Weltmeisterin!

Die Grenke-Bank hat die Weltmeisterschaft der Unternehmen gewonnen. Im Finale siegten Georg Meier, Alina Kashlinskaya, Hanna Marie Klek und Inna Agrest gegen das Team der Sberbank (Russland) mit WM-Kandidat Ian Nepomniachtchi am ersten Brett. Nach einem 2:2 im ersten von zwei Finalmatches gewannen die deutschen Banker das zweite mit 2,5:1,5. Inna Agrest machte beim Stand von 1,5:1,5 den entscheidenden Punkt.

Freude nach dem Titelgewinn: (oben v.l.) Hanna Marie Klek, Inna Agrest, (unten v.l.) Georg Meier und Alina Kashlinskaya. | Screenshot via chess.com

Nach Elo war das Grenke-Team die Nummer zwei unter knapp 300 gemeldeten Mannschaften gewesen, nach Frauenquote die Nummer eins, das einzige Team, das in dieser Hinsicht das Maximum ausschöpfte. „Mindestens ein Mann war von den Regeln vorgeschrieben“, sagt Quotenmann Georg Meier, der gemeinsam mit seiner Partnerin Inna Agrest die Teilnahme eines Grenke-Teams an der Unternehmens-WM initiiert hatte. Schachlich fiel Meier die Rolle zu, am ersten Brett die durchaus schwergewichtige Konkurrenz auszubremsen.

Gastspielerin Kashlinskaya

Der einstige Weltklassespieler und zweifache Kasparovbesieger Joel Lautier war nicht darunter. Zwar begegnete dessen Sovcombank, in deren Vorstand Lautier arbeitet, der Grenke-Bank schon in der Vorrunde, aber Lautier war bei den Russen „taktisch“ am zweiten Brett aufgestellt. „Dort jemandem wie Alina Kashlinskaya zu begegnen, hatte er wahrscheinlich nicht erwartet“, sagt Meier. Die Gattin des polnischen GM Radoslaw Wojtaszek mit ihrer großmeisterhaften Spielstärke (der Titel fehlt noch) war nahe daran, Lautier zu besiegen. Letztlich entschlüpfte der Franzose in ein Unentschieden.

Kashlnskaya nahm im Grenke-Team die Rolle der Gastspielerin ein. Einen Draht nach Baden-Baden hat sie über ihren Mann, der in der Bundesligamannschaft der OSG Baden-Baden spielt. Außerdem gilt sie als starke Online-Schachspielerin, und mit ihrem Elo von 2494 passte sie ideal zur Regel-Vorgabe, dass jedes Team nur ein Brett mit jemandem über 2500 besetzen darf. „Also haben wir Alina gefragt, sie hatte Lust darauf und hat sofort zugesagt.“

Abgeräumt: Alina Kashlinskaya gewann 2019 auf der Isle of Man den Frauenpreis, ihr Gatte Radoslaw Wojtaszek nach einem dramatischen Tiebreak gegen Arkadi Naiditsch das Turnier. | Foto: Maria Emelianova/chess.com

Meier bekam es schon in der Vorrunde mit der einstigen Nummer fünf der Welt zu tun, dem Russen Dmitry Jakovenko: „Remis mit Schwarz, die Frauen haben es gerichtet.“ Im Finale galt es dann, die aktuelle Nummer vier der Welt, Ian Nepomniachtchi, auf Distanz zu halten. Meiers Plan: „Ich wusste, wir würden die WM gewinnen, wenn es mir gelingt, eine Partie gegen Nepomniachtchi nicht zu verlieren.“ Dieser Plan ging im zweiten Finalmatch auf.

„Sogar die Times of India hat berichtet“

Eine Weltmeisterfeier im Hause Grenke sei bislang nicht geplant, sagt Meier, der am Montagmorgen zwar als Weltmeister, aber eben auch als Bankangestellter seiner normalen Tätigkeit nachging. Allerdings hätten ihn einige Gratulationen erreicht. Einem Anruf von Grenke-Schachmacher Sven Noppes sei einer des ehemaligen DSB-Leistungssportreferenten Andreas Jagodzinsky gefolgt. „Danach hat sich der Präsident des uruguayischen Schachverbands mit seiner Frau gemeldet, dann Bernd Vökler, der DSB-Nachwuchstrainer. Das hat mich sehr gefreut“, berichtet Meier.

Erstaunt hat ihn, in welchem Maßstab das Turnier und der Sieg seiner Frauschaft auch international wahrgenommen worden ist. „Sogar die Times of India hat berichtet. Und auf meinem Linkedin-Profil sehe ich ein Besucherplus von 7000 Prozent.“

Bericht und Partien bei chess.com

Platzierungen der deutschen Teilnehmer beim Schachbund

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