Der erste Schritt Richtung Weltmeisterschaft: World-Cup-Qualifikation ab dem 22. Mai

Mit 13 Spielern startet die deutsche Föderation in die hybrid gespielte Qualifikation für den World Cup, die am 22. Mai beginnt. Mit einiger Wahrscheinlichkeit werden die deutschen Großmeister vom Magdeburger Maritim-Hotel aus spielen, aber fest steht das offenbar noch nicht.

Vier Zwei-Partien-Matches gilt es für die Teilnehmer zu gewinnen, um die Qualifikation für den World Cup unter Dach und Fach zu bringen. Zu vergeben sind neben 32.000 Euro Preisgeld 36 Qualifikationsplätze, um die sich 270 Spieler streiten. Wie stark das vom Russen Vladislav Artemiev (2709 Elo) angeführte Feld ist, lässt sich an den Startplätzen von Matthias Blübaum (2669) und Alexander Donchenko (2660) ablesen. Die deutsche Nummer eins und zwei ziehen als nominelle Nummer 14 und 18 ins Gefecht. Liviu Dieter Nisipeanu, die Nummer drei, spielt nicht mit.

14GMBluebaum Matthias24651516GER2669
18GMDonchenko Alexander24603295GER2660
49GMSvane Rasmus4657101GER2615
54GMBraun Arik4663527GER2609
58GMKollars Dmitrij12909572GER2607
75GMKeymer Vincent12940690GER2591
81GMBindrich Falko4676670GER2584
96GMKunin Vitaly4128737GER2567
194IMBuckels Valentin12942766GER2448
204FMSvane Frederik12923044GER2438
206IMParvanyan Ashot13307550GER2436
246FMKrastev Alexander12989983GER2340
249FMBethke Richard12959243GER2332
Rangliste der deutschen Starter via chess-results.com

Bei allen anderen wäre es nominell zwischen einer kleinen Überraschung bis zu einer Sensation einzuordnen, sollten sie die erforderlichen vier Matches in Folge gewinnen – außer vielleicht bei Vincent Keymer, dessen Performances in den vergangenen Monaten den Schluss nahelegen, dass seine Spielstärke deutlich über seinen 2591 Elo liegt.

Teilnahmeberechtigt sind Spieler mit einem Elo jenseits der 2550 Elo, außerdem darf jede Föderation fünf bzw. acht weitere Spieler nominieren, abhängig davon, ob eine nationale Vorqualifikation gespielt worden ist. Die gab es in Deutschland nicht, daher die fünf nominierten jungen Kaderspieler. Frederik Svane (Kader-Challenge), Ashot Parvanian und Alexander Krastev (beide Mitropa-Cup) hatten eine Gelgenheit sich warm zu spielen. Valentin Buckels und Richard Bethke werden sich nach 15 Monaten ohne Schachbrett fragen, wo sie stehen.

Frederik Svanes instruktive Glanzpartie von der Kader-Challenge, zu deren Auftakt er überraschend Matthias Blübaum besiegte.

Unter anderem die Veranstalter der Dortmunder Schachtage werden die World-Cup-Qualifikation interessiert verfolgen. Mittlerweile erscheint es eher wahrscheinlich, dass der für Juli in Sotschi (Russland) angesetzte World Cup tatsächlich stattfindet. Wie mehrfach berichtet, wird er sich mit dem Dortmunder Turnier überschneiden – wo der „Deutschland Grand Prix“ als Kräftemessen der besten deutschen Spielern mit solchen der erweiterten Weltklasse konzipiert ist.

Als Dortmund-Teilnehmer offiziell bestätigt sind schon Matthias Blübaum und Vincent Keymer. Würde Alexander Donchenko nicht fürs Dortmunder Turnier eingeladen, wäre das eine veritable Überraschung. Sollte sich dieses Trio für den World Cup qualifizieren, müssten sich die Dortmunder nach anderen Spielern für ihr Rundenturnier umschauen.

(Titelfoto: Jurriaan Hoefsmit/Tata Steel Chess)

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