1935: Aljechin-Euwe
Zitat von Conrad Schormann am 31. Oktober 2025, 8:56 UhrDas Wunder von Amsterdam: Wie Max Euwe 1935 Weltmeister wurde
Quelle: Chess.com Blog – „Alekhine vs. Euwe | World Chess Championship 1935“, FM ddtru (Andrey Terekhov)Im Herbst 1935 stand die Schachwelt Kopf. Niemand glaubte ernsthaft, dass Max Euwe, ein Mathematiklehrer aus Amsterdam, dem überragenden Weltmeister Alexander Aljechin den Titel entreißen könnte. Doch am Ende eines zweimonatigen Marathons, gespielt in fünfzehn niederländischen Städten, wurde aus dem Außenseiter der fünfte Schachweltmeister der Geschichte – in einem Duell, das ebenso von geistiger Schärfe wie von menschlicher Schwäche erzählte.
Ein Herausforderer wider Willen
In den 1930er-Jahren bestimmte allein der Weltmeister, gegen wen er spielte. Aljechin, der seit 1927 den Titel hielt, mied Capablanca, ignorierte Flohr und Bogoljubow, und wählte schließlich den scheinbar harmlosen Euwe – solide, höflich, korrekt, aber ohne jede Aura eines Kämpfers. Ein „angenehmer junger Mann“, wie José Raúl Capablanca sagte, „mit klarem, geradlinigem Stil, aber ohne das Genie seines Gegners“.
Euwe, der sich seit Jahren zwischen Mathematikvorlesungen und Turnieren aufrieb, galt als Modell des „Amateurs“: diszipliniert, sachlich, ohne Exzesse. Seine Resultate waren konstant, nie spektakulär. Doch die Vorbereitung auf das Match betrieb er mit einer bis dahin unbekannten Systematik – nicht nur am Brett, sondern auch körperlich: tägliches Training, Sport, Diät. Er wusste: Nur mit Ausdauer konnte er gegen Aljechin bestehen.
Der Weltmeister als fahrender Zirkus
Das Match begann am 3. Oktober 1935 in Amsterdam, führte durch zwölf weitere Städte – von Rotterdam über Den Haag bis Zandvoort – und dauerte mehr als zwei Monate. Der Grund war banal: Die Organisatoren mussten Geld auftreiben. Jede Stadt, die eine Partie austragen durfte, steuerte einen Teil zur Börse bei. Aljechin hatte eine stattliche Gage verlangt, Euwe spielte nur um die Ehre.
Der Weltmeister begann standesgemäß. Er gewann die Auftaktpartie in scharfem Stil, führte bald 5:2 und schien unantastbar. Euwes Wahl der Französischen Verteidigung gegen 1.e4 erwies sich als Fehler – viermal kam sie aufs Brett, 3½ Punkte holte Aljechin. Doch dann begann die Wende.
Die Rückkehr des Amateurs
Euwe analysierte gründlich, änderte seine Eröffnungen, stellte um auf den Offenen Spanier und spielte gegen 1.d4 das Slawische System. Er begann, mit Weiß in Serie zu gewinnen. Zwischen der 8. und 14. Partie glich er aus – 7:7. Plötzlich war das Match offen, und die Niederländer jubelten ihrem unscheinbaren Doktor der Mathematik zu, der dem genialen Russen Paroli bot.
Aljechin reagierte nervös, wechselte permanent die Eröffnungen, suchte Komplikationen und verlor den Überblick. Das Reisetempo, der Mangel an Ruhetagen und die aufreibende Atmosphäre setzten beiden zu. Fehler häuften sich, spektakuläre ebenso wie groteske. Capablanca kommentierte später bissig: „Das war kein Kampf um Perfektion, sondern ein Kampf um Kondition.“
Von Zandvoort bis zur Krönung
Die 20. Partie markierte die endgültige Wende. Euwe überstand Aljechins Angriff, konterte präzise – ein Musterbeispiel seines nüchternen Stils. Seine 26. Partie, „Die Perle von Zandvoort“, gilt bis heute als sein Meisterstück: positionelles Verständnis, taktische Genauigkeit, psychologische Kontrolle. Nach 26 Partien führte Euwe mit 14:12.
