Jahr sind zu kostenintensiv.
 
Ende November hatten sich Ingo Thorn, Präsident des Bayerischen Schachbundes, Michael S. Langer, der Präsident des Niedersächsischen Schachverbandes und Paul Meyer-Dunker, der Präsident des Berliner Schachverbandes mit dem Präsidium des Schachbundes, vertreten durch Alexander von Gleich und Ingrid Lauterbach, auf eine Kompromisslösung verständigt. Geplant war demnach, einen DSB-Hauptausschuss im Mai und einen Bundeskongress im August (nach dem Schachgipfel in Dresden im Juli) auszurichten. Eine geordnete Amtsabgabe von Präsidentin Ingrid Lauterbach und Neuwahlen für den Kongress waren schriftlich festgehalten worden.
 
Nun gibt es eine neue Sachlage. Fünf Antragsteller wollen aus der für den 16. Mai in Frankfurt am Main turnusmäßig angesetzten Hauptausschuss-Sitzung einen Bundeskongress machen.
 
Der Antrag an das Präsidium des Deutschen Schachbundes wurde von Jürgen Gersinska, Vizepräsident des Badischen Schachverbandes, Dirk Martens, Präsident des Schachverbands Schleswig-Holstein, Klaus-Jürgen Herlan, Vorsitzender des Hamburger Schachverbandes, Manfred Scheiba, Präsident des Deutschen Fernschachbundes und dem Berliner Verbandschef Paul Meyer-Dunker gestellt.
 
Begründet wird dieser von den Antragstellern in erster Linie mit finanziellen Gründen. Im Antrag heißt es, man halte "die getrennte Durchführung eines Hauptausschusses am 16. Mai sowie einen zusätzlichen außerordentlichen Bundeskongress wenige Wochen später für inneffektiv, kostenintensiv und organisatorisch nicht sachgerecht. Insbesondere angesichts der Vielzahl bedeutender nationaler und internationaler Veranstaltungen in den Jahren 2026 und 2027 (u.a. Kandidatenturnier, Olympiade, Schachgipfel, 150-Jahr.Jubiläum des Deutschen Schachbundes) sollten die finanziellen und personellen Ressourcen des Verbandes gezielt und verantwortungsvoll eingesetzt werden.“ Eine Argumentation, die auch Alexander von Gleich im Rahmen seines angekündigten Rücktritts gewählt hatte. Das Präsidium werde deshalb aufgefordert, den 16. Mai für diesen Bundeskongress zu nutzen „oder einen anderen Termin zeitnah für einen außerordentlichen Bundeskongress vorzuschlagen“.
 
Das DSB-Präsidium teilte als Reaktion darauf mit, man werde diesen Antrag "nun in Ruhe prüfen und die verschiedenen Optionen im Sinne des Deutschen Schachbundes bewerten". Auch im Hinblick auf organisatorische Herausforderungen. So sind unter anderem aktuell nur Räumlichkeiten für rund 35 Hauptausschuss-Teilnehmer angemietet, benötigt würden bei einem Bundeskongress aber Kapazitäten für rund 100 Delegierte.

Wie das Präsidium bzw. die Präsidentin versucht, im Amt zu bleiben:

Vorhang auf im Satzungstheater: „Vorgesehen“

Und wie die Rebellen nun vors Schiedsgericht ziehen, wenn das Präsidium nicht einlenkt:

„Vorgesehen“, Folge zwei: Eine Nachricht, die (noch) keine ist

Erfolgreiche Spieler, zerstrittener Verband

Quelle: World Chess – „German Chess At War: DSB Dispute Escalates After Congress Request Rejected“, veröffentlicht am 10. März 2026

International zeigt sich das deutsche Schach erfolgreich, im eigenen Verband herrscht seit Jahren Streit. Das schreibt World Chess. Während Spieler wie Vincent Keymer und Matthias Bluebaum international Erfolge erzielen, prägen interne Konflikte den Deutschen Schachbund.

Auf dem Brett erlebt Deutschland eine Phase sportlicher Stärke. Vincent Keymer stieg mit einer Serie von Ergebnissen bis auf Platz vier der Weltrangliste und ist damit der zweitbeste Europäer hinter dem führenden Spieler aus Norwegen. Matthias Bluebaum qualifizierte sich nach einem zweiten Platz beim Grand Swiss überraschend für das Kandidatenturnier 2026 und erhielt damit die Chance auf einen Anlauf zum Weltmeisterschaftskampf. Zudem richtete Deutschland mit der Freestyle Chess World Championship in Weissenhaus ein Weltmeisterschaftsereignis aus.

