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Chess News Podcast, Peter Doggers

The Chess News Podcast

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In der vierten Folge seines Chess News Podcasts behandelt Peter Doggers vier aktuelle Themen aus der Schachwelt. Zunächst stellt er die außergewöhnlich junge Teilnehmerliste des Tata Steel Chess 2026 vor – ältester Spieler ist mit 31 Jahren Anish Giri, während Vincent Keymer, Hans Niemann und mehrere indische Talente das Feld prägen. Danach geht es um eine neue wissenschaftliche Studie zur Geschlechterkluft im Schach, die zeigt, dass Leistungsunterschiede zwischen Männern und Frauen vor allem auf ungleiche Einstiegsvoraussetzungen zurückzuführen sind, nicht auf Talent oder Entwicklung. Anschließend bespricht Doggers eine DeepMind-Studie über künstlich generierte Schachrätsel: Die KI soll ästhetisch und kreativ anspruchsvolle Aufgaben schaffen – mit gemischtem Expertenurteil. Zum Schluss widmet sich der Podcast der Entfernung von Wladimir Kramniks Büchern aus dem Sortiment des Londoner Schachladens „Chess and Bridge“, den Malcolm Pein leitet – als symbolische Geste der Solidarität nach den jüngsten Ereignissen um den ehemaligen Weltmeister.

The Chess News Podcast

Inhalt der fünften Folge 

🏆 FIDE World Cup 2025 in Goa

  • Überraschungen:

    • Ian Nepomniachtchi, Wesley So und Aravindh Chithambaram scheiden früh aus.

    • Nepomniachtchi kritisiert im Anschluss scharf die lokalen Bedingungen.

    • Wesley So gibt ein theoretisch remisliches Endspiel auf.

  • Erfolge aus deutscher Sicht:

    • Alexander Donchenko eliminiert Anish Giri.

    • Frederik Svane schlägt Weltmeister Gukesh trotz extremer Zeitnot.

    • Vincent Keymer und Matthias Blübaum ziehen ebenfalls in Runde 4 ein.

  • Weitere Highlights:

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    • Lorenzo Lodici (Italien) wirft Hans Niemann und anschließend Michael Adams raus.

    • Pentala Harikrishna glänzt mit einem Damenopfer im 8. Zug.

    • MVL bezwingt Vladislav Artemiev in einem packenden Armageddon-Match.

    • Peter Leko überrascht mit seinem „Märchenlauf“.


📈 Kandidatenturnier-Qualifikation

  • Hikaru Nakamura erreicht durch ein Turnier in Virginia die geforderten 40 Partien für die Rating-Qualifikation zum Kandidatenturnier 2026. Sein Ergebnis war nebensächlich – wichtig war die formale Mindestanzahl an Partien.


⚽ Schachförderung & Randnotizen

  • Eberechi Eze, englischer Fußball-Nationalspieler, engagiert sich an seiner alten Schule für Schach. Gemeinsam mit Chess.com und seiner Stiftung stellt er Material für den Schul-Schachclub zur Verfügung. Begleitet wurde er u.a. von IM Lauren D. Costa.

  • Sonstiges:

    • Indiens 91. Großmeister.

    • Geburtstage & Jubiläen: Mikhaíl Tal (1936), Garry Kasparow wird am 9. November 1985 Weltmeister.

    • Magnus Carlsen kommentiert den World Cup – unterbrochen durch eine humorvolle Twitch-Nachricht seiner Frau Ella zum Mittagessen.

    • Fabiano Caruana gewinnt 10:0 bei einer Simultanvorstellung in Amsterdam.

    • Speed Chess Championship Finale 2025 ist für Februar 2026 in London angekündigt.

Peter Doggers sortiert die Schach-Woche: Kandidaten 2026, Chess.com-Showdowns und US-Erfolge
Quelle: Chess News Podcast von Peter Doggers, aktuelle Folge (Ausschnitt-Zusammenfassung)

The Chess News Podcast

Kandidatenturnier 2026: Termin, Ort, Feld

Die FIDE hat Ort und Datum fixiert: Zypern, 29. März bis 15. April, im Scap St. George’s Hotel. Acht Spieler im doppelrundigen Format, identisch im Frauenturnier. Die Regeln bleiben schlicht: Bei Gleichstand entscheidet Rapid und Blitz.

