Als „aus der Luft gegriffen“ bezeichnet DSB-Präsident Paul Meyer-Dunker den Vorwurf, der Deutsche Schachbund habe Einnahmen für den Schachgipfel 2026 kleingerechnet, um eine höhere Förderung aus Dresden zu erhalten. Auf Anfrage dieser Seite erklärt Meyer-Dunker, der DSB habe die Verhandlungen mit der Stadt Dresden offen und transparent geführt.

Der Vorwurf geht auf einen der Sächsischen Zeitung zugespielten anonymen Hinweis zurück. Demnach habe der tatsächliche Förderbedarf des DSB für den Schachgipfel rund 50.000 Euro betragen; der Verband habe jedoch Einnahmen gekürzt, um einen Bedarf von 75.000 Euro darzustellen. Die damalige DSB-Präsidentin Ingrid Lauterbach und die Stadt Dresden hatten den Vorwurf gegenüber der Zeitung zurückgewiesen.
Meyer-Dunker erklärt jetzt, der in einer aus dem DSB-Inneren durchgesteckten E-Mail beschriebene Vorgang sei unvollständig und lasse relevanten Kontext aus. Bei der Gipfelplanung sei es um die Frage gegangen, wie nicht förderfähige Ausgaben — etwa Preisgelder — im Förderantrag zu behandeln seien. Nach Rücksprache mit der Stadt Dresden habe man sich darauf verständigt, alle Ausgaben und Einnahmen vollständig aufzuführen, unabhängig von ihrer Förderfähigkeit. Einen entsprechenden Antrag habe der DSB Mitte März eingereicht.
Einen formellen Förderbescheid der Stadt Dresden hat der DSB nach Angaben Meyer-Dunkers noch nicht erhalten. Er verweist aber auf Förderzusagen und das öffentliche Bekenntnis der Stadt zum Gipfel. Oberbürgermeister Dirk Hilbert und Sportbürgermeister Jan Donhauser hatten bei öffentlichen Terminen gemeinsam mit der damaligen DSB-Präsidentin Ingrid Lauterbach den ersten Gipfel nach vierjähriger Pause angekündigt.
Die Gipfelgeschichte
Zuletzt hat der DSB sein Leuchtturmformat 2022 in Magdeburg ausgerichtet. 2023 scheiterte ein geplanter Gipfel in Braunschweig, weil die Stadt die erwarteten Fördermittel nicht mehr zusagen wollte, als sich ihr der selbstgemachte finanzielle Niedergang des Verbands offenbart hatte. 2024 scheiterte ein Anlauf in Berlin ebenfalls an fehlender Förderung. 2025 organisierte der DSB opulente Deutsche Meisterschaften in München, aber für einen Gipfel reichte es noch nicht.
Das soll sich nun ändern. Vom 16. bis 26. Juli trifft sich die Schachszene in Dresden. Im DSB-Jubiläumsjahr 2027 soll der Gipfel in Stuttgart stattfinden, womöglich ein wenig abgespeckt, da eine zweite Großveranstaltung in Leipzig im Gespräch ist. Dort ist der Verband am 26. Juli 1877 gegründet worden.
Sponsorenverträge unterschrieben
Auch zuletzt beim DSB-Kongress stand der Dresdner Gipfel zur Debatte. Den Kassenprüfern fehlten zum Prüfzeitpunkt schriftliche Belege für Zuschüsse und Sponsoring in Höhe von knapp 215.000 Euro: Sponsorengelder, Fördermittel und Mittel für die Schach960-Meisterschaft. Die Verträge mit den Sponsoren seien inzwischen unterschrieben, sagt Meyer-Dunker.
Eingeräumt hat der neue DSB-Präsident die Feststellung der Kassenprüfer, dass die sechs Prozent Beherbergungssteuer der Stadt Dresden in der ursprünglichen Kalkulation nicht berücksichtigt waren. Die daraus entstehenden Mehrkosten seien jedoch durch zusätzliche, anfangs nicht eingeplante Sponsoringeinnahmen aufzufangen. Die Planungen des Gipfels seien nicht beeinträchtigt.


Schön, dass Paul Meyer-Dunker die Sache klären konnte.