AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt: eine Quittung, kein Votum für den Faschismus. Und der „Beginn eines gewaltigen Erdbebens“.
Das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt sieht Garry Kasparov als Folge einer jahrelangen hybriden Destabilisierung durch Vladimir Putin. Der russische Diktator arbeite seit vielen Jahren daran, europäische Wähler über bestimmte Parteien zu beeinflussen und Europa zu schwächen, „es von innen zu untergraben“. Den Aufstieg der AfD verbindet der einstige Schachweltmeister mit den russischen Bombardements in Syrien 2013, in deren Folge zahlreiche syrische Flüchtlinge nach Europa kamen.
Verantwortlich für die gegenwärtige Lage macht Kasparov vor allem Angela Merkel: Ihre Politik habe das konservative Wertegerüst entwertet. Integration finde nicht statt. „Das Wahlergebnis hängt damit zusammen, dass die Menschen ihre deutsche Identität nicht verlieren wollen.“ Der Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt sei kein Votum für den Faschismus, sondern die Quittung für zwei Jahrzehnte verfehlter Migrationspolitik.
Die Resultate von Putins anhaltendem „politischem hybriden Druck“ seien nun deutlich zu sehen, erklärte Kasparov im Gespräch mit Ivan Tyutrin auf dem YouTube-Kanal des „Forum Free Russia“. Dass Putin zuletzt ausführlich über innere deutsche Probleme gesprochen hat, wertet Kasparov als Beleg, dass Deutschland für den Kreml derzeit Priorität habe.
Europa reagiert in Zeitlupe
Die AfD trete neben ihrem Anti-Migrations-Programm für eine faktische Kapitulation vor Putin ein. Da Europas Finanzkraft vor allem bei Deutschland und Frankreich liege, sei offen, wie die Ukraine künftig finanziert werde. Kanzler Friedrich Merz komme zu spät; die überbürokratisierten europäischen Strukturen reagierten wie in Zeitlupe. Nachdem er den AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt mit Migration, mangelnder Integration und dem Zögern Europas verbunden hat, sagt Kasparow: „Das ist der Beginn eines gewaltigen Erdbebens.“






