Time to say schachmatt

Time to say Dubai”, twitterte Magnus Carlsen, nachdem Ian Nepomniachtchi das Kandidatenturnier gewonnen hatte. Der norwegische Titelverteidiger und der russische Herausforderer werden einander Ende des Jahres in Dubai zum WM-Match begegnen (in diesen Tagen begegnen sie einander ein letztes Mal vor dem Match beim Norway Chess).

Carlsen war beileibe nicht der erste, der den Namen der Emiratshauptstadt mit dem Titel des Welthits “Time to say goodbye” verknüpfte. Darauf war schon vor zehn Jahren die österreichische Fluglinie Austrian Airlines gekommen. Als 2019 die Geissens ihr neuestes Abenteuer rund um den Einkauf und Luxusgütern in der Emiratshauptstadt erlebten, hieß die Folge, natürlich, “Time to say Dubai”.

Erst Essen gehen oder direkt zum Einkaufen? Nehmen wir das Boot, den Heli oder die Limousine? Der Stoff, aus dem fast 300 Geissen-Episoden gestrickt sind. Eine von denen spielt in Dubai. | via TVNow

Jetzt hat sich offenbart, dass der Interpret besagten Welthits unserem Spiel zugetan ist. Und das nicht auf larifarihafte Weise. Das Schachbrett ist seit Jahren schon Andrea Bocellis Begleiter, er bezeichnet sich als “guten Amateur”. Einen Grund, warum Bocelli Schach so sehr mag, hat er oft öffentlich geäußert: “Glück spielt beim Schach keine Rolle.”

Nun stellte sich Bocelli einer der größten Herausforderungen, die es im Schach gibt: eine Partie gegen einen Exweltmeister. Der weltberühmte Tenor maß sich mit Anatoli Karpov. Und es passierte etwas, das bei Promi-Partien eher selten geschieht: Die Notation der Partie ist erhalten.

Karpov war zu einer Konferenz der YPO (Young Presidents’ Organisation) in Italien. Dort hatte er ein Simultan gegen 20 Herausforderer gespielt, darunter Amos Bocelli, der Sohn des Sängers. Der italienische Großmeister Roberto Mogranzini half, nach dem Simultan die Partie zwischen Karpov und Andrea Bocelli zu arrangieren.

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Freundschaftspartie mit Meerblick: Andrea Bocelli gegen Anatoli Karpov. | Foto via unichess.it

Gespielt wurde in Forte dei Marmi, ein 7.000-Einwohner-Küstenort im Nordwesten Italiens, in dem Andrea Bocelli lebt. Bocelli eröffnete mit 1.e2-e4, Karpov wählte die Caro-Kann-Verteidigung. Bald zeigte sich, dass der Tenor kein Schachamateur der Kategorie ist, die sich mit leichter Hand vom Brett fegen lässt. Die Meldung der Tageszeitung Corriere della Sera, Bocelli habe 46 Züge ausgehalten, ist gleichwohl falsch.

Tatsächlich waren es 42 Züge, bis Bocellis König mitten auf dem Brett einem schönen Matt erlag:

Für die Schachgeschichte ist die Partie der beiden kaum von Bedeutung, aber die Begegnung könnte es sein. Laut Corriere della Sera hat Bocelli am Rande der Partie die Absicht erklärt, in der Toskana ein Turnier der weltbesten Spieler zu organisieren. Der richtige Ansprechpartner für solch ein Unterfangen saß ihm gleich gegenüber.

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J. G.
J. G.
1 Monat zuvor

Aber er hat also blind gespielt…?