WM-Kandidaten 2026: Javokhir Sindarov (Usbekistan) und Wei Yi (China)

Wei Yi und Javokhir Sindarov haben das Finale des World Cups 2025 erreicht – und sich damit die Qualifikation für das Kandidatenturnier 2026 gesichert. Beide entschieden ihre Halbfinals in den ersten beiden Rapid-Partien des Tiebreaks.

Wei Yi profitierte in seiner zweiten Schnellpartie gegen Andrey Esipenko von einem Einsteller in beiderseitiger Zeitnot. Nachdem Esipenko mit Schwarz sich erst Ausgleich und dann Gewinnchancen erkämpft hatte, verlor er am Ende einen ganzen Turm – und gab sofort auf. Der Chinese sprach später von „Glück“ und einem „großen Ziel“ seiner Karriere, das er nun erreicht habe.

Das Halbfinal-Tiebreak-Drama zwischen Wei Yi und Andrey Esipenko.

Gut zehn Jahre nach seinem Aufstieg zum jüngsten 2700er der Geschichte (mit 15!) steht er erstmals im Kandidatenturnier. Mit 26 Jahren war er jetzt der älteste Spieler im Halbfinale. Zwischen seinen frühen Erfolgen und dem jetzigen Coup liegt eine Pause vom Schach, die er genutzt hat, um Wirtschaft und Management zu studieren. 2024 feierte er ein fulminantes Comeback, indem er das „Wimbledon des Schachs“ in Wijk aan Zee gewann. Exweltmeister Ding Liren sagt über seinen Freund Wei Yi, dieser habe viel größeres Potenzial als er.

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Colle spielen, nach 13 Zügen auf Gewinn stehen, Wijk gewinnen – Wei Yi.

Im anderen Halbfinale setzte sich Sindarov gegen seinen Landsmann Nodirbek Yakubboev durch. Der 19-Jährige gewann die erste Rapidpartie mit Schwarz und hielt im Rückspiel unter Druck den halben Punkt fest. Sindarov wird der jüngste Spieler im Kandidatenfeld von Zypern 2026 sein. Der 19-Jährige sprach von einem „großen Plan“, der nun erfüllt sei. Zugleich bedauerte er das Ausscheiden seines Freundes.

Gegen einen Freund und Landsmann zu spielen, schmeckte beiden usbekischen Halbfinalisten nicht besonders. | Foto: Michal Walusza/FIDE

Sindarov, geboren am 8. Dezember 2005 in Taschkent, gehört zu den größten Talenten, die das usbekische Schach hervorgebracht hat. Mit 12 Jahren und 10 Monaten wurde er im Oktober 2018 der zweitjüngste Großmeister der Geschichte. Bald wurde er zu einer festen Größe der usbekischen Nationalmannschaft, die 2022 in Chennai die Goldmedaille bei der Schacholympiade gewann, damals überraschend. In der vergangenen Bundesligasaison trug er mit 13 Punkten aus 15 Partien als bester Spieler der Liga erheblich zum Meistertitel des Düsseldorfer SK bei.

Als Düsseldorf die OSG Baden-Baden demontierte und Javokhir Sindarov MVL.

Ein Ticket für das Kandidatenturnier ist in Goa noch zu vergeben. Nodirbek Yakubboev und Andrey Esipenko werden im Match um Platz drei darum kämpfen.

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Thomas Richter
Thomas Richter
19 Tage zuvor

„Sindarov ist damit der jüngste World-Cup-Finalist jemals“. Das stimmt ja nicht. Er hat nun demnächst (am 8. Dezember) seinen 20. Geburtstag, 2023 hatte Praggnanandhaa während dem Weltcup seinen 18. Geburtstag. Noch jünger waren 2007 die Halbfinalisten Carlsen (17. Geburtstag während dem Turnier) und Karjakin (18. Geburtstag kurz nach dem Turnier), aber sie verloren dann gegen die schon damals „alten“ Kamsky und Shirov. 2009 erreichte Karjakin, nun im aktuellen Alter von Sindarov, wieder das Halbfinale und verlor diesmal gegen Gelfand. Ein ähnlich durchgehend recht junges Halbfinale wie nun gab es (nur) 2005 bei der ersten Auflage, die Teil des WM-Zyklus war:… Weiterlesen »