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Anatol Vitouch im Standard

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Wiener Ladies Cup bringt Frauenschach ins Zentrum der Stadt
Quelle: Der Standard – „Wiener Ladies brachte Schach-Spitzenspielerinnen ins Rathaus“, Anatol Vitouch (für Abonnenten)

Der Beitrag von Anatol Vitouch ordnet den Vienna Ladies Cup in einen größeren Kontext ein: Trotz einzelner Fortschritte spielen im Turnierschach weiterhin deutlich weniger Frauen als Männer, ihr Anteil liegt je nach Verband nur bei etwa zehn bis 15 Prozent. Seit dem Rückzug von Judit Polgár und Hou Yifan findet sich zudem keine Frau mehr unter den Top 100 der offenen Elo-Liste. Einfache Erklärungen – etwa eine „gläserne Decke“ oder rein statistische Effekte – greifen laut Vitouch zu kurz.

Gleichzeitig hebt der Autor hervor, dass die Sichtbarkeit von Frauen im Schach zuletzt gewachsen ist. Initiativen wie das von der FIDE ausgerufene „Jahr der Frau im Schach“, der Einfluss von Streaming und Popkultur sowie lokale Projekte wie die Wiener Initiative „Frau Schach“ haben neue Aufmerksamkeit erzeugt.

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Vor diesem Hintergrund bewertet Vitouch den Vienna Ladies Cup als positives Signal. Beim Turnier traten sechs internationale Spitzenspielerinnen in Schnell- und Blitzschach gegeneinander an, teilweise im Wiener Rathaus. Siegerin wurde Dinara Wagner, die sich vor den favorisierten ukrainischen Schwestern Marija und Anna Musytschuk durchsetzte. Die für Österreich spielende Olga Badelka belegte den letzten Platz, was angesichts der starken Besetzung nicht negativ gewertet wird. Weitere Teilnehmerinnen waren Eline Roebers und Laura Unuk.

Auch organisatorisch sieht Vitouch Rückenwind: Der Österreichische Schachförderverein, ein neuer Hauptsponsor und prominente Besucher aus Politik und Verbandsspitze unterstreichen den Stellenwert des Events. Eine Neuauflage 2026 ist geplant. 

Blitzschach ist heute Sport – früher war es Beiläufigkeit

Warum Schnell- und Blitzschach vom Kneipen- und Kaffeehausspiel zur anerkannten Disziplin wurden

Der STANDARD-Autor Anatol Vitouch zeichnet nach, wie sich Blitzschach vom lange belächelten Zeitvertreib zur festen Säule des modernen Schachs entwickelt hat. Auslöser sind die jährlichen Schnell- und Blitz-Weltmeisterschaften zum Jahresende, zuletzt in Doha, bei denen Magnus Carlsen erneut dominierte – und die sich dank Streaming, Kameranähe und Zeitnot-Drama als rares Fernsehspektakel eignen. Historisch galt Blitzschach als Randerscheinung: selbst Legenden wie Bobby Fischer spielten es zwar exzessiv, doch erst spät erhielt es offiziellen Status (Blitz-WM ab 2006). Der Wendepunkt kam mit der Digitalisierung: Online-Plattformen speichern Millionen Partien, Engine-Analysen machen auch flüchtige Fehler messbar. Diese „Vermessung“ hat Blitzschach professionalisiert – heute ist es eine seriöse Disziplin, nicht mehr Laster oder Nebenbei-Spiel.

Quelle: DER STANDARD – „Blitzschach: Sport oder Laster?“, Anatol Vitouch (Abo)

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