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Doppelgold für Ding Liren: „Ich bin zurück“

Zwei Jahre lang war Ding Liren kaum zu sehen. Schon nach seinem Titelgewinn 2023 hatte er sich zurückgezogen und nach dem Titelverlust 2024 erneut. Die Frage, ob er je zurückkehrt und zu alter Stärke findet, bewegt seitdem die Schachwelt.

„Mut und Tapferkeit können ganz sanft daherkommen“: Als Ding Liren Weltmeister wurde.

Jetzt hat er eine Antwort gegeben: In Hongkong gewann Ding mit dem chinesischen Team „Dragon Chilling“ beide Titel bei der Weltmannschaftsmeisterschaft im Schnell- und Blitzschach – in einem Feld, in dem fast die gesamte Weltklasse vertreten war, darunter Magnus Carlsen, Alireza Firouzja oder Fabiano Caruana. Dem Doppelgold von Hongkong könnte ein drittes folgen. Im September wird der Exweltmeister die chinesische Mannschaft bei der Schacholympiade anführen.

Ding Liren, lächelnd. | Foto: Michal Walusza/FIDE

Im April 2023 gewann Ding Liren in Astana den WM-Titel gegen Ian Nepomniachtchi – als erster chinesischer Weltmeister. Unmittelbar danach weinte er allein in seinem Ruheraum hinter der Bühne, gar nicht einmal vor Glück. Dann folgten Monate der Schlaflosigkeit. Ding Liren nahm Medikamente, suchte zweimal eine Klinik auf. „Nach dem Match fühlte ich mich wie ein alter Soldat, der einen harten Krieg gekämpft hat“, sagte er Anfang 2024 im Gespräch mit Zeit-Reporter Ulrich Stock.

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Trotz psychischer Probleme lieferte Ding im Dezember 2024 in Singapur dem damals 18-jährigen Inder Gukesh ein wildes Match auf Augenhöhe, das er knapp und unglücklich verlor. Danach zog er sich erneut zurück, spielte allenfalls sporadisch Blitz und Schnellschach. Die Weltrangliste führte ihn ab Januar 2026 als „inaktiv“, nachdem er 2025 nicht eine klassische Partie gespielt hatte.

Die Rapid- und Blitz-Team-WM, eher als Spaßturnier, soll nun den Auftakt des Comebacks markieren. „Dragon Chilling“ nannte sich das chinesische Team, das Ding als „Familie“ charakterisierte, eine Familie, deren Namen auf die „Ding Chilling“-Memes anspielte, die während seiner Krisenzeit kursierten. Und diese Krise mag nun überwunden sein. Während der fünf Tage in Hongkong wirkte Ding Liren gelöst und entspannt wie lange nicht.

Bericht über das chinesische Doppelgold bei chess.com.

Sein Verhältnis zum Schach habe sich verändert, sagte Ding Liren im Lichess-Gespräch mit Theophilus Wait. „Ich bin mutiger geworden, lehne jetzt öfter Remisangebote ab.“ Früher galt Ding Liren in erster Linie als schwer zu besiegen, als solide und kaum verwundbar. Jetzt lässt er sehenden Auges mehr Luft rein, will den vollen Punkt, aber gibt sich dafür Blößen. Und hat Spaß daran. In Hongkong habe er sogar eine Partie genossen, die er verloren hat – gegen Alexei Schirow, ein „fantastischer Kampf“.

Als nächstes kommt die Schacholympiade. Am 16. September in Samarkand beginnt das große Nationenturnier, die eigentliche Mannschaftsweltmeisterschaft. „Für mich das nächste große Ereignis“, sagt Ding. Seinen Fans schickt er eine kurze Botschaft: „Es hat lange gedauert zu warten – aber es hat sich gelohnt. Ich bin zurück.“

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joschi
joschi
19 Tage vor

Ironie oder Kalkül? Eben erst kam der Artikel zur WM-Bürde/Gukesh. Eines zeichnet sich ab: momentan sieht es so aus, als würde kein derzeit aktiver Spieler es schaffen, die kommenden Jahre ähnlich zu dominieren wie es etwa Carlsen oder Kasparov geschafft haben. Der WM-Titel ist stets das große Ziel, aber es hapert dann mit dessen Verteidigung. Der Herausforderer ist hungriger und hat (auch diesmal vermutlich) die besseren Karten. Und dem Weltmeister kann man nur einen raschen Verlust des Titels wünschen und eine Rückkehr zu alter (oder neuer?) Stärke. Es bleibt die Frage: Ist Carlsens Ära vorbei? Oder ist das nur eine… Weiterlesen »

Zuletzt bearbeitet am 19 Tage vor von joschi
Stefan Link
Stefan Link
11 Tage vor

Das hört sich gut an. Es freut mich für ihn.