Im offenen Turnier stehen bereits fest: Fabiano Caruana, Anish Giri, Matias Blübaum. Drei weitere Plätze kommen aus dem World Cup – erstmals alles Debütanten. Zusätzlich wird Hikaru Nakamura über die Ratingliste erwartet, Praggnanandhaa über den Circuit. Der Sieger trifft im November 2026 auf Gukesh.

Kandidatenturnier 2026 auf Zypern / Keine Kollision mit der Bundesliga

World Cup

Doggers erwähnt die ungewöhnliche Dynamik: Viele Topgesetzte sind raus, Außenseiter bestimmen die KO-Phase. Mehr nicht – der Rest der Folge widmet sich anderen Themen.

Carlsen gegen Caruana: knapper als das Ergebnis wirkt

Ein Schwerpunkt ist das Viertelfinale der Speed Chess Championship:
Magnus Carlsen schlägt Fabiano Caruana 14½:7½. Doggers betont: Der Abstand täuscht. Das Match bleibt lange eng; Carlsen zieht erst im Bullet davon. Er wirkte genervt, sprach selbst von „schrecklichem“ Niveau. Doggers ordnet das als Warnsignal ein: Carlsen gewinnt, aber nicht überzeugend.

Grand Chess Tour 2026: alles bleibt beim Alten

Der Kalender bringt keine Überraschungen. Warschau, Bukarest, Kroatien, St. Louis – bekannte Orte, bekannte Formate. Das Finale in São Paulo entfällt. Stattdessen ein kompletter Schachmonat in St. Louis. Doggers wertet das als Rückkehr zum Kernmodell der Tour.

Jugend: Argentinien mit neuem Wunderkind

Fino Oro, 10 Jahre alt, schlägt Sandro Mareco knapp und knackt die 2500-Elo-Marke. Er jagt jetzt die GM-Normen – und die Altersmarke von Abhimanyu Mishra. Doggers beschreibt ihn als das spektakulärste Nachwuchsprojekt Südamerikas.

Messi statt Mozart: Wunderknabe Faustino Oro und die erste GM-Norm

Schachboxen: US-Durchbruch

Doggers greift den 60 Minutes-Beitrag auf:
Der US-Spieler James Canty III gewinnt den Super-Schwergewichtstitel gegen einen deutlich stärkeren Boxer, weil er die Schachphase entscheidet. Aus Sicht des Podcasts ist das einer der bemerkenswertesten US-Erfolge des Jahres – auch wegen der großen TV-Reichweite.

Episode 7 fasst vor allem drei Themen zusammen: Beim FIDE World Cup in Goa stehen Wei Yi und Javokhir Sindarov im Finale und sind für das Kandidatenturnier qualifiziert, während Andrey Esipenko und Nodirbek Yakubboev um den dritten Platz kämpfen – mit der Besonderheit, dass es das erste Kandidatenturnier ohne russischen Spieler werden könnte. In der Speed Chess Championship ziehen Hikaru Nakamura, Alireza Firouzja (gegen Ian Nepomniachtchi) und Denis Lazavik (gegen Hans Niemann) ins Halbfinale ein, Lazavik trifft dort auf Magnus Carlsen. Schärfster Punkt der Folge ist die Kontroverse um die Women’s World Team Championship in Linares: FIDE lässt ein russisches Team unter FIDE-Flagge zu, die Ukraine protestiert mit Verweis auf IOC-Vorgaben, FIDE beruft sich auf ein ausweichendes IOC-Schreiben – das FIDE-Team gewinnt den Titel, Kritiker sprechen von Propagandavorlage für Russland. Kurz erwähnt werden außerdem die Startfelder für die World Rapid & Blitz in Doha, das Tata-Steel-Challengers-Feld und der neue Naroditsky Memorial and Fellowship Fund in Charlotte.

