Jana Schneider spielt World Cup

Auch die deutschen Teilnehmerinnen am World Cup der Frauen im Juli in Sotschi stehen fest. Neben Elisabeth Pähtz, die sich über die Europameisterschaft 2018 (!) qualifiziert hat, wird Jana Schneider die deutschen Farben vertreten.

Die 19-Jährige bekommt nach Informationen dieser Seite den Freiplatz, der der deutschen Föderation zusteht. Nach ihrem Sieg mit 7/7 bei der Deutschen U18-Meisterschaft Ende 2020 hat Schneider zuletzt mit jeweils 5/7 und 2400+-Performances die Kaderchallenge der Frauen gewonnen (vor Pähtz) und beim Mitropa-Cup geglänzt. Nun bekommt sie zum ersten Mal eine Gelegenheit, beim WM-Zyklus der Frauen eine Duftmarke zu setzen.

Als eines der meistbeachteten Turniere ihres WM-Zyklus hat die FIDE beide World Cups, den offenen und den der Frauen, personell wie finanziell aufgestockt. Am offenen World Cup werden 206 Spieler teilnehmen, ausschließlich Männer, darunter, wie berichtet, Arik Braun, Rasmus Svane und Matthias Blübaum. Es geht um zwei Tickets zum Kandidatenturnier 2022 sowie um knapp 1,9 Millionen Dollar Preisgeld. Am Frauen-World-Cup nehmen 103 Spielerinnen teil, Preisfond: 676.000 Dollar.

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Soll noch ein deutscher Teilnehmer dazukommen, bedürfte es eines der Freiplätze, die FIDE-Präsident Arkadi Dvorkovich vergibt.

https://twitter.com/Bodenseeperlen/status/1398897884322418692

Die Frage, ob sich zwei derartige Mammut-Turniere im Angesicht einer Pandemie ausrichten lassen, hält der Schach-Weltverband für beantwortet. Nachdem nun auf allen Kontinenten die Qualifikation hybrid gespielt worden ist, hat die FIDE die offizielle World-Cup-Website freigeschaltet. Nach Angaben des Verbands sind die russischen Botschaften und Konsulate weltweit instruiert, den Teilnehmern zu helfen, die nötigen Unterlagen für die Reise nach Sotschi zu bekommen. Am 10. Juli sollen beide Wettbewerbe beginnen. Die Veranstalter der Dortmunder Schachtage haben schon angekündigt, sich für ihr parallel laufendes Rundenturnier nach einem Ersatzmann für den World-Cup-Teilnehmer Matthias Blübaum umsehen zu wollen.

Elisabeth Pähtz fährt mit einem guten Ergebnis im Rücken nach Sotschi. Beim Grand Prix in Gibraltar hat sie zwar die ohnehin winzig kleine Chance auf eine Qualifikation fürs Kandidatenturnier nicht wahrnehmen können (dafür hätte sie Hilfe der Konkurrentinnen gebraucht), auch für die ersehnte dritte Großmeisternorm hat es nicht ganz gereicht.

via chess-results.com

Gleichwohl beendete sie das Turnier im Kreis der Frauen-Weltklasse mit sehr ordentlichen 6/11 und einer 2526-Performance, die ihr ein schönes Eloplus beschert. Die Grand-Prix-Wertung beendet Pähtz als Elfte.

Details beim Schachbund, dessen Seite wir auch den Grand-Prix-Endstand entnehmen:

Pl.SpielerinLandSkolkovoMonacoLausanneGibraltarPkt.
1Alexandra Gorjatschkina120133145398
2Humpy Koneru160133293
3Kateryna Lagno9090100280
4Schansaja Abdumalik110160270
5Nana Dsagnidse3514575255
6Maria Musitschuk6060130250
7Anna Musitschuk808560225
8Alexandra Kostenjuk4513315193
9Dronavalli Harika606060180
9Alina Kaschlinskaja458550180
11Elisabeth Pähtz752075170
12Ju Wenjun12035155

(Titelfoto: Claudia Münstermann/Deutscher Schachbund)

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Thomas Richter
Thomas Richter
1 Jahr zuvor

Am offenen World Cup werden 206 Spieler teilnehmen, ausschließlich Männer”
Stimmt nicht zu 100%, Ju Wenjun ist als Weltmeisterin qualifiziert und wird offenbar teilnehmen (d.h. sie und Landsmänner dürfen dafür China verlassen). Bei früheren Weltcups bekam Hou Yifan immer wenn sie ihn brauchte einen der Präsidenten-Freiplätze – ob es auch diesmal der Fall ist ist noch nicht bekannt. Und Länder können im Prinzip eine Frau nominieren – Russland hat sich offenbar noch nicht entschieden und könnte auch Goryachkina nominieren.

trackback

[…] dem sie im Sommer 2021 sogar den zweiten Platz in der deutschen Rangliste eroberte und im September den ersten World Cup ihres Lebens spielen durfte. Aber in Sotschi beim World Cup begann sie in einer kleines Leistungsloch zu fallen […]