Vincent Keymer hat sich für das Halbfinale der FIDE-Freestyle-WM in Weissenhaus qualifiziert. Im siebenrundigen Rapid-Rundenturnier zum Auftakt erreichte der Weltranglistenvierte 4 Punkte aus 7 Partien. Damit stand er gemeinsam mit Fabiano Caruana und Nodirbek Abdusattorov einen halben Punkt hinter Gruppensieger Magnus Carlsen. Im Halbfinale am Samstag, das über vier Partien 25+10 gespielt wird, trifft Keymer auf Fabiano Caruana.

Die ersten vier der acht Teilnehmer kamen ins Halbfinale. Dank eines Sieges über Fabiano Caruana in der Vorschlussrunde (siehe Video) schien Keymer diesem Ziel entspannt entgegenzusegeln. Aber dann wurde es doch noch eine Zitterpartie. In der letzten Runde verlor er gegen Javokhir Sindarov, und es lag zeitweise ein Stichkampf ums Halbfinale in der Luft. Letztlich reichte es. Am Ende setzten sich die vier bestplatzierten Spieler der traditionellen Weltrangliste durch.
Magnus Carlsen als Sieger des Vorrundenturniers hatte das Privileg, sich seinen Halbfinalgegner aussuchen zu können. Er hatte sich zwischen Fabiano Caruana, der laut Jan Henric Buettner mal „mit einem Turniersieg an der Reihe“ ist, und Nodirbek Abdusattorov zu entscheiden. Carlsen wählte nicht den Amerikaner, sondern den einstigen Schnellschach-Weltmeister Abdusattorov, der gerade erst in Wijk an Zee triumphiert hat und nach einem Zwischentief wieder auf dem fünften Rang der Weltrangliste angekommen ist. Die Freestyle-Weltrangliste weist Abdusattorov allerdings als Nummer 25 der Welt aus.
Gespielt wird neben dem Weltmeistertitel um 300.000 Dollar Preisgeld (100.000 Dollar für den Sieger) und um drei Qualifikationsplätze für die WM 2027. Speziell das Ergebnis der Qualifikation werden die Teilnehmer des anstehenden Grenke-Freestyle-Opens im April mit Interesse zur Kenntnis nehmen. Sollte zum Beispiel Carlsen sich per WM 2026 qualifizieren und dann erneut in Karlsruhe gewinnen, würde aus dem Grenke-Freestyle-Turnier der bestplatzierte noch nicht qualifizierte Spieler hinter ihm als WM-Teilnehmer 2027 hervorgehen.
Korrektur: In einer früheren Version dieses Beitrags stand, dass Carlsen sich gegen Keymer als Halbfinalgegner entschieden hat. Das war falsch, Carlsen musste zwischen dem Dritt- und Viertplatzierten Caruana und Abdusattorov wählen.
Dieses Pseudo-Turnier ist sportlich völlig uninteressant. Sobald die Geldquelle versiegt, kräht kein Hahn mehr danach. Das Wort „…schach“ kommt nur 1x in diesem Bericht vor. Das passt.
Dieses Wochenendturnier im Spaßformat ist ein hübscher Zahltag für die Schachelite, jedoch unabhängig von der aufwendigen Namensfindung keine ernstzunehmende Weltmeisterschaft. Solange Herr Büttner die Geldbörse offen hält, wird es weitergehen. Danach wird sich niemand mehr an diese Turniere erinnern.
„Magnus Carlsen als Sieger des Vorrundenturniers hatte das Privileg, sich seinen Halbfinalgegner aussuchen zu können.“
Was sind denn das für Sachen? Ist ja wie vor 1945, als der amtierende WM sich seinen Herausforderer aussuchen konnte. Ein Ende der Privilegien für MC ist nicht in Sicht.