Magnus Carlsen und seine Frau Ella Victoria Carlsen sind Eltern geworden. In einer Instagram-Story veröffentlichte Ella am Wochenende ein Foto, das den 34-Jährigen schlafend neben dem oder der Neugeborenen zeigt. Darüber liegt die Datumsmarke „27.09.25“, dazu ein blaues Herz. Das Gesicht des Kindes ist verdeckt. Norwegische Medien werten das blaue Herz als Hinweis auf einen Jungen. Bestätigt ist das nicht.
Elisabeth Pähtz wird Mutter. Eingeweihte wissen das seit dem 11. September, als der nach eigenen Angaben „zum Schweigen verdonnerte“ Deutsche Schachbund meldete: „Es gibt wunderbare private Neuigkeiten aus dem Leben der erfolgreichsten und populärsten DSB-Athletin, ein großer Wunsch wird für die 40-Jährige wahr.“ Das konnte sich nur um ihren Kinderwunsch handeln. Nun bestätigte Pähtz gegenüber Chessbase, dass sie ein Kind erwartet. Als Mutter eines Kleinkinds werde sie bei der Schacholympiade im September 2026 in Usbekistan nicht für Deutschland spielen können.
Für Magnus und Ella Victoria Carlsen ist es das erste gemeinsame Kind. Das Paar hatte sich am 4. Januar 2025 im Holmenkollen-Kapell in Oslo das Ja-Wort gegeben. Wenige Monate später, im Mai, machte Ella die Schwangerschaft mit einem Foto auf Instagram öffentlich: „Min vakre, gravide kone“ – „meine schöne, schwangere Frau“, schrieb Carlsen damals.
Schon zuvor hatte Ella erklärt, ihr Mann werde als Vater großartig sein. „Han kommer til å bli helt fantastisk (som far)“, sagte sie in einem Interview im Januar – „er wird als Vater wundervoll sein“.
Die Beziehung der beiden war erstmals im Februar 2024 öffentlich geworden, als sie beim Weissenhaus-Freestyle gemeinsam fotografiert wurden. Seinerzeit beschlossen sie, kein Geheimnis mehr aus ihrer Beziehung zu machen. Ella, geborene Malone, hat norwegisch-amerikanische Wurzeln, kam in Hongkong zur Welt und wuchs in Singapur auf.
Das große ChessBase-Interview mit Elisabeth Pähtz wirkt auf Unbedarfte wie ein Coup: Eine deutsche Spitzenspielerin spricht offen über Missstände, ein im verdrucksten Schachsport ungeheuerlicher Vorgang. Pähtz berichtet von unbezahlten Gehältern, nicht erstatteten Reisekosten, nicht eingehaltenen Absprachen und der fristlosen Kündigung der Geschäftsführerin.
Gerade deshalb fällt umso mehr ins Gewicht, dass das Interview handwerklich unsauber ist. Pähtz’ Aussagen stehen im Raum, ohne dass der Interviewer, nach eigener Einschätzung ein „Nachrichtenredakteur“, nachhakt, nach Belegen fragt oder die Gegenseite zu den erhobenen Vorwürfen zu Wort kommen lässt. Auch Pähtz‘ Ausführungen zu Ingrid Lauterbachs Chessbase-Konflikt bleiben einfach so stehen. Chessbase selbst hat sich dazu nie geäußert (auch nicht auf Anfrage dieser Seite) – und überlässt es nun Pähtz, den Fall darzustellen.
Ein Text mit hohem Nachrichtenwert auf dünnem Fundament, presserechtlich heikel. Wer Vorwürfe abdruckt, ohne sie zu verifizieren oder die Gegenseite zu fragen, setzt sich Unterlassungs- oder Gegendarstellungsansprüchen aus. Eine Redaktion darf Meinungen dokumentieren. Tatsachenbehauptungen sind belegpflichtig. Ein Satz wie „Die letzten 20 Jahre wurden verschlafen“ ist unproblematisch – die Behauptung, Gelder seien nicht ausgezahlt oder Dienstwege missachtet worden, ist es nicht.
Es ist nicht das erste Mal, dass Pähtz die publizistische Unbedarftheit ihrer Hauspostille nutzt, um kräftig auszuteilen. Der Unterschied zum Fall von vor knapp fünf Jahren könnte sein, dass sich diesmal nicht die Balken gebogen haben. Einiges von dem, was sie sagt, deckt sich mit dem, was aus mehreren Quellen schon am Bodensee angekommen ist.
Ob dem Bundestrainer tatsächlich sein Gehalt nicht ausgezahlt worden ist, ob einer Kaderspielerin tatsächlich ihre Reisekosten nicht erstattet worden sind, ob Pähtz aufgrund eines Fehlers der Präsidentin ein zugesicherter Zuschuss nicht bezahlt worden ist, wird bestimmt bald eine der zahlreichen deutschen Schachzeitschriften und -websites recherchieren. Ob den Spielern ihre Zuschüsse 2025 um 50 Prozent gestrichen worden sind, dazu wird sich bestimmt bald Aktivensprecher oder -sprecherin äußern. Deren Job, nomen est omen, ist schließlich – sprechen.
Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Zustände: Ausgeschlossen erscheint das alles nicht.
(Titelbild via @ellavcarlsen, KI-bearbeitet)
Moralisch verwerflich finde ich es nicht, medial der deutschen Frauen-Nr. 2 ein Podium zu bieten und ihre Sicht darzustellen. Dass Unwahrheiten medienrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen können, ist eine andere Geschichte. Öffentliche Kritikbekundung ist jedenfalls das Normalste auf der Welt und findet sich hier vielfach. Eine Unterlassungsklage gegen Pähtz würde mich eher wundern. Heikel ist eigentlich nichts. Selbst eine Unterlassungsklage oder Gegendarstellung wäre ein reiner Formalakt, der immer wieder passiert und nicht mit größeren finanziellen oder gar strafrechtlichen Konsequenzen verbunden wäre. Zudem müsste man erst einmal den Tatbestand der üblen Nachrede beweisen. Und dafür reicht ein „Gehälter nicht ausbezahlt“ wohl… Weiterlesen »
Was bedeutet die allerletzte Zeile des Beitrags?
(Titelbild via @ellavcarlsen, KI-bearbeitet)
Ich meine insbesondere das „KI-bearbeitet“.
Viele Grüße, Ingo Althöfer.
Ist es Journalistisch, was eine Hamburger Schach Software Firma auf ihrer Seite praktiziert? Die Qualität kann sehr schwanken. Von einer Endspielanalyse einer Koryphäe bis zu einem Turnierbericht, wo die Texte der Presserklärung seitenlang reinkopiert sind, garniert mit einer Computer- Analyse? Selbst geschriebenes gibt es auch: Das ist oft durch Massen von Flüchtigkeitsfehlern der Rechtschreibung erkennbar. Manchmal gibt es auch kleine Goldstücke zu unbekannten Themen oder Dingen, die man eher nicht selbst entdeckt. Aber Journalismus? Es ist ja einfach der Plan, Leute auf die Seite zu locken, damit die Produkte kaufen. Des weiteren: Man ist ja extrem miteinander verbandelt. Akteure sind in… Weiterlesen »