Die Freestyle-Geschichte beginnt gerade erst. Freestyle in Schloss Weissenhaus könnte bald ein Ende finden, abhängig davon, wie die Weissenhaus-Geschichte weitergeht. Für 185 Millionen Euro steht das Ostsee-Ensemble zum Verkauf – das ganze Dorf, nicht nur das Schloss. Jan Henric Buettner trennt sich von seinem Resort, in dem im Februar 2024 Magnus Carlsen und im Februar 2025 Vincent Keymer beim Freestyle Chess triumphierten.

Ganz so sensationell, wie es in diesen Tagen die Bild, der NDR, das Wall Street Journal usw. gerne hätten, ist der Schloss-Verkauf nicht. Schon im vergangenen Jahr hat Buettner durchblicken lassen, dass er seinen Lebensmittelpunkt mehr und mehr nach Südafrika verlegen und sich von Weissenhaus trennen will.
Wer das Buettner-Porträt im Focus gelesen hat, weiß seit April 2024, dass das Ensemble zum Verkauf steht. Hier stand es im Mai 2024. Jetzt ist Schloss Weissenhaus als zu erwerbendes Objekt ganz offiziell auf der Website des Auktionshauses Sotheby’s aufgetaucht: “Germany’s most exclusive private coastal estate – a masterpiece of heritage”, eine “once-in-a-lifetime opportunity”.
Weissenhaus (Wikipedia) war ein verfallenes Gut samt verlassener Dorfstruktur. Buettner (Wikipedia), einst AOL-Europa-Chef und später Investor, kaufte das Ensemble 2005 für sieben Millionen Euro. 154 Millionen hat er nach eigenen Angaben seitdem investiert: Wiederaufbau, Denkmalpflege und den Umbau zu einem der exklusivsten Rückzugs- und Wohlfühlorte der Welt. Ergebnis: 75 Hektar Park, 90 Suiten, drei Kilometer Privatstrand, ein, wie Buettner dem Focus sagte, profitabler Hotelbetrieb – und ein Dorf, das Geschichte und Gegenwart zusammenbringt.

Was Jan Henric Buettner als nächstes macht, liegt selten auf der Hand und kommt für sein Umfeld oft überraschend. Jetzt liegt nahe, dass Freestyle seine letzte geschäftliche Unternehmung ist. Als Frontfigur und Impulsgeber wird er seinem Schachprojekt erhalten bleiben, aber die operative Verantwortung nach und nach abgeben. In Südafrika haben Jan Henric und Holly Buettner mit dem “Dunefields Private Nature Reserve” längst eine Aufgabe, die ihnen am Herzen liegt, und eine neue Heimat gefunden.
In Deutschland sind Buettners nicht mehr so oft, nach eigenen Angaben etwa 30 Tage im Jahr. Einen weiteren Grund, sich von Weissenhaus zu trennen, hat Buettner jetzt dem NDR offenbart: Er wolle er seinen Kindern nicht ihre Freiheit nehmen, ihnen kein Erbe hinterlassen, das zur Belastung werden kann. Daher wolle er ihnen nicht die Verantwortung für das Anwesen aufbürden.
(Titelfoto via Sotheby’s)
Wer einen klaren Geist und einen klaren Blick hatte, der konnte von Anfang an ahnen, was kommen würde. Die erlebten aufgeblasenen Selbstinszenierungen sprachen doch Bände, was der Sinn und Zweck dieser schlechten Show war. Um Schach ging es im Grunde niemals, das haben nur naive Zeitgenossen geglaubt. Es geht ums Geld, sonst nichts, Profitmaximierung. – Auf der anderen Seite, man kann es verstehen, wenn Menschen zur Überzeugung kommen, es sei besser, rechtzeitig einem sich im Niedergang befindlichen Land den Rücken zu kehren, sich von einem Kontinent zu verabschieden, in dem ein menschenverachtender brutaler Krieg tobt, der sich früher oder später… Weiterlesen »