Während im Profischach immer neue, hochdotierte Formate entstehen, steht ein zentrales Element der Schachgeschichte auf wackligen Beinen. Das Turnier von Hastings, 1895 zum ersten Mal gespielt, soll Ende 2026 zum 100. Mal ausgetragen werden. Allein, es fehlt ein Sponsor, um die Jubiläumsausgabe zu finanzieren. Das berichtet jetzt Leonard Barden in der Financial Times.
Der langjährige Geldgeber, der Stadtrat von Hastings, hat seine Unterstützung schrittweise reduziert und sich im Vorjahr ganz zurückgezogen. Turnierdirektor Stuart Conquest versucht nun, fünfstellige Summe aufzutreiben, um ein Jubiläumsturnier auf die Beine zu stellen, das dem historischen Rang von Hastings gerecht wird. Ohne diese Hilfe droht ein deutlich kleineres Format – ein harter Bruch mit der Tradition.

Die Bedeutung des Turniers erklärt sich aus seiner Geschichte. Hastings war Bühne legendärer Partien und Karrieren, vom Überraschungssieg des jungen Harry Pillsbury 1895 bis zu Auftritten praktisch aller großen Namen des 20. Jahrhunderts.
Diese Geschichte ist detailliert dokumentiert im Buch The Chess Battles of Hastings von Jürgen Brustkern und Norbert Wallet, das der FT-Autor ausdrücklich hervorhebt. Das Werk zeichnet die großen Turniere nach, analysiert Schlüsselpartien und porträtiert die prägenden Figuren – ein Referenzband für das Turnier und seine kulturelle Bedeutung.

Sportlich endete die jüngste, 99. Ausgabe Ende 2025 mit einem geteilten ersten Platz: Der 22-jährige Engländer Alex Golding gewann gemeinsam mit dem in London lebenden Ukrainer Alexander Kovchan.

Ich habe Hastings 2010 gespielt und da war von der Tradition schon nichts übrig. In irgendeiner Turnhalle fand es statt glaube ich.