Peter Doggers stellt in der achten Folge zuerst den World Cup in Goa in den Mittelpunkt: Javokhir Sindarov gewinnt das Finale gegen Wei Yi, kassiert 120.000 Dollar, wird mit 19 jüngster World-Cup-Sieger und bekommt in Usbekistan vom Präsidenten zusätzlich Geld und eine Wohnung. Wei Yi und Sindarov sowie Andrey Esipenko (Dritter gegen Nodirbek Yakubboev) qualifizieren sich fürs Kandidatenturnier 2026. Zusammen mit Fabiano Caruana (FIDE-Circuit 2024), Anish Giri und Matthias Blübaum (Grand Swiss), Praggnanandhaa (FIDE-Circuit 2025) und Hikaru Nakamura (Ratingplatz) ist das Feld praktisch komplett. Doggers streift dazu den Tweet von David Howell über die „Goldene Generation“ der 19-Jährigen – und kritisiert die FIDE dafür, dass sie das Ergebnis auf X zu früh spoilert, obwohl sie selbst 15-Minuten-Delay fordert.

Danach geht es um die London Chess Classic: Elite-Rundenturnier im Emirates Stadium (Arsenal), mit Abdusattorov als Spitzenreiter und starkem Auftritt, Lob für Michael Adams, Zitate von Alireza Firouzja und Sam Shankland sowie dem Auftritt von Andy Murray, der den symbolischen ersten Zug macht und selbst Schachtraining sucht. Parallel spielt Praggnanandhaa das offene Turnier, um die formalen Anforderungen für den FIDE-Circuit zu erfüllen.

Zum Schluss fasst Doggers weitere Ergebnisse zusammen: EM Rapid/Blitz in Pristina (Sieg für Pijus Pultinevicius, Jorden van Foreest im Blitz, je eine Siegerin bei Frauen-Rapid und -Blitz), ein stark besetztes Rundenturnier in Almaty mit Alexey Sarana vorne – und er erwähnt einen eigenen Vortrag über „Chess & AI“ samt DeepMind-Doku The Thinking Game, die er empfiehlt.

The Chess News Podcast

Notebook LM über Ausgabe 9:

Unterwasser-Schach und strauchelnde Weltmeister: 4 Schach-Momente der Woche, die Sie überraschen werden

Wenn wir an Schachnachrichten denken, erwarten wir meist Berichte über Turnierergebnisse und entscheidende Siege. Doch manchmal bringt die Welt des Schachs weitaus seltsamere, überraschendere und tiefgründigere Geschichten hervor, die über die 64 Felder hinausgehen. Dieser Artikel wirft einen Blick auf einige der unerwartetsten Momente der vergangenen Woche, die zeigen, wie vielfältig und faszinierend das königliche Spiel sein kann, entnommen Peter Doggers Chess News Podcast, Ausgabe 9.

1. Schach wird... Unterwasser gespielt

In Kapstadt, Südafrika, fand in einem wunderschönen Pool auf dem Dach des Silo Hotels ein wahrhaft einzigartiges Ereignis statt: der erste Unterwasser-Freestyle-Wettbewerb im Schach. Bei diesem Turnier trafen einige der weltbesten Spieler in einem ungewöhnlichen Finale aufeinander, in dem Hans Niemann gegen Fabiano Caruana antrat. Im Spiel um den dritten Platz besiegte Jaffir Sindarov seinen Gegner Vidit Gujrathi.

Die Regeln waren ebenso einfach wie herausfordernd: Die Spieler machten ihren Zug auf einem Brett, das in 110 cm Tiefe auf dem Boden des Pools platziert war. Nachdem ein Spieler seinen Zug ausgeführt hatte, tauchte er auf, um Luft zu holen, woraufhin sein Gegner sofort abtauchen und seinen eigenen Zug machen musste. Niemann, der Sieger, präsentierte stolz seine Medaille und trat direkt im Anschluss gegen den amtierenden Tauchschach-Weltmeister Mikl Maszukkovich an. Obwohl Niemann bereits im zweiten Zug einen schweren Fehler beging, gelang es ihm, seinen erfahrenen Gegner auszuspielen und auch diese Partie zu gewinnen. Dieses Ereignis sprengt die Grenzen des traditionellen, ruhigen Intellektuellensports und zeigt auf spektakuläre Weise die kreative und unkonventionelle Seite des Spiels.

2. Ein Spieler dominiert ein Elitefeld vollständig

Beim renommierten London Chess Classic zeigte Nodirbek Abdusattorov eine Leistung von seltener Dominanz. Mit einer beeindruckenden Serie von sechs Siegen in Folge sicherte er sich den Turniersieg bereits eine Runde vor Schluss. Eine derartige Überlegenheit in einem Feld voller Weltklassespieler ist außergewöhnlich. Seine Leistung brachte ihm nicht nur den Titel ein, sondern auch 18,7 Elo-Punkte, womit er wieder auf Platz 12 der Weltrangliste kletterte.