Aljechin bäumte sich noch einmal auf, gewann die 27. Partie, kämpfte bis zuletzt – doch Euwe ließ nichts mehr anbrennen. Vor der 30. Partie bot er ein Remis an, Aljechin lehnte erst ab, erkannte aber bald die Aussichtslosigkeit seiner Stellung. Nach dem 42. Zug erhob er sich, reichte Euwe die Hand – die Niederlande hatten ihren ersten und einzigen Schachweltmeister.
https://youtu.be/_z2gtjlnM60
Schatten und Vermächtnis
Kaum war der Jubel verklungen, begannen Gerüchte zu kreisen. Aljechin, so hieß es, habe getrunken. Zeitgenossen berichteten von „Indispositionen“, von einem verschobenen Spieltag wegen „Unpässlichkeit“. Doch Euwe selbst sagte später: „Er trank nicht mehr als sonst. Viele hielten ihn wegen seines unsicheren Gangs für betrunken – in Wahrheit sah er schlecht und weigerte sich, eine Brille zu tragen.“
1937 kam das Revanchematch, diesmal gewann Aljechin klar. Für viele war das der Beweis, dass Euwes Triumph Zufall gewesen sei. Doch spätere Weltmeister widersprachen: Smyslow, Kasparow und Kramnik betonten, dass nur ein Spieler „von höchster Klasse“ Aljechin besiegen konnte – und Euwe 1935 schlicht der bessere Mann war.
Der stille Reformer
Nach dem Krieg wurde Euwe zum Wegbereiter des modernen Schachs: als Autor von Lehrbüchern, die Generationen prägten, und als FIDE-Präsident (1970–1978), der in der turbulenten Ära zwischen Spassky–Fischer und dem nie zustande gekommenen Karpow–Fischer-Match versuchte, die Weltorganisation auf Kurs zu halten.
Max Euwe starb 1981. Er hatte gegen Lasker, Capablanca, Aljechin, Botwinnik und Fischer gespielt – und blieb doch der bescheidene Lehrer, der das Unmögliche schaffte: den Weltmeister zu stürzen, weil er verstand, dass ein Schachmatch nicht nur eine Frage des Genies, sondern auch der Disziplin ist.
Das Wunder von Amsterdam: Wie Max Euwe 1935 Weltmeister wurde
Quelle: Chess.com Blog – „Alekhine vs. Euwe | World Chess Championship 1935“, FM ddtru (Andrey Terekhov)
Im Herbst 1935 stand die Schachwelt Kopf. Niemand glaubte ernsthaft, dass Max Euwe, ein Mathematiklehrer aus Amsterdam, dem überragenden Weltmeister Alexander Aljechin den Titel entreißen könnte. Doch am Ende eines zweimonatigen Marathons, gespielt in fünfzehn niederländischen Städten, wurde aus dem Außenseiter der fünfte Schachweltmeister der Geschichte – in einem Duell, das ebenso von geistiger Schärfe wie von menschlicher Schwäche erzählte.
Ein Herausforderer wider Willen
In den 1930er-Jahren bestimmte allein der Weltmeister, gegen wen er spielte. Aljechin, der seit 1927 den Titel hielt, mied Capablanca, ignorierte Flohr und Bogoljubow, und wählte schließlich den scheinbar harmlosen Euwe – solide, höflich, korrekt, aber ohne jede Aura eines Kämpfers. Ein „angenehmer junger Mann“, wie José Raúl Capablanca sagte, „mit klarem, geradlinigem Stil, aber ohne das Genie seines Gegners“.
