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Checkmate: Genius, Lies, Ambition, and the Biggest Scandal in Chess

„Checkmate": Mezrichs Buch über den größten Schachskandal der Gegenwart

Chess.com, 12. Mai 2026, TarjeiJS

Ben Mezrich hat mit „Checkmate: Genius, Lies, Ambition, and the Biggest Scandal in Chess" das bisher detaillierteste Buch über den Konflikt zwischen Magnus Carlsen und Hans Niemann vorgelegt. Das schreibt Chess.com. Mezrich, dessen Buch über Facebook-Gründer Mark Zuckerberg die Grundlage für David Finchers „The Social Network" bildete, stützt sich auf Interviews mit zentralen Figuren der Affäre. Das E-Book erschien am 7. April, die Hardcover-Ausgabe folgt am 2. Juni.

Niemann: Genie mit Paranoia

Den Kern des Buches bildet Mezrichs persönliche Begegnung mit Niemann, den er als widersprüchliche Figur zeichnet. „Er ist ein Genie – daran habe ich keinen Zweifel", sagt Mezrich. Zugleich sei Niemann von Paranoia durchdrungen und dem Gefühl, die Welt stehe gegen ihn. Mezrich vergleicht ihn mit einer Figur aus den Rocky-Filmen: der Außenseiter, der ohne Netz und Sicherheit kämpft, während Carlsen in stabilen Verhältnissen aufgewachsen sei. Ob Niemann die Rolle, die er öffentlich spielt, tatsächlich verkörpert oder nur spielt, beantwortet Mezrich so: „Ich glaube, er spielt die Figur schon so lange, dass sie seine Figur geworden ist."

Zur Kernfrage – hat Niemann beim Sinquefield Cup 2022 betrogen? – liefert Mezrich keine abschließende Antwort. Er ist jedoch der Ansicht, dass Carlsen zu diesem Zeitpunkt nicht genug Belege hatte, um öffentlich auf Betrug hinzudeuten. Gleichzeitig stellt er fest, dass Carlsen seine Meinung bis heute nicht geändert habe: „Er glaubt vollständig, dass Hans betrogen hat. Ich glaube nicht, dass er akzeptiert, dass er auf diese Weise besiegt werden konnte."

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If a movie you're watching is "based on a true story," there's a decent chance it was adapted from a book written by Ben Mezrich. He specializes in pumping out books that are ripped from the headlines and selling their IP to Hollywood studios. “My dream was never to win the Pulitzer Prize or the

Simon Owens (@simonowens.bsky.social) 2024-12-03T15:38:23.304Z

Das Gerücht und sein Ursprung

Ein eigenes Kapitel widmet Mezrich dem absurdesten Moment der Affäre: dem Gerücht um einen analen Betrugsmechanismus. Er verfolgt dessen Ursprung bis zu einem Internettroll aus Liverpool, der Bahntickets verkauft und Inhalte zum Viralgehen bringt. Das Gerücht entstand nach einer Diskussion in einem Streaming-Format, wurde von Elon Musk verstärkt und von großen Medien aufgegriffen. „Es ist fast eine perfekte Zusammenfassung dessen, was heute mit allem falsch läuft", sagt Mezrich.

Chess.com zwischen Verantwortung und Zweifel

Das Buch beleuchtet auch die Rolle von Chess.com. Chief Chess Officer Danny Rensch gab demnach tausende Dollar für Überwachungstechnik aus, um herauszufinden, wie Niemann hätte betrügen können. Sowohl Rensch als auch CEO Erik Allebest seien durch die Situation persönlich erschüttert worden: „Sie haben geweint", sagt Mezrich. Beide hätten mit dem Gewissen gerungen, welche Folgen ihre Entscheidungen für die Karriere eines jungen Spielers haben könnten.

Hollywood-Verfilmung geplant

Die Filmrechte hat das Studio A24 erworben. Nathan Fielder soll Regie führen, Emma Stone produziert. Drehbeginn könnte noch in diesem Sommer sein, die Veröffentlichung ist für 2027 geplant. Als mögliche Darsteller nennt Mezrich Ryan Gosling für die Rolle Carlsens und Timothée Chalamet für die Niemann-Rolle.

