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Chess History & Literature Society
Zitat von Conrad Schormann am 14. September 2026, 20:52 UhrDie KI erfindet einen „Emanuel von der Lasa" – und beschleunigt die Schachgeschichte doch
Quelle: ChessBase – „Historikertreffen in Kopenhagen", 14. September 2026, Herbert Bastian, Michael Negele, Frank Hoffmeister
Künstliche Intelligenz beschleunigt die Arbeit an alten Schachquellen enorm, ersetzt das eigene Urteil aber nicht. Michael Negele führte beim Jahrestreffen der Chess History & Literature Society in Kopenhagen vor, wie rasch sich Informationen aus Literaturquellen herausquetschen lassen – und wie unverdächtig dabei eine Kreation namens „Emanuel von der Lasa" erscheint. Das kommentiert Herbert Bastian.
Die Gesellschaft, die vom 28. bis 29. August im Skakkens Hus tagte, lebt von älteren Mitgliedern: 45 von ihnen sind über 75 Jahre alt, und unter 176 bisher registrierten Mitgliedern finden sich nur vier Frauen. Dieser Anteil von 2,3 Prozent sei verbesserungsbedürftig, die Tendenz nach schwierigen Jahren aber wieder steigend. Frischen Wind habe Frank Hoffmeister seit seiner Wahl 2022 gebracht – kurze Entscheidungswege, attraktive Austragungsorte, kompetente Referenten. Acht Vorträge reichten vom Weg des Spiels über den Norden nach Mitteleuropa bis zur Rolle von Aron Nimzowitsch für das dänische Schach.
Nächste Station Leipzig
Das Treffen 2027 findet Ende August oder Anfang September in Leipzig statt, der Gründungsstadt des Deutschen Schachbunds, im Jahr seines 150-jährigen Jubiläums. Während der Verband sich damit schwertue, dort eine angemessene Jubiläumsveranstaltung vorzubereiten, öffne die international tätige Gesellschaft ihre Tagung auch für Nichtmitglieder – eine Gelegenheit für deutsche Schachfreunde, sich mit der Geschichte des eigenen Verbandes vertraut zu machen.
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Die KI erfindet einen „Emanuel von der Lasa" – und beschleunigt die Schachgeschichte doch
Quelle: ChessBase – „Historikertreffen in Kopenhagen", 14. September 2026, Herbert Bastian, Michael Negele, Frank Hoffmeister
Künstliche Intelligenz beschleunigt die Arbeit an alten Schachquellen enorm, ersetzt das eigene Urteil aber nicht. Michael Negele führte beim Jahrestreffen der Chess History & Literature Society in Kopenhagen vor, wie rasch sich Informationen aus Literaturquellen herausquetschen lassen – und wie unverdächtig dabei eine Kreation namens „Emanuel von der Lasa" erscheint. Das kommentiert Herbert Bastian.
Die Gesellschaft, die vom 28. bis 29. August im Skakkens Hus tagte, lebt von älteren Mitgliedern: 45 von ihnen sind über 75 Jahre alt, und unter 176 bisher registrierten Mitgliedern finden sich nur vier Frauen. Dieser Anteil von 2,3 Prozent sei verbesserungsbedürftig, die Tendenz nach schwierigen Jahren aber wieder steigend. Frischen Wind habe Frank Hoffmeister seit seiner Wahl 2022 gebracht – kurze Entscheidungswege, attraktive Austragungsorte, kompetente Referenten. Acht Vorträge reichten vom Weg des Spiels über den Norden nach Mitteleuropa bis zur Rolle von Aron Nimzowitsch für das dänische Schach.
Nächste Station Leipzig
Das Treffen 2027 findet Ende August oder Anfang September in Leipzig statt, der Gründungsstadt des Deutschen Schachbunds, im Jahr seines 150-jährigen Jubiläums. Während der Verband sich damit schwertue, dort eine angemessene Jubiläumsveranstaltung vorzubereiten, öffne die international tätige Gesellschaft ihre Tagung auch für Nichtmitglieder – eine Gelegenheit für deutsche Schachfreunde, sich mit der Geschichte des eigenen Verbandes vertraut zu machen.