Euwe, der sich seit Jahren zwischen Mathematikvorlesungen und Turnieren aufrieb, galt als Modell des „Amateurs“: diszipliniert, sachlich, ohne Exzesse. Seine Resultate waren konstant, nie spektakulär. Doch die Vorbereitung auf das Match betrieb er mit einer bis dahin unbekannten Systematik – nicht nur am Brett, sondern auch körperlich: tägliches Training, Sport, Diät. Er wusste: Nur mit Ausdauer konnte er gegen Aljechin bestehen.
Der Weltmeister als fahrender Zirkus
Das Match begann am 3. Oktober 1935 in Amsterdam, führte durch zwölf weitere Städte – von Rotterdam über Den Haag bis Zandvoort – und dauerte mehr als zwei Monate. Der Grund war banal: Die Organisatoren mussten Geld auftreiben. Jede Stadt, die eine Partie austragen durfte, steuerte einen Teil zur Börse bei. Aljechin hatte eine stattliche Gage verlangt, Euwe spielte nur um die Ehre.
Der Weltmeister begann standesgemäß. Er gewann die Auftaktpartie in scharfem Stil, führte bald 5:2 und schien unantastbar. Euwes Wahl der Französischen Verteidigung gegen 1.e4 erwies sich als Fehler – viermal kam sie aufs Brett, 3½ Punkte holte Aljechin. Doch dann begann die Wende.
Die Rückkehr des Amateurs
Euwe analysierte gründlich, änderte seine Eröffnungen, stellte um auf den Offenen Spanier und spielte gegen 1.d4 das Slawische System. Er begann, mit Weiß in Serie zu gewinnen. Zwischen der 8. und 14. Partie glich er aus – 7:7. Plötzlich war das Match offen, und die Niederländer jubelten ihrem unscheinbaren Doktor der Mathematik zu, der dem genialen Russen Paroli bot.
Aljechin reagierte nervös, wechselte permanent die Eröffnungen, suchte Komplikationen und verlor den Überblick. Das Reisetempo, der Mangel an Ruhetagen und die aufreibende Atmosphäre setzten beiden zu. Fehler häuften sich, spektakuläre ebenso wie groteske. Capablanca kommentierte später bissig: „Das war kein Kampf um Perfektion, sondern ein Kampf um Kondition.“
Von Zandvoort bis zur Krönung
Die 20. Partie markierte die endgültige Wende. Euwe überstand Aljechins Angriff, konterte präzise – ein Musterbeispiel seines nüchternen Stils. Seine 26. Partie, „Die Perle von Zandvoort“, gilt bis heute als sein Meisterstück: positionelles Verständnis, taktische Genauigkeit, psychologische Kontrolle. Nach 26 Partien führte Euwe mit 14:12.
Aljechin bäumte sich noch einmal auf, gewann die 27. Partie, kämpfte bis zuletzt – doch Euwe ließ nichts mehr anbrennen. Vor der 30. Partie bot er ein Remis an, Aljechin lehnte erst ab, erkannte aber bald die Aussichtslosigkeit seiner Stellung. Nach dem 42. Zug erhob er sich, reichte Euwe die Hand – die Niederlande hatten ihren ersten und einzigen Schachweltmeister.
Schatten und Vermächtnis
Kaum war der Jubel verklungen, begannen Gerüchte zu kreisen. Aljechin, so hieß es, habe getrunken. Zeitgenossen berichteten von „Indispositionen“, von einem verschobenen Spieltag wegen „Unpässlichkeit“. Doch Euwe selbst sagte später: „Er trank nicht mehr als sonst. Viele hielten ihn wegen seines unsicheren Gangs für betrunken – in Wahrheit sah er schlecht und weigerte sich, eine Brille zu tragen.“
1937 kam das Revanchematch, diesmal gewann Aljechin klar. Für viele war das der Beweis, dass Euwes Triumph Zufall gewesen sei. Doch spätere Weltmeister widersprachen: Smyslow, Kasparow und Kramnik betonten, dass nur ein Spieler „von höchster Klasse“ Aljechin besiegen konnte – und Euwe 1935 schlicht der bessere Mann war.