Checkmate: Ein guter Stoff, zu schnell verarbeitet

New York Times, 4. Juni 2026, Dylan Loeb McClain

Der größte Schachskandal der jüngeren Geschichte liefert den Stoff für ein Buch — und sein Autor hat ihn vor allem für Hollywood geschrieben. Das schreibt die New York Times.

Ben Mezrich schildert in „Checkmate: Genius, Lies, Ambition, and the Biggest Scandal in Chess" die Ereignisse rund um eine Partie beim Sinquefield Cup im September 2022 in St. Louis. Magnus Carlsen, seit rund 15 Jahren die Nummer eins der Schachwelt, verlor damals gegen den 19-jährigen Amerikaner Hans Niemann. Carlsen insinuierte danach, Niemann habe betrogen. Chess.com legte nach und erklärte, Niemann habe auf ihrer Plattform mehr als hundert Mal unerlaubt Hilfe in Anspruch genommen. In sozialen Medien kursierte bald die Spekulation, er könnte Signale über ein vibrierendes Gerät im Rektum empfangen haben. Niemann klagte auf 100 Millionen Dollar wegen Verleumdung und Verschwörung — gegen Carlsen, Chess.com, dessen Chefschachoffizier Danny Rensch und den Streamer Hikaru Nakamura. Der Fall wurde außergerichtlich beigelegt.

Reportage mit Ambitionen auf die Leinwand

Mezrich hat für das Buch die Hauptbeteiligten aufgesucht und ihre Versionen der Geschichte aufgezeichnet. Rezensent Dylan Loeb McClain, der dreißig Jahre über Schach geschrieben hat, erkennt darin echte reporterische Leistung — besonders im Umgang mit Niemann, den er als schwierigen und aufbrausenden Gesprächspartner charakterisiert. Mezrich fördert wenig bekannte Details zutage: dass Niemann's Mutter während des Mediensturms eine Chemotherapie durchlief, dass er nach der Verwüstung eines Hotelzimmers in St. Louis Hausverbot erhielt. Auch die Nachforschungen zum Ursprung des Analperlen-Gerüchts hält der Rezensent für bemerkenswert.

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Fehler, Hyperbel, Hollywood

Die Schwächen des Buches liegen dort, wo Schachkenntnisse gefragt wären. In der Darstellung einer Partie zwischen Niemann und Samuel Sevian bei der US-Meisterschaft identifiziert Mezrich die Eröffnung falsch, nennt nicht gespielte Züge und beschreibt Niemanns Vorbereitungsstand unrichtig. Hinzu kommen sachliche Fehler ohne Schachbezug: Carlsen qualifizierte sich für die Weltmeisterschaft durch einen Turniersieg in London, nicht in New York; eine Siegesserie von 53 Partien, die mit der Niederlage gegen Niemann endete, hat es nie gegeben.

Stilistisch neigt Mezrich zur Übertreibung. Carlsen soll in der Lage sein, „bis zum Ende der Partie zu berechnen, und oft durch die nächste Partie und die übernächste hindurch". Worte wie „atemberaubend" und „beispiellos" durchziehen das Buch. Die Personenbeschreibungen — ein Chefmanager mit einem Körperbau „zu stereotypisch maskulin", Kissen „gestickt und getroddelt und gefältelt wie die Polsterversion eines übertätowierten Zirkusfreaks" — erinnern den Rezensenten an Mezrichs erklärtes Vorbild Hemingway, und zwar nicht zu seinem Vorteil.

Mezrich selbst macht keinen Hehl aus seiner eigentlichen Absition: Sein Traum sei nicht der National Book Award, sondern der Aufkleber „Now a Major Motion Picture" auf dem Taschenbuchrücken. Im Anhang dankt er bereits „den brillanten Leuten in Hollywood", die das Buch verfilmen sollen. McClains Fazit: Der Stoff ist gut, die Figuren sind fesselnd, die Ereignisse dramatisch. Doch Mezrich hat das Buch zu eilig auf den Markt gebracht.

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