Vögtlins Traum: WM-Match in der Schweiz

André Vögtlin ist neuer Zentralpräsident des Schweizerischen Schachbunds (SSB). Das ergab jetzt die Auszählung der Stimmen nach der Delegiertenversammlung des SSB. Worauf sein Fokus liegen wird, hatte Vögtlin schon lange vor seiner Wahl angekündigt: die Mitgliederentwicklung. Vögtlin löst nach sechs Jahren den bisherigen Präsidenten Peter A.Wyss ab.

„Ich hoffe, in den nächsten Monaten den Trend der sinkenden Mitgliederzahlen mit Hilfe aller Vereine und Mitglieder brechen zu können“, sagte Vögtlin anlässlich seiner Wahl. Dem Vorstand gehört er schon seit 2019 an, die Amtsübergabe zwischen Wyss und Vögtlin war lange geplant. Der neue Amtsinhaber bezeichnet sich als „schachbegeisterten, team- und lösungsorientierten Präsidenten, der als Ökonom und Geschäftsführer einer kleinen Kaderpersonalberatung den Verband wirtschaftlich gesund, aber auch innovativ weiterentwickeln möchte“.

Der neue Schweizer Schachpräsident André Vögtlin. | via YouTube

Um die Mitgliederzahl zu steigern, sieht Vögtlin alle Köpfe des Schweizer Schachs in der Pflicht: „Neue oder ehemalige Mitglieder in den Verein bringen, die Klubkultur nach Corona bewusst gestalten und durch regelmäßige Turnierteilnahmen den Spielbetrieb attraktiv halten“, sagte Vögtlin der Schweizerischen Schachzeitung. Auch die Organisation könne ihren Teil beitragen: „Die Digitalisierung sowohl im Turnierbetrieb als auch in der Kommunikation, das Sponsoring und die Prozesse auf der Geschäftsstelle“ nennt Vögtlin als Baustellen, die mit der Mitgliederentwicklung verbunden seien.

Abseits der konkreten, unmittelbaren Arbeit an der Mitgliederzahl hegt Vögtlin einen Traum: eine Weltmeisterschaft in der Schweiz. Zwei „wichtige internationale Events“ 2024 könnten den Weg dahin ebnen. Die 1924 in Paris gegründete FIDE wird ihr 100-jähriges Bestehen feiern. Teil der Feierlichkeiten wird womöglich ein Fackellauf nach Budapest, Austragungsort der Schacholympiade 2024, durch bisherige Ausrichterstädte sein. Lugano und Luzern wären Stationen dieses Laufs.

Andreas Lienhard (Spitzensport und voraussichtlich neuer Vizepräsident), Ruedi Farner (YourSwissChess, Ausbildung und Verbände) und Joe Brand (Finanzen) bleiben ein Teil des siebenköpfigen SSB-Zentralvorstands. Neu gewählt wurden: Prabitha Urwyler (Turniere), René Hirzel (Nachwuchs) und Urs Hirt (Informatik und Kommunikation).

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