1945; Radiomatch UdSSR vs. USA
Zitat von Conrad Schormann am 21. Februar 2026, 10:28 Uhr2163 Funksprüche über 5000 Meilen
Quelle: La Colección de papá – „MATCH RADIAL USA-URSS“, 24. Juni 2024
Im Grand Ballroom des Henry Hudson Hotel drängen sich Tag für Tag mehr als tausend Menschen vor riesigen Demonstrationsbrettern. Zur selben Zeit verfolgen in Moskau Hunderte die gleichen Stellungen – viele Kilometer entfernt, aber Zug für Zug verbunden. Das berichtet La Colección de papá. Zwischen beiden Städten laufen in vier Tagen 2.163 Funksprüche hin und her. Zeitungen greifen das Match auf, Radios melden es, in sowjetischen Kinos laufen Filme darüber. In den USA kommen Treffen in Städten wie Washington, Chicago, Cleveland, Minneapolis und Los Angeles zusammen, dazu Versammlungen in 18 Orten mit Krankenhäusern von Armee und Marine.
Eine Einladung aus dem Krieg
Im Oktober 1943 schickt George Sturgis, Präsident der United States Chess Federation, eine Einladung nach Moskau. Er wirbt für einen Radiowettkampf, den private Beiträge finanzieren sollen. Eintrittsgelder sollen an Russian War Relief fließen. Auf US-Seite melden sich Spieler wie Frank Marshall, Samuel Reshevsky, Herman Steiner, Albert Pinkus, Isaac Kashdan und Arnold Denker. Maurice Wertheim, Präsident des Manhattan Chess Club, greift zu und führt ein Komitee, das Geld und Ablauf ordnet.
Am 10. Juni telegrafieren Ivan Papanin und Mikhail Botvinnik aus Moskau die Zustimmung für September 1945. Ingenieure richten eine direkte Verbindung ein.
Funk, Code, Stoppuhr
Am 1. September 1945 beginnt das Match. Zehn Meister der USA spielen gegen zehn Meister der UdSSR, angesetzt über vier Tage und zwei Runden. Die Uhr läuft streng: 40 Züge in zweieinhalb Stunden, danach 16 Züge pro Stunde. Jeder Zug wandert im Udeman Code über den Äther, im Schnitt braucht die Übermittlung fünf Minuten. Die Technik steuert die Mackay Radio & Telegraph Company; auf sowjetischer Seite arbeitet Radio Moscú mit.
Bürgermeister, Botschafter, „valets“
Im Saal in New York hängt ein Banner mit dem Satz „Feste Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen den USA und der UdSSR“. Fiorello La Guardia, Bürgermeister von New York, führt den ersten Zug der USA aus. In Moskau übernimmt W. Averill Harriman die Kontrollrolle an der Funkstelle. Vor dem Publikum setzen Fred Reinfeld und Edward Lasker die Züge als „valets“ auf den Brettern um. Ken Harkness leitet das Match als Direktor und Schiedsrichter. Als offizieller Richter fungiert J.N. Derbyshire.
15,5:4,5 – und eine Plakette zum Schluss
Nach vier Tagen steht das Ergebnis: Die UdSSR gewinnt 15,5:4,5. In New York bleibt es nicht bei den Partien. Das Publikum erlebt Vorträge, Demonstrationen und weitere Programmpunkte. Am Ende tritt Maurice Wertheim vor und überreicht eine Gedenkplakette an den sowjetischen Konsularvertreter Pavel Mikhailov. Bei der Abschlussfeier singt Grace Moore von der Metropolitan Opera Company die US-Hymne. Auf dem Programm stehen auch der Schauspieler Sam Jaffee und der Pulitzer-Preisträger Leland Stowe.
Mikhail Botvinnik über Nachwuchs und Theorie
Später schreibt Mikhail Botvinnik in „Izvestia“ über das Match. Er beschreibt es als Bilanz von 25 Jahren sowjetischer Arbeit im Schach und nennt rund 700.000 Teilnehmer im „Trade Union“-Wettbewerb 1937/38. Er blickt auf einzelne Bretter: Vasily Smyslov gewinnt beide Partien gegen Samuel Reshevsky, Isaac Boleslavsky spielt gegen Reuben Fine. Alexander Kotov schlägt Isaac Kashdan zweimal, auch Ragosin und Bronstein holen Punkte. Botvinnik verweist auf Partien, die er für die Eröffnungstheorie wichtig hält, unter anderem in der Spanischen Partie und in der Caro-Kann.