Der stille Reformer
Nach dem Krieg wurde Euwe zum Wegbereiter des modernen Schachs: als Autor von Lehrbüchern, die Generationen prägten, und als FIDE-Präsident (1970–1978), der in der turbulenten Ära zwischen Spassky–Fischer und dem nie zustande gekommenen Karpow–Fischer-Match versuchte, die Weltorganisation auf Kurs zu halten.
Max Euwe starb 1981. Er hatte gegen Lasker, Capablanca, Aljechin, Botwinnik und Fischer gespielt – und blieb doch der bescheidene Lehrer, der das Unmögliche schaffte: den Weltmeister zu stürzen, weil er verstand, dass ein Schachmatch nicht nur eine Frage des Genies, sondern auch der Disziplin ist.
Zitat von Conrad Schormann am 22. November 2025, 11:10 Uhrhttps://twitter.com/JustChessSports/status/1992129652933156880
Aus der "Chess Life", 1/1936:
The World Championship Match
By James R. Newman
By far the closest and most exciting match for the World's Championship has just been concluded. We have a new champion in Dr. Max Euwe of Holland. Whatever may be said here below with regard to the character of the individual match games and the general aspect of the match should not be construed as intended to detract from the merit of the new champion. Indeed judging from the score sheet of the last two games – the games on which the title was decided – and the almost universal prophecy made beforehand, the odds would be 5 to 1 on the wrong man. Those who supposed Dr. Alekhine would sweep everything before him, seemed not to consider the signs which, for a while at least, prognosticated no “one sided” contest. After the tremendous struggle at Zurich, Euwe was in need of rest and fresh air. Losing day after day of closely fought positional games, leading to drawn endings, in which he had repeatedly demonstrated superiority, was sufficient to unsettle his nerves, and to upset further calculations by Dr. Alekhine; and efforts to reach such a condition between the sixth and seventh games were unsuccessful.
Albeit Dr. Alekhine had played an earlier match of twenty��five games, his winnings in the next 35 were negligible. Not being long over the fever which affected his play, and undoubtedly his match at Zurich, it was probably only consistent with the result that Dr. Euwe should win. The scores show he was the steadier player. One cannot minimize Dr. Alekhine’s wonderful recovery in the middle of the match; but the fact must be recorded that his courage and inspiring fight from behind failed at the critical moment. Such a finish is not likely to be repeated in the history of the championship; nor does it diminish the greatness of Alekhine’s past record. His best chess has paralysed most attack by his opponents, and placed them in positions resembling more the mice of the cat-and-mouse. As his innings have dwindled, his imagination has become more apparent, and his best games show deeper insight than that of any player who has, by weight of moral and physical power, played large stakes. Certainly in these games, the sudden crash of thunder came as a surprise to all.
Dr. Euwe played with confidence. It was not only his trained skill that established him victor; there was something else in Dr. Euwe’s play, a deep confidence in his training, and an unnatural calm in moments of stress. This showed throughout the match. When the tide turned against him, he retained a clear knowledge of his opponent’s strength. And that knowledge paid with dividends. Dr. Alekhine spoiled two winning positions in the match, which cost him his title. Dr. Euwe always availed himself of the opportunities.
Let us consider a few of the games in order. The 10th game, from which much was expected, was most amusing ingenuity by Dr. Alekhine. Dr. Euwe’s K-side attack, holding all the positional threats for some twenty moves, was well conceived. But the coup of the game was on Alekhine’s 29th move. In the Italian type opening played in the Alekhine–Euwe match in 1934, and again appearing in the 12th game of this match, Euwe improved on the Forcing variation. Though the structure of the opening is not so clear as those used by modern masters, it provided opportunity for ingenuity in his game. Dr. Alekhine’s irregularity was in truth brilliant, and though the game as a whole did not reveal his old spirit, all the devices of a fine positional game were shown.
