Eine Zeitung, die mit KI-Lizenzen mehr verdient als mit Werbung: Der iTunes-Moment für die Lokalpresse?

Traffic war 30 Jahre lang die Währung des Internets. Jetzt brechen auf Traffic basierende Geschäftsmodelle weg. Die Suchmaschine liefert die Antwort direkt; kaum jemand folgt den Fußnoten. Das ist die Ausgangslage, mit der der TED-Talk von Cloudflare-Chef Matthew Prince beginnt.

Aus den Daten seines Infrastrukturunternehmens gehe hervor, dass es für dieselbe Menge Inhalt 5,2-mal schwerer geworden sei, über Google Besucher zu erreichen, über OpenAI 750-mal, über Anthropic 32.000-mal. Verlage meldeten Rückgänge zwischen 30 und 90 Prozent.

Geld kommt aus Lizenzen, nicht aus Anzeigen

Der Ausweg liege in Inhalten, die es sonst nirgends gebe: lokal, originell, neues Wissen statt aufgeregter Zweitverwertung. Die KI-Unternehmen seien bereit, dafür zu zahlen. Als Beleg dient die von ihm und seiner Frau gekaufte Lokalzeitung Park Record aus Park City: Sie werde 2026 voraussichtlich mehr mit der Lizenzierung ihrer Inhalte an KI-Firmen einnehmen als mit digitaler Werbung — weil nur sie wisse, welches Restaurant in der Stadt empfehlenswert sei und welche Bands angesagt.

Ein Hebel bestehe darin, dass die oberste Priorität der KI-Anbieter nicht die Bezahlung von Urhebern sei, sondern der Rückstand auf Google. Also solle man ihnen nicht sämtliche Inhalte verkaufen, sondern die Möglichkeit aufzuholen. Das könne der iTunes-Moment werden, dem ein Spotify-ähnliches Modell folge.

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