2163 Funksprüche über 5000 Meilen
Quelle: La Colección de papá – „MATCH RADIAL USA-URSS“, 24. Juni 2024
Im Grand Ballroom des Henry Hudson Hotel drängen sich Tag für Tag mehr als tausend Menschen vor riesigen Demonstrationsbrettern. Zur selben Zeit verfolgen in Moskau Hunderte die gleichen Stellungen – viele Kilometer entfernt, aber Zug für Zug verbunden. Das berichtet La Colección de papá. Zwischen beiden Städten laufen in vier Tagen 2.163 Funksprüche hin und her. Zeitungen greifen das Match auf, Radios melden es, in sowjetischen Kinos laufen Filme darüber. In den USA kommen Treffen in Städten wie Washington, Chicago, Cleveland, Minneapolis und Los Angeles zusammen, dazu Versammlungen in 18 Orten mit Krankenhäusern von Armee und Marine.

Eine Einladung aus dem Krieg
Im Oktober 1943 schickt George Sturgis, Präsident der United States Chess Federation, eine Einladung nach Moskau. Er wirbt für einen Radiowettkampf, den private Beiträge finanzieren sollen. Eintrittsgelder sollen an Russian War Relief fließen. Auf US-Seite melden sich Spieler wie Frank Marshall, Samuel Reshevsky, Herman Steiner, Albert Pinkus, Isaac Kashdan und Arnold Denker. Maurice Wertheim, Präsident des Manhattan Chess Club, greift zu und führt ein Komitee, das Geld und Ablauf ordnet.
Am 10. Juni telegrafieren Ivan Papanin und Mikhail Botvinnik aus Moskau die Zustimmung für September 1945. Ingenieure richten eine direkte Verbindung ein.
Funk, Code, Stoppuhr
Am 1. September 1945 beginnt das Match. Zehn Meister der USA spielen gegen zehn Meister der UdSSR, angesetzt über vier Tage und zwei Runden. Die Uhr läuft streng: 40 Züge in zweieinhalb Stunden, danach 16 Züge pro Stunde. Jeder Zug wandert im Udeman Code über den Äther, im Schnitt braucht die Übermittlung fünf Minuten. Die Technik steuert die Mackay Radio & Telegraph Company; auf sowjetischer Seite arbeitet Radio Moscú mit.
Bürgermeister, Botschafter, „valets“
Im Saal in New York hängt ein Banner mit dem Satz „Feste Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen den USA und der UdSSR“. Fiorello La Guardia, Bürgermeister von New York, führt den ersten Zug der USA aus. In Moskau übernimmt W. Averill Harriman die Kontrollrolle an der Funkstelle. Vor dem Publikum setzen Fred Reinfeld und Edward Lasker die Züge als „valets“ auf den Brettern um. Ken Harkness leitet das Match als Direktor und Schiedsrichter. Als offizieller Richter fungiert J.N. Derbyshire.

15,5:4,5 – und eine Plakette zum Schluss
Nach vier Tagen steht das Ergebnis: Die UdSSR gewinnt 15,5:4,5. In New York bleibt es nicht bei den Partien. Das Publikum erlebt Vorträge, Demonstrationen und weitere Programmpunkte. Am Ende tritt Maurice Wertheim vor und überreicht eine Gedenkplakette an den sowjetischen Konsularvertreter Pavel Mikhailov. Bei der Abschlussfeier singt Grace Moore von der Metropolitan Opera Company die US-Hymne. Auf dem Programm stehen auch der Schauspieler Sam Jaffee und der Pulitzer-Preisträger Leland Stowe.
Mikhail Botvinnik über Nachwuchs und Theorie
Später schreibt Mikhail Botvinnik in „Izvestia“ über das Match. Er beschreibt es als Bilanz von 25 Jahren sowjetischer Arbeit im Schach und nennt rund 700.000 Teilnehmer im „Trade Union“-Wettbewerb 1937/38. Er blickt auf einzelne Bretter: Vasily Smyslov gewinnt beide Partien gegen Samuel Reshevsky, Isaac Boleslavsky spielt gegen Reuben Fine. Alexander Kotov schlägt Isaac Kashdan zweimal, auch Ragosin und Bronstein holen Punkte. Botvinnik verweist auf Partien, die er für die Eröffnungstheorie wichtig hält, unter anderem in der Spanischen Partie und in der Caro-Kann.
Zitat von Conrad Schormann am 30. März 2026, 11:07 UhrSchach-Radiomatch 1945: UdSSR demontiert USA
Quelle: ChessPro.ru – „Страсть и военная тайна гроссмейстера Ройбена Файна, часть 5", veröffentlicht 2012
Vom 1. bis 5. September 1945 fand der erste internationale Wettkampf nach dem Zweiten Weltkrieg statt: ein Schach-Radiomatch zwischen der Sowjetunion und den USA. Das berichtet ChessPro.ru. Die Partie wurde per Morsezeichen über Kurzwelle übertragen – von New York nach Moskau –, und der Wettkampf löste auf beiden Seiten des Atlantiks eine bis dahin beispiellose öffentliche Aufmerksamkeit aus. In den USA berichteten Zeitungen wie die New York Times auf den Titelseiten, Radiosender übertrugen die Ergebnisse bis nach Lateinamerika und Kuba sowie in 18 amerikanische Militärkrankenhäuser.