Konflikt um die Verbandsführung

Im Deutschen Schachbund verschärfte sich der Konflikt um Präsidentin Ingrid Lauterbach. Fünf Landesverbände versuchen seit Monaten, sie aus dem Amt zu drängen. Lauterbach wurde 2023 zur Präsidentin gewählt und ist die erste Frau an der Spitze des Verbandes in dessen 146-jähriger Geschichte.

Die Kritik an ihrer Führung begann bereits vor ihrer Wiederwahl im Juni 2025. Gegner warfen ihr Schwierigkeiten in der Kommunikation mit den Landesverbänden vor. Später verstärkten Personalentscheidungen, darunter die Entlassung der langjährigen Geschäftsführerin Anja Gering, die Spannungen innerhalb der Organisation.

Nun geht es um den Antrag, im Mai einen außerordentlichen Kongress auszurichten. Den hat der DSB-Rechtsberater zurückgewiesen, aber die antragstellenden Verbände akzeptieren diese Auslegung nicht. Sie bestreiten, auf einen konkreten Termin bestanden zu haben, und argumentieren, der August-Kongress sei zunächst lediglich politisch angekündigt gewesen.

Sie kündigten an, den Streit vor das verbandseigene Schiedsgericht zu bringen. Damit entwickelt sich der Konflikt zu einem weiteren juristischen Verfahren im internationalen Schachbetrieb.

Vor gut einer Woche veröffentlichte der DSB den Beitrag, in dem sich Ingrid Lauterbach auf eine Einschätzung von Rechtsberater Thomas Strobl stützt und den Antrag auf einen außerordentlichen Kongress nicht zulässt. Nun legen offenbar die beiden Vize-Präsidenten Jürgen Klüners und Jannik Kiesel Wert auf die Feststellung, dass sie an diesem Zug der DSB-Präsidentin nicht beteiligt waren. Auf der DSB-Website ist dieser Zusatz aufgetaucht:

Disclaimer: In einer früheren Fassung war fälschlicherweise der Eindruck entstanden, die Mail der Präsidentin an den Hauptausschuss sei auch im Namen der Vizepräsidenten Sport und Verbandsentwicklung versandt worden.

Der Beschluss des Schiedsgerichts:

Hochgeladene Dateien:

DSB beruft außerordentlichen Bundeskongress ein

Quelle: Deutscher Schachbund – „Außerordentlicher Bundeskongress mit Neuwahl des Präsidiums", veröffentlicht am 10. April 2026

Der Deutsche Schachbund (DSB) hält am 16. Mai 2026 einen außerordentlichen Bundeskongress ab. Das berichtet Deutscher Schachbund. DSB-Präsidentin Ingrid Lauterbach hat den Kongress auf Anordnung des Schiedsgerichts einberufen, das sie verpflichtete, dies „unverzüglich und unter Beachtung der in § 17 II 2 der Satzung bestimmten Fristen" zu tun. Tagungsort ist der Saalbau Volkshaus Sossenheim, Siegener Straße 22, in Frankfurt am Main, Beginn ist um 10.30 Uhr.

Der Kongress findet an jenem Termin statt, der ursprünglich für den Hauptausschuss vorgesehen war. Mehrere Landesverbände hatten zuvor das Schiedsgericht angerufen und diesen Termin beantragt. Lediglich der Veranstaltungsort hat sich geändert. Anträge müssen bis zum 17. April 2026 bei der Geschäftsstelle eingereicht werden; die Kongressunterlagen werden spätestens am 30. April 2026 veröffentlicht.

Badischer Schachverband beantragt Neuwahl der gesamten Führung

Der Badische Schachverband hat bereits einen Antrag auf vollständige Neuwahl des DSB-Präsidiums gestellt. Demnach sollen alle Mitglieder des Präsidiums gemäß § 26 Abs. 1 der Satzung für den Rest der laufenden Amtszeit bis zum nächsten ordentlichen Bundeskongress neu gewählt werden. Das ausführliche Urteil des Schiedsgerichts vom 20. März 2026 steht auf der Website des Schachbundes zum Download bereit.

Automatisch KI-generierter Beitrag