Das neue Papier von Professorin Sabine Vollstädt-Klein und ihrem Forschungsteam zeigt, wozu Schach weit über das Spiel hinaus taugt: Es kann Menschen helfen, besser mit Impulsen umzugehen, ihre Konzentration zu steigern und kognitive Fähigkeiten zu trainieren.

Besonders nützlich ist das etwa in der Suchthilfe, wo Betroffene lernen müssen, Rückfälle zu vermeiden und ihre Selbstkontrolle zu stärken. Schach bietet hier ein praxisnahes Übungsfeld: Wer am Brett wartet, überlegt und nicht vorschnell zieht, trainiert genau die Mechanismen, die im Alltag gebraucht werden.
Auch in der Schule lassen sich diese Effekte nutzen. Kinder, die regelmäßig Schach spielen, verbessern ihre Aufmerksamkeitsspanne, lernen planvoll zu denken und entwickeln Durchhaltevermögen. Für Lehrkräfte bietet die Arbeit damit eine zusätzliche Möglichkeit, Lernprozesse zu unterstützen – gerade bei Schülern, die Schwierigkeiten haben, sich länger zu konzentrieren.
Das Forschungsteam zeigt mit konkreten Übungen, wie Schach als Brücke zwischen Spiel, Lernen und Therapie eingesetzt werden kann. Damit wird wissenschaftlich untermauert, was viele Praktiker längst beobachten: Schach schafft Erfolge, stärkt Selbstvertrauen – und wirkt sowohl im Klassenzimmer als auch in der therapeutischen Arbeit.
Das verlinkte Interview mit Professorin Sabine Vollstädt-Klein fand ich sehr interessant, musste aber leider feststellen, dass es von2019 und somit 6 Jahre alt ist. Etwas schade, da ich gerne gewusst hätte,ob es inzwischen neuere Erkenntnisse oder Standpunkte gibt. Das im neuesten Paper beschrieben Methode basiert zwar auf Schach mit dem Brett und den Figuren hat aber mit dem Spiel und Wettkampfschach nichts weiter zu tun. Das ändert nichts an der Behandlungseffektivität, ich würde mich aber aber gerne gegen eine Übereuphorisierung des Schachs aussprechen. … Schach ist Sport, Spiel, Kunst und Wissenschaft … Bei Sport und Spiel gehe ich mit, Aber… Weiterlesen »
Das Manual wirkt vor allem für diejenigen interessant, die sich bisher nicht mit den kognitiven Aspekten des Schachtrainings befasst haben und hier nun ein paar Konstrukte kennenlernen.
Ein Nachweis, außer dass wir einem Forschungsteam eine andere Beobachtungsgabe zutrauen als anderen, ist das nicht. Allein der methodische Kommentar dürfte bei einer Umsetzung einen nicht unerheblichen Anteil der Varianz eines hier noch nicht untersuchten Effekts aufklären.