Blübaum ein Ei ins Nest gelegt

Schlechte Nachricht für FM Frederik Svane: Selbst wenn der U16-Weltmeister bei der Kaderchallenge die 2600er gleich reihenweise auseinanderschraubt, er wird keine Norm erzielen, weder eine IM- noch eine GM-Norm. Dafür bedarf es internationaler Gegner. Zwar darf jeder Verband bei der FIDE ein nationales Normturnier anmelden, für das diese Regel entfällt, aber die Kaderchallenge wird diese Ausnahme aller Voraussicht nach nicht sein.

Gute Nachricht für Zuschauer und Beobachter: Kevin Högy kommentiert wieder. Schachfreunde können sich jetzt eine Woche lang an Bonmots wie diesem erfreuen: „Weiß ist nicht matt, aber wäre es vielleicht lieber.“ Nebenbei werden wir anlässlich der ersten Runde darüber aufgeklärt, wie die „Nimzowitsch-Massage“ funktioniert und worum es sich bei der „Capablanca-Regel“ handelt. Wir empfehlen dringend einen Besuch beim Schachbund, wo Högy jetzt nach jeder Runde mindestens eine Partie geistreich-unterhaltend-instruktiv kommentieren wird.

Am Brett begann das Turnier der Herren mit einem Paukenschlag. Dass der Vergleich der nationalen Nummer 145 mit der Nummer 1 eine Lehrstunde wird, hatten ja viele Beobachter erwartet. Aber andersherum.

Und es war ein glatter, souverän herausgespielter Triumph. Elofavorit Matthias Blübaum mit seinen veritablen 2670 Punkten versuchte mit Schwarz eine ambitionierte Eröffnung, stand früh problematisch und bekam in der Folge kein Bein auf die Erde.

Bei den Frauen ist die Favoritenrolle eindeutiger vergeben als bei den Herren. Nominell steht Elisabeth Pähtz über den Dingen. Gegen die einstige U16-Weltmeisterin Annmarie Mütsch musste sie, ebenfalls mit Schwarz, die Eröffnung gar nicht übermäßig ambitioniert angehen. Sie bekam eine unerwartete Vorlage serviert, die Italienisch-Spieler eigentlich tunlichst zu servieren vermeiden.

Und doch fehlte Pähtz‘ Return der rechte Bumms, um mit Schwarz einen Kurzsieg zu landen. Mütsch gelang es, die Lage zu konsolidieren, doch just, als sie ihrerseits nach Chancen hätte Ausschau halten sollen, geriet sie ins Straucheln und unterlag.

Am heutigen Dienstag ab 14 Uhr geht es weiter. Liveübertragung hier.

(Titelfoto: Frank Hoppe/Schachbund)

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