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A Killer Guide to Attacking Chess

Angriff als Handwerk: Ein Trainingslager, eine Methode, ein Buch

Chessecosystem.com, Thorsten Cmiel

Angriff im Schach ist kein Geniestreich – er folgt aus den positionellen Faktoren einer Stellung. Das ist die zentrale These von Jacob Aagaard, auf der sein neues Buch A Killer Guide to Attacking Chess (ab Mitte Juni erhältlich) aufbaut und um die herum das zweite Camp seiner Akademie Killer Chess Training im spanischen Roquetas de Mar konzipiert war. Das schreibt Chessecosystem.com.

Der Ansatz ist dezidiert didaktisch. Aagaard und seine Mittrainer Renier Castellanos und Julen Arizmendi, beide Großmeister, zerlegten das Angriffsspiel in benennbare Einzelelemente: Momentum, das Einbeziehen aller Figuren, das Angreifen des schwächsten oder stärksten Feldes, die sogenannte Killzone sowie weitere positionelle Motive. Das Buch, das laut dem Verlagspartner NIC am 17. Juni 2026 erscheint und den Teilnehmern vorab ausgehändigt wurde, strukturiert diese Elemente von Grundkonzepten bis zu situationsbezogenen Ideen. Der Trainingsplan des Camps folgte dem Aufbau des Buches Kapitel für Kapitel.

Theorie trifft Zeitdruck

Ob die Methode trägt, prüfte sich in der Praxis sofort selbst: Das Lösen der Übungsstellungen erwies sich, trotz Kenntnis des jeweiligen Themenkapitels, regelmäßig als schwierig. Der Autor schildert eine Aufgabe aus einer Partie Gergely Antal gegen Emre Can, bei der er sich in einen spektakulären Turmzug verliebte – der objektiv falsch war. Die richtige Lösung, Tg7 statt Tg5, war einfacher, aber setzte eine andere Sehweise voraus. Das ist kein Versagen der Methode, sondern ihr Kernpunkt: Schematisches Denken in Angriffsmustern soll genau diese Lücken schließen.

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Neben dem individuellen Lösen unter Zeitdruck stand das gemeinsame Spielen in Gruppen auf dem Lehrplan. Jedes Team erhielt eine Gewinn- und eine Verluststellung und trat gegen wechselnde Gegner an. Gruppendenken hat Vorteile – unterschiedliche Ideen kommen ins Spiel – birgt aber die Gefahr, enthusiastisch vorgetragenen Fehlgedanken zu folgen. Das Verteidigen, so das Fazit des Autors, erwies sich dabei als deutlich schwieriger als das Angreifen, unabhängig vom Trainingsthema.

Methode und Buch als Einheit

Das eigentlich Interessante an Aagaards Ansatz ist die Verschränkung von Camp und Buch. Die Teilnehmer erlebten die Inhalte zunächst im Unterricht, lösten Aufgaben unter Druck und erhalten das Material danach als PGN-Dateien zur Nachbereitung – das Buch dient als dauerhafter Referenzpunkt für das Gelernte. Wer ohne Camp kauft, bekommt eine systematische Einführung in das Angriffsspiel, gegliedert nach identifizierbaren Motiven. Wer das Camp besucht, bekommt das Buch als Rahmen und den Zeitdruck als Prüfstein.

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