Deadline Grandmaster: A Chess Memoir
Zitat von Conrad Schormann am 22. November 2025, 11:48 UhrSoltis’ Blick zurück: Ein Leben zwischen Deadline und Schachbrett
Quelle: Perpetual Chess Podcast – „The Road Not Taken: A Review of GM Andy Soltis’ Memoir ‘Deadline Grandmaster’“, Ben Johnsonhttps://youtu.be/1rgw1oortrg
Ben Johnson zieht aus Soltis’ Memoiren drei Kernlinien.
Erstens: Die Frage, ob ein Leben als Schachprofi lohnt.
Soltis beschreibt das Auf und Ab der Schachökonomie – Fischer-Boom, Dürrezeiten, „Queen’s Gambit“. Er schildert Kollegen, die Partien absprachen, andere, die abstürzten, und wieder andere, die Schach hinter sich ließen und im Berufsleben glücklich wurden. Soltis selbst blieb Amateur mit GM-Titel, weil New York und seine journalistische Arbeit ihm Halt gaben. Er bereut das nicht, aber er ringt mit dem „anderen Weg“, den er nie gegangen ist.Zweitens: sein Berufsleben als New-York-Post-Redakteur.
Nachts arbeiten, immer kurz vor Druckschluss, ständige Sparrunden. Schach blieb trotzdem der rote Faden – er schrieb die Kolumne, seine Frau spielte selbst.Drittens: die Geschichten.
Begegnungen mit jungen Talenten wie dem 16-jährigen Anand. Briefe mit Irving Chernev. Kleine Dramen aus der US-Szene. Die beste Anekdote: Walter Browne drohte der „New York Post“ mit einer Klage, weil Soltis in einer Analyse geschrieben hatte, ein anderer Zug hätte „klarer gewonnen“. Browne fühlte sich verunglimpft und sprach von „slander“. Soltis glättete die Sache – ohne Gegenklage.Dazu kommen Randnotizen, die fast zufällig wirken:
Das Geld, das für ein Fischer–Karpow-Match bereitstand, floss am Ende in den „Thrilla in Manila“ 1975. Oder Soltis’ Erinnerungen an New York als eigenes Biotop im Schach.Johnson lobt die Memoiren als persönlich, mit starken Figuren, aber mahnt: kein E-Book, viele Diagramme, hoher Preis. Für Leser, die alte Schachgeschichten mögen und verstehen wollen, wie sich ein starker GM bewusst gegen das Profi-Leben entschieden hat, ist das Buch ein Treffer.
This is the autobiography of chess grandmaster and journalist Andy Soltis, one of the very few grandmasters who had a professional career outside of the game, and a prolific author of chess-related nonfiction. It describes how chess and journalism fought for his time for more than 50 years and how he managed to score coups and make blunders in each field. Among his distinctions: He is the only person who has both interviewed Donald Trump and played chess with (and nearly beat!) Bobby Fischer.
Soltis’ Blick zurück: Ein Leben zwischen Deadline und Schachbrett
Quelle: Perpetual Chess Podcast – „The Road Not Taken: A Review of GM Andy Soltis’ Memoir ‘Deadline Grandmaster’“, Ben Johnson
Ben Johnson zieht aus Soltis’ Memoiren drei Kernlinien.
Erstens: Die Frage, ob ein Leben als Schachprofi lohnt.
Soltis beschreibt das Auf und Ab der Schachökonomie – Fischer-Boom, Dürrezeiten, „Queen’s Gambit“. Er schildert Kollegen, die Partien absprachen, andere, die abstürzten, und wieder andere, die Schach hinter sich ließen und im Berufsleben glücklich wurden. Soltis selbst blieb Amateur mit GM-Titel, weil New York und seine journalistische Arbeit ihm Halt gaben. Er bereut das nicht, aber er ringt mit dem „anderen Weg“, den er nie gegangen ist.
Zweitens: sein Berufsleben als New-York-Post-Redakteur.
Nachts arbeiten, immer kurz vor Druckschluss, ständige Sparrunden. Schach blieb trotzdem der rote Faden – er schrieb die Kolumne, seine Frau spielte selbst.
Drittens: die Geschichten.
Begegnungen mit jungen Talenten wie dem 16-jährigen Anand. Briefe mit Irving Chernev. Kleine Dramen aus der US-Szene. Die beste Anekdote: Walter Browne drohte der „New York Post“ mit einer Klage, weil Soltis in einer Analyse geschrieben hatte, ein anderer Zug hätte „klarer gewonnen“. Browne fühlte sich verunglimpft und sprach von „slander“. Soltis glättete die Sache – ohne Gegenklage.
Dazu kommen Randnotizen, die fast zufällig wirken:
Das Geld, das für ein Fischer–Karpow-Match bereitstand, floss am Ende in den „Thrilla in Manila“ 1975. Oder Soltis’ Erinnerungen an New York als eigenes Biotop im Schach.
Johnson lobt die Memoiren als persönlich, mit starken Figuren, aber mahnt: kein E-Book, viele Diagramme, hoher Preis. Für Leser, die alte Schachgeschichten mögen und verstehen wollen, wie sich ein starker GM bewusst gegen das Profi-Leben entschieden hat, ist das Buch ein Treffer.
This is the autobiography of chess grandmaster and journalist Andy Soltis, one of the very few grandmasters who had a professional career outside of the game, and a prolific author of chess-related nonfiction. It describes how chess and journalism fought for his time for more than 50 years and how he managed to score coups and make blunders in each field. Among his distinctions: He is the only person who has both interviewed Donald Trump and played chess with (and nearly beat!) Bobby Fischer.