Abdusattorov selbst fasste seine Leistung bescheiden zusammen:

Es war wirklich ein großartiges Turnier für mich. Ich habe viele interessante Partien gespielt; eigentlich kann man sagen, dass jede Partie sehr umkämpft und auf ihre Weise interessant war. Ja, ich bin wirklich glücklich mit meiner Leistung.

3. Selbst die Besten können bei einem Simultan stolpern

Bei einer Simultanveranstaltung in Kapstadt trat ein Team bestehend aus Magnus Carlsen und Levon Aronian gegen zahlreiche lokale Spieler an. Normalerweise sind Weltklassespieler in solchen Formaten nahezu unbesiegbar, doch das Ergebnis war überraschend. Das Duo erzielte 15 Siege, ein Unentschieden, musste sich aber in vier Partien geschlagen geben.

Um dieses Resultat in den richtigen Kontext zu setzen, muss man die Leistung des anderen Tandem-Teams betrachten, das am selben Tag spielte: Vincent Keymer und Peter Leko blieben in ihrer Simultanserie mit 18 Siegen und zwei Unentschieden ungeschlagen. Der Kontrast unterstreicht, wie unerwartet die Schwierigkeiten von Carlsen und Aronian waren. Ein amüsantes Detail war, dass Levon Aronian jede der 20 Partien mit einem anderen Eröffnungszug begann – eine selbst auferlegte kreative Hürde.

4. Schach als kraftvolles Symbol für den Frieden

Abseits des Wettkampfgeschehens zeigt Schach immer wieder seine tiefere, kulturelle Bedeutung. Ein klassisches Beispiel ist Yoko Onos komplett weißes Schachspiel aus dem Jahr 1966. Die Installation, bei der die Unterscheidung zwischen den gegnerischen Figuren aufgehoben ist, dient als „Metapher für die Sinnlosigkeit des Krieges“.

Diese Idee findet sich auch in einem moderneren Werk wieder: dem Oscar-prämierten Kurzanimationsfilm „War is Over“ von Sean Lennon und Dave Mullins. Der Film erzählt die Geschichte zweier Soldaten aus verfeindeten Armeen, die über eine Brieftaube eine Partie Schach miteinander spielen. Diese Beispiele verdeutlichen eindrucksvoll, wie Schach über den reinen Wettbewerb hinauswachsen und als Medium für tiefgründige Botschaften über Einheit und Frieden dienen kann.

Von sportlicher Dominanz über bizarre Spektakel bis hin zu tiefgründiger Symbolik – die Schachwelt hat in einer einzigen Woche eine erstaunliche Bandbreite an Geschichten hervorgebracht. Diese Momente erinnern uns daran, dass Schach weit mehr ist als nur ein Spiel der Könige. Was sagt es über die Anziehungskraft des Schachs aus, dass es gleichzeitig ein erbitterter Wettkampf, ein bizarres Spektakel und ein tiefgründiges Symbol für den Frieden sein kann?

Freestyle, FIDE und klare Kante

Quelle: Chess News Podcast, Folge 10 – Gastgeber: Peter Doggers

Folge 10 des Chess News Podcast steht klar unter zwei Überschriften: Freestyle Chess Grand Slam und FIDE-Generalversammlung. Beides wird nicht nur berichtet, sondern eingeordnet – stellenweise deutlich zugespitzt.

Den größten Raum nimmt der Freestyle Chess Grand Slam ein. Levon Aronian gewinnt die letzte Etappe in Südafrika ungeschlagen und verteidigt damit seinen Titel aus Las Vegas. Magnus Carlsen verliert zwar das Finale gegen Aronian, sichert sich aber den Gesamtsieg der Tour und den 100.000-Dollar-Bonus. Doggers beschreibt das Finale nüchtern: Aronian dominiert die erste Partie, Carlsen wirkt ungewohnt unsicher, hat Eröffnungsprobleme und Zeitnot. In der zweiten Partie verteidigt Aronian ein schwieriges Endspiel präzise zum Remis. Carlsen muss drücken – kommt aber nicht durch. Doggers nennt Aronians Auftritt offen „so impressive“.