In this 10th game, Dr. Alekhine made an astounding blunder, which permitted some shot on the K-file, but for a deceptive gain of one rook it was not enough to secure the point. The move should have been P-K4 instead of the rookie. And indeed young Dr. Alekhine made a somersault; whereupon Dr. Euwe placed his R on the K-file. The game ended in an unexpected manner. Alekhine missed a number of necessary tactical resources. For such play he paid forfeit.
"APPOINTMENT IN SAMARRA"
In discussing the Alekhine–Capablanca match of 1927, we said that “...the incumbent is no longer the chess master; he is relegated to the ranks of the challenger…” and commented further how, when one becomes champion, he becomes the “marked man.”
This match has been the cause of endless chatter and gossip. Press, public and personal chances have all been there, and Alexander Alekhine, the greatest tactician of modern times, demonstrated once more that he is the man to be watched in the coming years.
American chess must feel proud and fortunate in having had the opportunity of seeing these contests under the most favourable circumstances. Anything that brings together again a championship match is a real treat for the chess world. – F. E. W.
A chess article about the 1935 World Chess Championship between Max Euwe and Alexander Alekhine.https://t.co/JsT9P2lplj #chess #ajedrez #scacchi #schach #echecs #Xadrez pic.twitter.com/IRTIlRnheM
— JustChessAndSports (@JustChessSports) November 22, 2025
Aus der "Chess Life", 1/1936:
The World Championship Match
By James R. Newman
By far the closest and most exciting match for the World's Championship has just been concluded. We have a new champion in Dr. Max Euwe of Holland. Whatever may be said here below with regard to the character of the individual match games and the general aspect of the match should not be construed as intended to detract from the merit of the new champion. Indeed judging from the score sheet of the last two games – the games on which the title was decided – and the almost universal prophecy made beforehand, the odds would be 5 to 1 on the wrong man. Those who supposed Dr. Alekhine would sweep everything before him, seemed not to consider the signs which, for a while at least, prognosticated no “one sided” contest. After the tremendous struggle at Zurich, Euwe was in need of rest and fresh air. Losing day after day of closely fought positional games, leading to drawn endings, in which he had repeatedly demonstrated superiority, was sufficient to unsettle his nerves, and to upset further calculations by Dr. Alekhine; and efforts to reach such a condition between the sixth and seventh games were unsuccessful.
Albeit Dr. Alekhine had played an earlier match of twenty��five games, his winnings in the next 35 were negligible. Not being long over the fever which affected his play, and undoubtedly his match at Zurich, it was probably only consistent with the result that Dr. Euwe should win. The scores show he was the steadier player. One cannot minimize Dr. Alekhine’s wonderful recovery in the middle of the match; but the fact must be recorded that his courage and inspiring fight from behind failed at the critical moment. Such a finish is not likely to be repeated in the history of the championship; nor does it diminish the greatness of Alekhine’s past record. His best chess has paralysed most attack by his opponents, and placed them in positions resembling more the mice of the cat-and-mouse. As his innings have dwindled, his imagination has become more apparent, and his best games show deeper insight than that of any player who has, by weight of moral and physical power, played large stakes. Certainly in these games, the sudden crash of thunder came as a surprise to all.
Dr. Euwe played with confidence. It was not only his trained skill that established him victor; there was something else in Dr. Euwe’s play, a deep confidence in his training, and an unnatural calm in moments of stress. This showed throughout the match. When the tide turned against him, he retained a clear knowledge of his opponent’s strength. And that knowledge paid with dividends. Dr. Alekhine spoiled two winning positions in the match, which cost him his title. Dr. Euwe always availed himself of the opportunities.
