Rund 86.000 Euro sichern Matthias Blübaum die Vorbereitung auf das Kandidatenturnier, das Ende März auf Zypern beginnen soll. Nach Angaben des DSB haben der Deutsche Schachbund, das Bundeskanzleramt, der DOSB und der Schachverband Württemberg dazu beigetragen, dem Bielefelder WM-Kandidaten eine konkurrenzfähige Vorbereitung zu ermöglichen.
Der Betrag setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen. 36.000 Euro kommen vom Bundeskanzleramt, 25.000 Euro vom Deutschen Schachbund. Über ein Crowdfunding fließen knapp 21.000 Euro. Dazu kommen 2.500 Euro aus dem Förderprogramm Spitzensportland Baden-Württemberg sowie ein weiterer vierstelliger Betrag vom Schachverband Württemberg.
DSB-Präsidentin Ingrid Lauterbach betont, es sei ein zentrales Anliegen gewesen, dem einzigen deutschen Spieler im Kandidatenturnier gute Rahmenbedingungen zu schaffen. Sportdirektor Kevin Högy hebt die schnelle Unterstützung durch DOSB und Kanzleramt hervor. Carsten Karthaus, Präsident des Württemberger Verbands, hat zusätzliche Fördermittel aus Baden-Württemberg eingeworben. DSB-Finanzchef Alexander von Gleich: „Wir wollten, dass er ähnlich gute Möglichkeiten hat wie seine Gegner, und da bewegt sich das bei einem solchen Top-Turnier nun einmal in dieser Größenordnung.“ Blübaum solle mit einem starken Team antreten und sich auf seine Partien konzentrieren.
Blübaum spricht von einer großen Hilfe. Er sieht sich selbst als Außenseiter und taxiert seine Siegchance auf ein bis zwei Prozent. Ab dem 29. März wird in vierzehn Runden der Herausforderer des Weltmeisters Dommaraju Gukesh gekürt. Blübaum trifft auf Fabiano Caruana, Anish Giri, Hikaru Nakamura, Rameshbabu Praggnanandhaa, Javokhir Sindarov, Andrey Esipenko und Wei Yi. Mit einer Elozahl von 2698 startet Blübaum gemeinsam mit Esipenko am Ende der Setzliste.
Andere Veranstalter ziehen sich zurück
Mit Koneru Humpy hat jetzt eine erste Teilnehmerin des Kandidatinnenturniers aus Sorge um ihre Sicherheit abgesagt. Gleichzeitig ziehen sich andere internationale Veranstalter von der Insel zurück. Zuletzt strich die World Series of Poker (WSOP) ein Turnier, das vom 25. April bis 11. Mai stattfinden sollte, mit Verweis auf „anhaltende Unsicherheiten in der Region“. Zuvor hatten bereits die World Poker Tour, Guernsey Cricket sowie UK Athletics ihre Teilnahme an Veranstaltungen auf der Insel zurückgezogen. Die FIDE hält derweil am Austragungsort fest. Vertreter des Weltverbands erklären, die Situation werde beobachtet und sei unter Kontrolle. Das Turnier soll, Stand jetzt, planmäßig beginnen. Nach den Regularien rückt Anna Muzychuk nach.

Öffentliche Äußerungen anderer Spieler zum Austragungsort gibt es bislang nicht. Nur Hikaru Nakamura hat auf Twitter von Stromausfällen auf Teilen der Insel berichtet und festgestellt, das sei „kein gutes Zeichen“. Allerdings sind zuletzt keine Berichte über Probleme mit dem Stromnetz auf Zypern bekannt geworden.
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(Titelfoto: Michal Walusza/FIDE)
Ich halte mich gerade urlaubsbedingt auf Zypern auf. Hier ist alles komplett entspannt, keine Hinweise auf Krieg, erhöhte Alarmbereitschaft o.Ä. Stromausfall erst recht nicht. Das ist zwar nur ein subjektives Sicherheitsgefühl, aber es wirkt, als ob die Situation hier auf Zypern wesentlich heißer gekocht als gegessen wird.