Der Deutsche Schachbund hat bei der zweiten Offenen Deutschen Online-Blitzmeisterschaft einen mutmaßlichen Betrugsversuch gestoppt. Nach Angaben des DSB versuchte eine Gruppe von Betrüger:innen, Preisgeld zu ergaunern. Der DSB-Onlinereferent Jannik Liebelt meldete zudem Drohungen, die er nach eigener Aussage zur Anzeige brachte.
Laut DSB wollte die Gruppe den Frauenpreis von 150 Euro absahnen. Sie soll aus dem Iran stammen und habe sich bis zur vorletzten Stufe des Sicherheitskonzepts vorgearbeitet. Aber bei der Identitätskontrolle sei Schluss gewesen. Der DSB spricht von ungültigen Ausweisen, Widersprüchen bei der Video-Identifizierung und Nachrichten, die Details der Planung enthalten sollen.
Eine Teilnehmerin sei ausgeschlossen worden, weil sie offenkundig nicht selbst gespielt habe. Danach seien „massive“ verbale Angriffe und Gewaltandrohungen gegen Liebelt eingegangen. Der hat Anzeige erstattet und sagt: „Wahnsinn, dass es Schachspieler gibt, die für 150 Euro Preisgeld ein ganzes Betrugsnetzwerk aufziehen.“
Sportlich wertet der DSB das Turnier als Erfolg: Rund 1.200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer spielten mit, darunter viele Titelträger. Bundestrainer Jan Gustafsson dankte dem DSB und Liebelt für die Organisation.

Gustafsson belegte nach Platz zwei in der Vorrunde am Ende Rang acht. Der DSB kündigt weitere Onlineturniere an und will das Sicherheitskonzept weiter schärfen.
Deutscher Online-Blitzmeister 2025 wurde Bence Lesczko (Ungarn). Den Frauentitel holte Klaudia Kulon (Polen).

Die Partien von DOBM-Qualifikation und -Finale waren teils sehr interessant und spannend. Die Organisation, Öffentlichkeitsarbeit, die Moderation der Streams war für meinen Geschmack eher dürftig. Dass Jan Gustafsson dem DSB für Durchführung dankte, keiner hätte es gedacht. Wer ist schon so naiv, ausgerechnet in die Hand zu beißen, die einen füttert. Als Twitch-Streamer profitierte er ja schließlich zusätzlich davon, als er sein Quali-Turnier streamte, das er auch gewonnen hat. Der Twitch-Stream von Gustafsson war deutlich besser als das, was der DSB und seine Vertreter abgeliefert haben. Das, was der DSB abgeliefert hat, das war leider eher schon peinlich, was man… Weiterlesen »
An sich ist die Turnierausrichtung sehr schön und vielen Dank dafür. Ich denke aber, dass das Finale mit Kamera und Klarnamen stattfinden sollte. Bisher fehlt auch die Veröffentlichung der restlichen Preisträger. Sehr kritisch fand ich, dass russische Spieler teilnehmen durften.
Danke wie immer für den informativen Beitrag, hört sich gut an etwas von den Maßnahmen des DSB gegen das größte Problem im online Schach zu erfahren, schön, dass das verhindert werden konnte. Ich frage mich, wie herausgefunden wurde, dass die Person nicht selber gespielt hat. Insgesamt muss ich dem anderen Kommentar hier widersprechen, mir gefiel die Idee und Umsetzung auf jeden Fall sehr gut. Ja, es haben nicht alle davon mitbekommen, aber ganz ehrlich, wie auch? Es ist schwer hinzubekommen, dass alle davon mitbekommen, die es betreffen könnte. Dafür hat man ja auch die Kanäle, auf denen es veröffentlicht wurde.… Weiterlesen »