Angelika Valkova
Zitat von Conrad Schormann am 23. Januar 2026, 10:48 Uhr„Ich fühlte mich angewidert“: Angelika Valkova über FIDEs Russland-Entscheid
Quelle: Euromaidan Press – Interview von Maxim Volovich, 10. Januar 2026
Als die FIDE im Dezember 2025 beschloss, russische und belarussische Teams wieder mit nationalen Symbolen zu Wettbewerben zuzulassen, war Angelika Valkovas Reaktion eindeutig. Die ukrainische Schachspielerin, Streamerin und Kommentatorin spricht von Ekel und Scham. Für sie steht fest: Der Krieg ist nicht vorbei, russische Raketen treffen weiter zivile Ziele, und dennoch normalisiert der Weltschachverband Russland im internationalen Sport.
Im Interview mit Euromaidan Press kritisiert Valkova nicht nur die Entscheidung selbst, sondern vor allem den Weg dorthin. Die Abstimmung in der Generalversammlung sei intransparent gewesen, mit geheimem Votum und widersprüchlichen Beschlüssen, die aus ihrer Sicht gegen die FIDE-Statuten verstoßen. Dass FIDE-Präsident Arkady Dvorkovich – ein früherer russischer Vizepremier – die Sitzung leitete, verstärke bei ihr den Eindruck politischer Einflussnahme. Valkova verweist darauf, dass nur fünf von 108 internationalen Sportverbänden Russland entgegen den IOC-Empfehlungen wieder zulassen – Schach gehört nun dazu.
Besonders eindringlich beschreibt sie, was diese Entscheidungen für ukrainische Spieler bedeuten. Begegnungen mit russischen oder belarussischen Gegnern seien von bewusster Distanz geprägt, etwa durch verweigerte Handschläge. Valkova erinnert an konkrete Fälle, in denen ukrainische Spielerinnen aus Gewissensgründen nicht antraten. Für sie ist das keine Symbolik, sondern Alltag. Sie nennt zudem Zahlen, die den menschlichen Preis des Krieges verdeutlichen: Hunderte getötete ukrainische Sportler, darunter mindestens 21 aus dem Schachumfeld.
Valkova widerspricht entschieden dem Argument, Sport müsse „unpolitisch“ bleiben. Gerade durch die Rückkehr russischer Teams werde Politik normalisiert und russische Propaganda gestärkt. Siege russischer Mannschaften würden medial als nationale Erfolge ausgeschlachtet, während ukrainische Kinder Schach in Luftschutzkellern lernten. Das stehe im direkten Widerspruch zum FIDE-Motto „Gens una sumus“.
Am Ende blickt Valkova nach vorn – ohne Optimismus zu heucheln. Sie hatte erwartet, dass europäische Verbände juristisch reagieren würden, und fühlt sich durch die Klage von fünf Föderationen vor dem Internationalen Sportgerichtshof bestätigt. Für sie ist klar: Der Konflikt ist nicht nur sportlich, sondern moralisch. Und er wird das internationale Schach noch lange beschäftigen.
„Ich fühlte mich angewidert“: Angelika Valkova über FIDEs Russland-Entscheid
Quelle: Euromaidan Press – Interview von Maxim Volovich, 10. Januar 2026
Als die FIDE im Dezember 2025 beschloss, russische und belarussische Teams wieder mit nationalen Symbolen zu Wettbewerben zuzulassen, war Angelika Valkovas Reaktion eindeutig. Die ukrainische Schachspielerin, Streamerin und Kommentatorin spricht von Ekel und Scham. Für sie steht fest: Der Krieg ist nicht vorbei, russische Raketen treffen weiter zivile Ziele, und dennoch normalisiert der Weltschachverband Russland im internationalen Sport.
Im Interview mit Euromaidan Press kritisiert Valkova nicht nur die Entscheidung selbst, sondern vor allem den Weg dorthin. Die Abstimmung in der Generalversammlung sei intransparent gewesen, mit geheimem Votum und widersprüchlichen Beschlüssen, die aus ihrer Sicht gegen die FIDE-Statuten verstoßen. Dass FIDE-Präsident Arkady Dvorkovich – ein früherer russischer Vizepremier – die Sitzung leitete, verstärke bei ihr den Eindruck politischer Einflussnahme. Valkova verweist darauf, dass nur fünf von 108 internationalen Sportverbänden Russland entgegen den IOC-Empfehlungen wieder zulassen – Schach gehört nun dazu.
Besonders eindringlich beschreibt sie, was diese Entscheidungen für ukrainische Spieler bedeuten. Begegnungen mit russischen oder belarussischen Gegnern seien von bewusster Distanz geprägt, etwa durch verweigerte Handschläge. Valkova erinnert an konkrete Fälle, in denen ukrainische Spielerinnen aus Gewissensgründen nicht antraten. Für sie ist das keine Symbolik, sondern Alltag. Sie nennt zudem Zahlen, die den menschlichen Preis des Krieges verdeutlichen: Hunderte getötete ukrainische Sportler, darunter mindestens 21 aus dem Schachumfeld.
Valkova widerspricht entschieden dem Argument, Sport müsse „unpolitisch“ bleiben. Gerade durch die Rückkehr russischer Teams werde Politik normalisiert und russische Propaganda gestärkt. Siege russischer Mannschaften würden medial als nationale Erfolge ausgeschlachtet, während ukrainische Kinder Schach in Luftschutzkellern lernten. Das stehe im direkten Widerspruch zum FIDE-Motto „Gens una sumus“.
Am Ende blickt Valkova nach vorn – ohne Optimismus zu heucheln. Sie hatte erwartet, dass europäische Verbände juristisch reagieren würden, und fühlt sich durch die Klage von fünf Föderationen vor dem Internationalen Sportgerichtshof bestätigt. Für sie ist klar: Der Konflikt ist nicht nur sportlich, sondern moralisch. Und er wird das internationale Schach noch lange beschäftigen.