Dirk Poldauf
Zitat von Conrad Schormann am 17. September 2025, 18:09 UhrDirk Poldauf – 60 Jahre zwischen Brett und Notizblock
Dirk Poldauf ist 60 Jahre alt geworden – und im deutschen Schach kaum wegzudenken. Seit mehr als drei Jahrzehnten prägt er die Zeitschrift SCHACH mit Reportagen, Interviews und unzähligen Begegnungen mit der Weltelite. Wer das Heft aufschlägt, stößt auf seine Handschrift: detailreich, nah dran am Geschehen, mit einem besonderen Gespür für Atmosphäre.
https://youtu.be/Kk94U-T9h2s
Geboren 1965 in Wolgast, aufgewachsen in Stralsund, fand Poldauf über die BSG Motor Stralsund zum Schach. Zweimal wurde er DDR-Jugendmeister, 1993 erhielt er den Titel Internationaler Meister. Anfang der 1990er-Jahre spielte er in der Bundesliga für Empor Berlin, an der Seite von Wladimir Kramnik und Alexei Shirov, mit denen er Deutscher Mannschaftsmeister wurde. Später führte ihn sein Weg zu den Schachfreunden Berlin und in die österreichische Bundesliga.
Seine wahre Lebensleistung liegt jedoch nicht in den eigenen Erfolgen, sondern im publizistischen Wirken. Als die DDR-Zeitschrift Schach nach der Wende in den Excelsior-Verlag von Raj Tischbierek überging, war Poldauf von Beginn an dabei. Mehr als 400 Redaktionsschlüsse hat er seitdem erlebt, immer mit demselben Anspruch: gründlich, kenntnisreich und vor Ort. In Wijk aan Zee ist er „fast Inventar“, sagt er selbst. Er schrieb das Vorwort zu Boris Gelfands berühmtem Partienbuch, führte Interviews mit Viktor Kortschnoi („Ich verachte Kasparow“) oder Boris Spasski, dessen legendäre Begegnung mit Poldauf in Paris 2006 vier Stunden dauerte und bei Wodka und Beaujolais zu einer Zeitreise in die Schachgeschichte wurde.
https://youtu.be/oW3Wb5KxIg0
Mit Sprachkenntnissen in Englisch, Russisch und Spanisch hat er sich Zugang zu Spielern und Hintergründen verschafft, die anderen verborgen blieben. André Schulz bescheinigt ihm „umfassende und tiefgründige Berichterstattung“. Kollegen und Leser schätzen ihn als Mittler zwischen Spielern und Öffentlichkeit – präzise, diskret, mit Gespür für den Tonfall.
Dass Poldauf seine Energie mehr ins Schreiben als ins eigene Spiel investierte, war eine bewusste Entscheidung. „Großmeister am Brett“ wäre möglich gewesen, doch wichtiger war ihm, „Großmeister am Notizblock“ zu sein. So opferte er den GM-Titel zugunsten der Schreibfeder.
Quellen:
https://chess-tigers.de/blogs/news/dirk-poldauf-zum-60
https://de.chessbase.com/post/60-jahre-dirk-poldauf
Dirk Poldauf – 60 Jahre zwischen Brett und Notizblock
Dirk Poldauf ist 60 Jahre alt geworden – und im deutschen Schach kaum wegzudenken. Seit mehr als drei Jahrzehnten prägt er die Zeitschrift SCHACH mit Reportagen, Interviews und unzähligen Begegnungen mit der Weltelite. Wer das Heft aufschlägt, stößt auf seine Handschrift: detailreich, nah dran am Geschehen, mit einem besonderen Gespür für Atmosphäre.
Geboren 1965 in Wolgast, aufgewachsen in Stralsund, fand Poldauf über die BSG Motor Stralsund zum Schach. Zweimal wurde er DDR-Jugendmeister, 1993 erhielt er den Titel Internationaler Meister. Anfang der 1990er-Jahre spielte er in der Bundesliga für Empor Berlin, an der Seite von Wladimir Kramnik und Alexei Shirov, mit denen er Deutscher Mannschaftsmeister wurde. Später führte ihn sein Weg zu den Schachfreunden Berlin und in die österreichische Bundesliga.
Seine wahre Lebensleistung liegt jedoch nicht in den eigenen Erfolgen, sondern im publizistischen Wirken. Als die DDR-Zeitschrift Schach nach der Wende in den Excelsior-Verlag von Raj Tischbierek überging, war Poldauf von Beginn an dabei. Mehr als 400 Redaktionsschlüsse hat er seitdem erlebt, immer mit demselben Anspruch: gründlich, kenntnisreich und vor Ort. In Wijk aan Zee ist er „fast Inventar“, sagt er selbst. Er schrieb das Vorwort zu Boris Gelfands berühmtem Partienbuch, führte Interviews mit Viktor Kortschnoi („Ich verachte Kasparow“) oder Boris Spasski, dessen legendäre Begegnung mit Poldauf in Paris 2006 vier Stunden dauerte und bei Wodka und Beaujolais zu einer Zeitreise in die Schachgeschichte wurde.
Mit Sprachkenntnissen in Englisch, Russisch und Spanisch hat er sich Zugang zu Spielern und Hintergründen verschafft, die anderen verborgen blieben. André Schulz bescheinigt ihm „umfassende und tiefgründige Berichterstattung“. Kollegen und Leser schätzen ihn als Mittler zwischen Spielern und Öffentlichkeit – präzise, diskret, mit Gespür für den Tonfall.
Dass Poldauf seine Energie mehr ins Schreiben als ins eigene Spiel investierte, war eine bewusste Entscheidung. „Großmeister am Brett“ wäre möglich gewesen, doch wichtiger war ihm, „Großmeister am Notizblock“ zu sein. So opferte er den GM-Titel zugunsten der Schreibfeder.
Quellen:
https://chess-tigers.de/blogs/news/dirk-poldauf-zum-60
https://de.chessbase.com/post/60-jahre-dirk-poldauf