Zur Zukunft der Serie bleibt vieles offen. Co-Gründer Jan Henric Buettner habe gesagt, man wolle sich nach der Saison erst sammeln und Optionen prüfen. Eine Ankündigung werde vor Jahresende erwartet.

Politisch interessant wird es beim Verhältnis zur FIDE. In Südafrika wird überraschend eine Videobotschaft von FIDE-Präsident Arkady Dvorkovich gezeigt. Er gratuliert Carlsen und nennt ihn die „biggest number one in the world“ in dieser Variante des Schachs. Doggers liest das als bewusst gesetzte Formulierung – und als erneute Klarstellung, dass Carlsen nicht als Weltmeister im Chess960 gilt.

Der zweite große Block ist die FIDE-Generalversammlung – und hier wird der Ton schärfer. Bei einer Online-Sitzung stimmte eine Mehrheit der Delegierten geheim dafür, russische und belarussische Teams wieder zuzulassen. Das widerspricht den Empfehlungen des IOC. Doggers nennt das oft bemühte Argument, Sport und Politik müsse man trennen, „hoffnungslos fehlerhaft“. Gerade Mannschaftswettbewerbe seien per Definition politisch.

Hinzu kommen formale Vorwürfe. Die geheime Abstimmung könnte gegen die FIDE-Charta verstoßen, da solche Verfahren nur bei Wahlen oder Misstrauensfragen erlaubt sind. Der englische Delegierte Malcolm Payne bezeichnete bereits die Entscheidung für eine geheime Abstimmung als „unconstitutional“. Der niederländische Verband nannte das Ergebnis angesichts des eskalierenden Kriegs in der Ukraine „bemerkenswert, wenn nicht skandalös“.

Zum Abschluss folgen Kurzmeldungen: Praggnanandhaa Rameshbabu gewinnt den FIDE Circuit 2025 und qualifiziert sich für das Kandidatenturnier. Yagiz Kaan Erdogmus wird mit 14 der jüngste Spieler jemals in den Top 50. FIDE und Norway Chess stellen Details zur geplanten Total Chess Tour vor. Der Polgar-Dokumentarfilm Queen of Chess wird fürs Sundance Festival ausgewählt. Hikaru Nakamura wird Vater – Doggers kommentiert persönlich, aber locker. Und die Global Chess League startet in Mumbai, mit mehr dazu in der nächsten Folge.

Der elfte Chess News Podcast von Peter Doggers bündelt mehrere große Themen der laufenden Schachwoche – sportlich wie politisch.

Im Mittelpunkt steht die Global Chess League in Mumbai. Das Teamformat wird kurz erklärt: sechs Spieler pro Mannschaft, darunter ein Super-Großmeister, zwei Frauen und ein Junior, dazu ein eigenes Wertungssystem mit höherer Belohnung für Siege mit Schwarz. Nach neun von zehn Runden der Vorrunde steht fest, dass die Triveni Continental Kings erneut das Finale erreicht haben. Das Team dominiert die Liga klar, angeführt von Alireza Firouzja, der zu Beginn fünf Siege in Folge holte. Seine Serie endete später mit Niederlagen gegen Fabiano Caruana und Gukesh D, gefolgt von einem Remis gegen Hikaru Nakamura. Besonders hervorgehoben wird Caruanas spektakulärer Sieg über Firouzja im direkten Duell der Alpine SG Pipers, die damit ihre Finalchance wahrten.

Ein zweiter Schwerpunkt ist der rasante Aufstieg von Faustino Oro. Der zwölfjährige Argentinier holte beim Szmetan-Giardelli Masters seine zweite Großmeisternorm. Mit 5,5 aus 9 blieb er ungeschlagen, erzielte eine Performance von 2608 Elo und ließ etablierte Namen hinter sich. Alexei Shirov wird mit deutlichem Lob zitiert und hält Oro bereits für einen „kompletten Spieler“, dem langfristig sogar eine Elo jenseits der 2700 zuzutrauen sei. Doggers ordnet ein, dass Oro nun realistische Chancen hat, den Rekord des jüngsten Großmeisters zu brechen.

