Matthias Blübaum: Remis gegen Wei Yi zum Auftakt des Kandidatenturniers

Matthias Blübaum wäre nicht Matthias Blübaum, hätte er am Auftaktremis im Kandidatenturnier nichts gefunden, das zur Selbstkritik Anlass gibt. „Sieht aus, als hätte ich den #GreatBluebaumSweep schon ruiniert“, erklärte er nach der Partie – lächelnd. Den Spaß um die Prognose, er werde das Kandidatenturnier mit 14/14 rocken, macht er gerne mit. Er könne ja jetzt im Sinne einer Serie versuchen, 14-mal remis zu spielen, erklärte Blübaum schmunzelnd. In den sozialen Medien konnte er wenig später lesen, dass der #GreatBluebaumSweep weiter lebt: Dies sei ja nur ein Gnadenremis gewesen, um die arme Konkurrenz nicht vorzeitig zu demoralisieren.

Am Anfang sehr nervös, aber das legte sich, sobald die Uhr lief: WM-Kandidat Matthias Blübaum auf Zypern. | Foto: Yoav Nis/FIDE

In Wirklichkeit war es eine ereignisarme Partie, in der Blübaum gar nicht schlecht aus der Eröffnung gekommen war. Am Horizont sah er die Perspektive, sich ein Endspiel zu erkämpfen, in dem er gefahrlos Wei Yis Isolani massieren kann. Aber in der Praxis sicherte sich der Chinese genug Gegenspiel, um schließlich ein Unentschieden zu erwzingen. Und so teilten die beiden Kandidaten-Debütanten die Punkte. Beide werden damit leben können.

Wei Yi bestätigte das im Lichess-Gespräch. Der Chinese hatte bewusst auf eine kontrollierte Herangehensweise gesetzt. „Wenn du ein Topspieler sein willst, kannst du nicht in jeder Partie auf Angriff spielen. Manchmal musst du solide spielen, manchmal musst du gewinnen“, sagte er. Seine Entwicklung hin zu einem ruhigeren Stil beschreibt der einst jüngste 2700er der Welt als natürlichen Prozess: „Vielleicht, weil ich älter geworden bin. Ich versuche, solidere Eröffnungen zu spielen.“

Werbung

Auf den anderen Brettern ging es lebhafter zu. Fabiano Caruana präsentierte Hikaru Nakamura eine neue Eröffnungsidee (8.b4) und rang seinen Landsmann schließlich in einer 83-zügigen Schlacht nieder. Praggnanandhaa versuchte einen geschlossenen Sizilianer gegen Anish Giri – erfolgreich. Im Duell der 20-Jährigen bezwang Javokhir Sindarov Andrey Esipenko, obwohl es lange eher umgekehrt ausgesehen hatte.

brief summary of R1in the open, pragg's win was the best of the three – a very interesting opening idea, and then calm increasing pressure after anish managed to stabilize, which eventually led to mistakes. fabi will get over the near misses – a point is a point, but it's not his best ever effort.

Peter Svidler (@polborta.bsky.social) 2026-03-29T19:17:53.653Z

Am Montag führt Matthias Blübaum ab 14.30 Uhr die schwarzen Steine gegen Javokhir Sindarov.

4.8 6 Bewertungen
Beitragsbewertung
Werbung
Abonnieren
Benachrichtigen bei
guest

0 Kommentare
Meistbewertet
Neueste Älteste
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen