World Cup: Alexander Donchenko im Tiebreak, Frederik Svane draußen

Last man standing: Alexander Donchenko.

Herzzereißend: Alexander Donchenko war so gut wie im Viertelfinale, aber dann… | Foto: Eteri Kublashvili/FIDE

Neulich bei der Europameisterschaft reichte es nicht, um ins deutsche Team zu kommen. Jetzt, beim großen Kräftemessen der Weltklasse in Indien, ist von allen unseren Spitzengroßmeistern nur noch Alexander Donchenko übrig.

Heute zerriss es dem geneigten Publikum das Herz – und ihm wahrscheinlich auch. Eigentlich hatte Donchenko seine Schwarzpartie gegen Quang Liem Le schon gewonnen und sich sich damit den Matchsieg gesichert. „Matt in 29“, zeigte die Engine, aber dann entglitt ihm das Turmendspiel, in dem er zwischenzeitlich drei Mehrbauern hatte. Sichtlich geschockt und frustriert fügte er sich in die Punkteteilung.

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Ab der zweiten Runde ist Alex als Außenseiter in jedes Match gegangen. Das wird morgen im Tiebreak nicht anders sein, einmal wegen des Nackenschlags heute, außerdem weil Liem Le als Schnellschach- und Blitzspezialist gilt. Donchenko hat jetzt 18 Stunden, um den verpassten Gewinn wegzustecken und sich neu und mit aller Kraft reinzubeißen. Möge er sich noch einmal die beeindruckende Reihe der Leute anschauen, die er rausgekegelt hat, darunter die WM-Kandidaten Giri und Blübaum.

Sicher ist jetzt schon, dass dieser World Cup der Überraschungen drei Kandidaten hervorbringen wird, die nie zuvor WM-Kandidat waren. Noch ist es möglich, dass wir einen zweiten deutschen WM-Kandidaten bekommen.

Frederik Svane wird es nicht sein. Der Lübecker schaut auf ein fantastisches Turnier zurück mit einem klaren Highlight: Sein Matchsieg über Weltmeister Gukesh in der dritten Runde. Nach dem Verlust der ersten Partie im Achtelfinale gegen Javokhir Sindarov war Frederik heute nahe dran, machte Druck, holte ein etwas besseres Endspiel heraus, aber letztlich reichte es nicht.

Frederik Svane (rechts) ist ausgeschieden. | Foto: Eteri Kublashvili/FIDE

International sorgte vor allem das armenische Doppel-Aus für Aufsehen: Levon Aronian und Gabriel Sargissian schieden innerhalb weniger Minuten aus – Aronian nach einem schweren Fehler gegen Arjun Erigaisi, Sargissian nach einem einzigen falschen Zug gegen Nodirbek Yakubboev. Für das armenische Schach, das beide über Jahrzehnte geprägt haben, ein bitterer Tag.

Ganz anders der Eindruck bei den Usbeken: Javokhir Sindarov und Nodirbek Yakubboev zeigten erneut die Nervenstärke, die das Team seit Olympia-Gold auszeichnet. Yakubboev gewann, Sindarovs Remis reichte zum Weiterkommen – ein weiteres Signal, wie stabil diese Generation auftritt.

Klaren Trend gaben die anderen Bretter nicht her. Viele Duelle steuern Richtung Stichkampf. Daniil Dubov und Andrey Esipenko wählten komplett risikolose Pfade. Pentala Harikrishna kam gegen José Martínez Alcántara nicht über leichtes Druckspiel hinaus.

Einen starken Tag erwischte Wei Yi: Der Chinese nutzte früh einen groben Fehler von Samuel Sevian, gewann sauber und gehört nun zu den Favoriten auf die Kandidatenplätze.

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