In der Sowjetunion war das Medienecho noch umfassender: Von zentralen Tageszeitungen bis hin zu Aushängen auf Kolchosefeldern wurde über den Verlauf berichtet. Die sowjetische Mannschaft spielte in einem abgeschlossenen Saal des Zentralen Hauses der Kunstschaffenden in Moskau – abgeschirmt von der Öffentlichkeit, auf Betreiben von Wettkampforganisator Jakow Rochlin. Amerikanische Zuschauer hingegen konnten ihre Spieler im New Yorker Hotel „Henry Hudson" direkt beobachten; alle 700 Plätze waren ausverkauft.
Schock für Amerika: 8:2 nach dem ersten Tag
Das Ergebnis des ersten Spieltags war ein Schock für die amerikanische Seite: Die sowjetische Mannschaft gewann mit 8:2. Einzig Herman Steiner konnte für die USA punkten – er besiegte Igor Bondareswkij. Die amerikanischen Spitzenspieler Reuben Fine und Samuel Reshevsky, die als Favoriten galten, unterlagen. Fine hatte in seiner Partie gegen Isaak Boleslawski zwar eine gewinnbare Stellung, ließ den Vorteil jedoch entgleiten. Der Endstand des Matches lautete 15,5:4,5 für die UdSSR.
In seiner Erklärung nach dem Match räumte Fine ein: „Die Russen spielen Schach erheblich besser als wir. Sie haben sich vollständig vom Dogmatismus befreit und beherrschen die Eröffnungen besonders gut." Amerikanische Kommentatoren führten die Niederlage unter anderem darauf zurück, dass Schach in den USA nicht dieselbe staatliche Förderung genieße wie in der Sowjetunion. Unmittelbar nach dem Match begannen führende amerikanische Spieler, Eröffnungstheorie zu studieren – und bereiteten sich auf eine Revanche vor, die 1946 in Moskau stattfinden sollte.
Automatisch KI-generierter Beitrag
Schach-Radiomatch 1945: UdSSR demontiert USA
Quelle: ChessPro.ru – „Страсть и военная тайна гроссмейстера Ройбена Файна, часть 5", veröffentlicht 2012
Vom 1. bis 5. September 1945 fand der erste internationale Wettkampf nach dem Zweiten Weltkrieg statt: ein Schach-Radiomatch zwischen der Sowjetunion und den USA. Das berichtet ChessPro.ru. Die Partie wurde per Morsezeichen über Kurzwelle übertragen – von New York nach Moskau –, und der Wettkampf löste auf beiden Seiten des Atlantiks eine bis dahin beispiellose öffentliche Aufmerksamkeit aus. In den USA berichteten Zeitungen wie die New York Times auf den Titelseiten, Radiosender übertrugen die Ergebnisse bis nach Lateinamerika und Kuba sowie in 18 amerikanische Militärkrankenhäuser.
In der Sowjetunion war das Medienecho noch umfassender: Von zentralen Tageszeitungen bis hin zu Aushängen auf Kolchosefeldern wurde über den Verlauf berichtet. Die sowjetische Mannschaft spielte in einem abgeschlossenen Saal des Zentralen Hauses der Kunstschaffenden in Moskau – abgeschirmt von der Öffentlichkeit, auf Betreiben von Wettkampforganisator Jakow Rochlin. Amerikanische Zuschauer hingegen konnten ihre Spieler im New Yorker Hotel „Henry Hudson" direkt beobachten; alle 700 Plätze waren ausverkauft.
Schock für Amerika: 8:2 nach dem ersten Tag
Das Ergebnis des ersten Spieltags war ein Schock für die amerikanische Seite: Die sowjetische Mannschaft gewann mit 8:2. Einzig Herman Steiner konnte für die USA punkten – er besiegte Igor Bondareswkij. Die amerikanischen Spitzenspieler Reuben Fine und Samuel Reshevsky, die als Favoriten galten, unterlagen. Fine hatte in seiner Partie gegen Isaak Boleslawski zwar eine gewinnbare Stellung, ließ den Vorteil jedoch entgleiten. Der Endstand des Matches lautete 15,5:4,5 für die UdSSR.
In seiner Erklärung nach dem Match räumte Fine ein: „Die Russen spielen Schach erheblich besser als wir. Sie haben sich vollständig vom Dogmatismus befreit und beherrschen die Eröffnungen besonders gut." Amerikanische Kommentatoren führten die Niederlage unter anderem darauf zurück, dass Schach in den USA nicht dieselbe staatliche Förderung genieße wie in der Sowjetunion. Unmittelbar nach dem Match begannen führende amerikanische Spieler, Eröffnungstheorie zu studieren – und bereiteten sich auf eine Revanche vor, die 1946 in Moskau stattfinden sollte.
Automatisch KI-generierter Beitrag