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Amin Tabatabaei

Frankreich verweigert iranischem Weltklasse-Schachspieler die Aufenthaltsgenehmigung

Paris Match, 25. Juni 2026, François de Labarre (Abo)

Amin Tabatabaei, Weltranglisten-23. mit einer Elo-Zahl von 2724, soll Frankreich verlassen. Die Präfektur Finistère verweigerte ihm die Aufenthaltsgenehmigung und setzte ihm eine Frist von einem Monat zur Rückkehr in den Iran. Das berichtet Paris Match. In Frankreich wäre Tabatabaei die Nummer zwei – knapp vor Maxime Vachier-Lagrave. Er war im September nach Brest gezogen, nachdem er aufgrund des Konflikts im Iran nicht in seine Heimat zurückkehren konnte.

Vermittler des Vorgangs ist Reza Salami, ehemaliger stellvertretender Bürgermeister von Brest und selbst iranischer Herkunft. Er holte bereits 2019 Alireza Firouzja und 2020 Mitra Hejazipour nach Brest, die drei Jahre später französische Meisterin wurde. Zuletzt begrüßte Salami zwei weitere Spieler in Brest: Tabatabaei und Parham Maghsoodlo, ebenfalls ein Weltklassespieler. Sowohl der Unterpräfekt als auch der Präfekt von Finistère hätten ihm mündlich ihre Zustimmung signalisiert. Der Bürgermeister von Brest, Stéphane Roudaut, schickte am 5. Juni ein Unterstützungsschreiben an die Präfektur. Eloi Relange, Präsident des französischen Schachverbandes, äußerte ebenfalls seine Unterstützung.

Behörde zweifelt an Reputation und Finanzen

Die Präfektur begründete ihre Ablehnung vom 18. Juni damit, Tabatabaeis „Ruf" sei nicht belegt, und stellte die Frage seiner finanziellen Mittel. Salami widerspricht: Tabatabaei verdiene pro Turnier zwischen 5.000 und 10.000 Euro. Wegen der fehlenden Aufenthaltsgenehmigung konnte er zuletzt nicht zu einem Turnier in Hongkong reisen, zu dem er eingeladen war. Maghsoodlo, ehemaliger Juniorenweltmeister, reiste im April des Vorjahres mit seiner Frau an und wartet noch immer auf eine Antwort der Behörden.