Let us consider a few of the games in order. The 10th game, from which much was expected, was most amusing ingenuity by Dr. Alekhine. Dr. Euwe’s K-side attack, holding all the positional threats for some twenty moves, was well conceived. But the coup of the game was on Alekhine’s 29th move. In the Italian type opening played in the Alekhine–Euwe match in 1934, and again appearing in the 12th game of this match, Euwe improved on the Forcing variation. Though the structure of the opening is not so clear as those used by modern masters, it provided opportunity for ingenuity in his game. Dr. Alekhine’s irregularity was in truth brilliant, and though the game as a whole did not reveal his old spirit, all the devices of a fine positional game were shown.
In this 10th game, Dr. Alekhine made an astounding blunder, which permitted some shot on the K-file, but for a deceptive gain of one rook it was not enough to secure the point. The move should have been P-K4 instead of the rookie. And indeed young Dr. Alekhine made a somersault; whereupon Dr. Euwe placed his R on the K-file. The game ended in an unexpected manner. Alekhine missed a number of necessary tactical resources. For such play he paid forfeit.
"APPOINTMENT IN SAMARRA"
In discussing the Alekhine–Capablanca match of 1927, we said that “...the incumbent is no longer the chess master; he is relegated to the ranks of the challenger…” and commented further how, when one becomes champion, he becomes the “marked man.”
This match has been the cause of endless chatter and gossip. Press, public and personal chances have all been there, and Alexander Alekhine, the greatest tactician of modern times, demonstrated once more that he is the man to be watched in the coming years.
American chess must feel proud and fortunate in having had the opportunity of seeing these contests under the most favourable circumstances. Anything that brings together again a championship match is a real treat for the chess world. – F. E. W.
Zitat von Conrad Schormann am 5. Dezember 2025, 11:50 UhrDie „Perle von Zandvoort“, die Max Euwe zum Weltmeister machte
Quelle: ChessBase – „Vor 90 Jahren: Max Euwe gewinnt die ‘Perle von Zandvoort’ und wird Weltmeister“, Johannes Fischer
1935 kämpft Max Euwe in Holland um die Krone gegen Alexander Aljechin, den klaren Favoriten. Anfangs liegt Aljechin wie erwartet vorn, doch Euwe holt auf. Der Wettkampf kippt: Euwe bleibt konzentriert und fit, Aljechin verliert an Form und greift zum Alkohol.
https://youtu.be/UctvOZYykow
Am 3. Dezember 1935 folgt der Wendepunkt. In Zandvoort spielt Euwe eine scharfe, entschlossene Angriffspartie. Savielly Tartakower nennt sie „Die Perle von Zandvoort“. Der Sieg verschafft Euwe einen Vorsprung, den Aljechin nicht mehr ausgleicht. Am Ende gewinnt Euwe mit 15,5:14,5 und wird der fünfte Weltmeister – und der einzige Amateur, dem das je gelungen ist.
https://youtu.be/oii4PlhB_VM
Die „Perle von Zandvoort“, die Max Euwe zum Weltmeister machte
Quelle: ChessBase – „Vor 90 Jahren: Max Euwe gewinnt die ‘Perle von Zandvoort’ und wird Weltmeister“, Johannes Fischer
1935 kämpft Max Euwe in Holland um die Krone gegen Alexander Aljechin, den klaren Favoriten. Anfangs liegt Aljechin wie erwartet vorn, doch Euwe holt auf. Der Wettkampf kippt: Euwe bleibt konzentriert und fit, Aljechin verliert an Form und greift zum Alkohol.
Am 3. Dezember 1935 folgt der Wendepunkt. In Zandvoort spielt Euwe eine scharfe, entschlossene Angriffspartie. Savielly Tartakower nennt sie „Die Perle von Zandvoort“. Der Sieg verschafft Euwe einen Vorsprung, den Aljechin nicht mehr ausgleicht. Am Ende gewinnt Euwe mit 15,5:14,5 und wird der fünfte Weltmeister – und der einzige Amateur, dem das je gelungen ist.