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Zitat von Conrad Schormann am 15. September 2026, 8:49 UhrTony Gillam holte die Turniere zurück, die niemand mehr rekonstruieren wollte
Quelle: ChessBase – „In Memoriam: Anthony John Gillam (1943–2026)", 15. September 2026, Michael Negele
Anthony John Gillam hat vergessene Kapitel der Schachgeschichte nicht bloß bewahrt, sondern sie dem Vergessen aktiv entrissen. Unter dem Namen „The Chess Player" brachte er über Jahrzehnte Hunderte von Turnierbüchern heraus, sicherte seltene Wettkampfaufzeichnungen und rekonstruierte Turniertabellen, an die sich sonst niemand mehr heranwagte. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählen „Mannheim 1914 and the Interned Russians" und seine Dokumentation über München 1942. Das schreibt Michael Negele. Gillam starb am 15. August 2026 im Alter von 83 Jahren.
Der Nachlass eines Freundes
Mit Ken Whyld verband ihn eine gemeinsame intellektuelle Vision; beide gehörten zu den bedeutendsten Hütern des britischen Schacherbes. Nach Whylds plötzlichem Tod 2003 arbeitete sich Gillam durch dessen private Unterlagen, entdeckte verschollene Manuskripte und machte sie den Mitgliedern der neu gegründeten Ken-Whyld-Vereinigung zugänglich, deren Gründungsmitglied und regionaler Koordinator er wurde. Die Vereinigung trägt heute den Namen Chess History & Literature Society.
Kompromisslose Maßstäbe
In der gemeinsamen Arbeit – etwa am Nachdruck von „Die Brüderschaft 1885/1886" oder an einer Biografie über Paul Schmidt – prägten ihn stundenlange, akribische Analysen und ein Beharren auf historischer Genauigkeit. Geteilt wurden nicht nur die Frustrationen über verlorene Daten, sondern vor allem die Freude an Entdeckungen, die von einem Detail zum nächsten führte.
Gillam war zudem mehr als 30 Jahre lang Stadtrat in seiner Heimatgemeinde – ein Amt, das er mit Stolz führte und dessen Wiederwahlen selbst unter seinen Schachfreunden gefeiert wurden. Die Lücke, die er in der Gemeinschaft der Schachhistoriker hinterlässt, wollen seine Mitstreiter füllen, indem sie seine Arbeit fortsetzen.
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Tony Gillam holte die Turniere zurück, die niemand mehr rekonstruieren wollte
Quelle: ChessBase – „In Memoriam: Anthony John Gillam (1943–2026)", 15. September 2026, Michael Negele
Anthony John Gillam hat vergessene Kapitel der Schachgeschichte nicht bloß bewahrt, sondern sie dem Vergessen aktiv entrissen. Unter dem Namen „The Chess Player" brachte er über Jahrzehnte Hunderte von Turnierbüchern heraus, sicherte seltene Wettkampfaufzeichnungen und rekonstruierte Turniertabellen, an die sich sonst niemand mehr heranwagte. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählen „Mannheim 1914 and the Interned Russians" und seine Dokumentation über München 1942. Das schreibt Michael Negele. Gillam starb am 15. August 2026 im Alter von 83 Jahren.
Der Nachlass eines Freundes
Mit Ken Whyld verband ihn eine gemeinsame intellektuelle Vision; beide gehörten zu den bedeutendsten Hütern des britischen Schacherbes. Nach Whylds plötzlichem Tod 2003 arbeitete sich Gillam durch dessen private Unterlagen, entdeckte verschollene Manuskripte und machte sie den Mitgliedern der neu gegründeten Ken-Whyld-Vereinigung zugänglich, deren Gründungsmitglied und regionaler Koordinator er wurde. Die Vereinigung trägt heute den Namen Chess History & Literature Society.
Kompromisslose Maßstäbe
In der gemeinsamen Arbeit – etwa am Nachdruck von „Die Brüderschaft 1885/1886" oder an einer Biografie über Paul Schmidt – prägten ihn stundenlange, akribische Analysen und ein Beharren auf historischer Genauigkeit. Geteilt wurden nicht nur die Frustrationen über verlorene Daten, sondern vor allem die Freude an Entdeckungen, die von einem Detail zum nächsten führte.
Gillam war zudem mehr als 30 Jahre lang Stadtrat in seiner Heimatgemeinde – ein Amt, das er mit Stolz führte und dessen Wiederwahlen selbst unter seinen Schachfreunden gefeiert wurden. Die Lücke, die er in der Gemeinschaft der Schachhistoriker hinterlässt, wollen seine Mitstreiter füllen, indem sie seine Arbeit fortsetzen.
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