Deutlich kritischer Ton herrscht im politischen Teil. Doggers greift die Entscheidung der FIDE auf, Sanktionen gegen Russland und Belarus teilweise aufzuheben. Die English Chess Federation verurteilt sowohl Verfahren als auch Ergebnis der Abstimmung scharf. Der norwegische Verband kündigt sogar rechtliche Schritte an und prüft Klagen vor dem Court of Arbitration for Sport. Die Kritik richtet sich vor allem gegen die geheime Abstimmung und die Rolle von FIDE-Präsident Arkady Dvorkovich, dem politische Nähe zu Russland vorgeworfen wird.

In diesem Zusammenhang erwähnt der Podcast die Aberkennung nationaler Ehrentitel gegen Vladimir Fedoseev, der sich früh gegen den Krieg positioniert hatte und inzwischen für Slowenien spielt. Doggers ordnet den Schritt als politisch motivierte Reaktion Russlands ein.

Zum Abschluss blickt der Podcast auf das Vugar Gashimov Memorial, das im Schnell- und Blitzformat ausgetragen wird. Das Turnier bleibt sportlich relevant und zugleich ein persönlicher Erinnerungsort an den früh verstorbenen Großmeister Vugar Gashimov, dem Doggers einen kurzen, sehr persönlichen Nachruf widmet.

Weltmeistertitel, Machtfragen und Abschiede – die Themen im Podcast von Peter Doggers
Quelle: Podcast-Rückblick zur letzten Woche des Jahres

Der Podcast spannt einen weiten Bogen über das Schach-Jahresende – von sportlicher Dominanz bis zu politischen und rechtlichen Konflikten.

Im Mittelpunkt stehen die Weltmeisterschaften im Schnell- und Blitzschach in Doha.
Magnus Carlsen prägt das Geschehen wie kaum ein anderer. Er gewinnt seinen sechsten Titel im Schnellschach und setzt sich trotz Patzern und Rückschlägen auch im Blitz durch. Der neunte Blitz-Titel ist zugleich sein 20. Weltmeistertitel insgesamt. Doggers beschreibt vor allem Carlsens Fähigkeit, selbst in chaotischen Zeitnotphasen und scheinbar ausgeglichenen Endspielen die Kontrolle zu behalten.

Bei den Frauen geht es neben sportlichen Erfolgen um Kritik am Modus. Alexandra Goryachkina holt den Rapid-Titel, doch das auf zwei Spielerinnen begrenzte Playoff sorgt für Unmut, weil punktgleiche Konkurrentinnen außen vor bleiben. FIDE-CEO Emil Sutovsky verteidigt diese Regelung mit Verweis auf frühere Spielerwünsche. Im Blitz triumphiert Bibisara Assaubayeva zum dritten Mal und löst damit zugleich das Ticket für das Kandidatinnenturnier. Für Aufmerksamkeit sorgt auch die junge Niederländerin Eline Roebers, die nach dem ersten Tag überraschend vorne liegt.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Global Chess League.
Im Finale in Mumbai verlieren die Triveni Continental Kings trotz klarer Dominanz in der Vorrunde. Den Titel holen die Alpine SG Pipers, getragen von starken Auftritten von Anish Giri und Leon Luke Mendonca in den entscheidenden Matches.

Großen Raum nehmen politische und rechtliche Spannungen ein.
Der ukrainische Schachverband zieht vor den Internationalen Sportgerichtshof, um gegen die Aufhebung von Sanktionen gegen Russland und Belarus vorzugehen. Ex-Weltmeister Ruslan Ponomariov fordert offen Haltung und kritisiert Schweigen. Garry Kasparov wird in Russland in Abwesenheit auf eine Fahndungsliste gesetzt. Parallel eskaliert der Konflikt um Vladimir Kramnik, der eine Zivilklage gegen die FIDE eingereicht hat.

Zum Abschluss blickt der Podcast auf Kultur und Gemeinschaft.
Das traditionsreiche Londoner Lokal Simpsons in the Strand soll ab 2026 wieder Schach-Events ausrichten. Sportlich wird der Sieg von Mahdi Gholami Orimi beim Sunway Sitges Festival erwähnt. Einen ernsten Ton bekommt die Folge durch den Tod des zweifachen britischen Meisters Jonathan Hawkins, der mit 42 Jahren an Krebs gestorben ist.

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