Blübaum und Meier im EM-Achtelfinale

Zwei Deutsche sind in die K.o.-Runde der letzten 16 bei der Blitzschach-Europameisterschaft eingezogen. Am heutigen Samstag warten im Achtelfinale schwierige, aber lösbare Aufgaben auf Matthias Blübaum und Georg Meier.

Der Deutsche Blitzschach-Meister Matthias Blübaum bekommt es mit dem Ukrainer Vladimir Onischuk zu tun. Der ist nominell etwas schwächer als Blübaum, allerdings als Blitzschach-Spezialist bekannt. Georg Meier trifft auf Radoslaw Wojtaszek, der ist nominell etwas stärker, aber eher nicht als Blitz-Spezialist bekannt. Wojtaszek gehört als Spieler der erweiterten Weltklasse an, ist nominell nach Jan-Krzysztof Duda nur noch Polens Nummer zwei, aber allseits hochgeachtet als Sekundant und Eröffnungsspezialist in Diensten des Exweltmeisters Viswanathan Anand.

via chess-results.com

Anfangs schien Matthias Blübaum die Europameisterschaft zu dominieren. Mit 6/6 gestartet, ließ er zwei Remisen folgen. Aber dann setzte es zwei Niederlagen, und mit einem Mal war die Qualifikation für die Endrunde in Gefahr. Mit einem Schlussrundensieg katapultierte sich der Mathematikstudent aus Bielefeld zurück in die Top 16 des Feldes.

Überraschung Robert Baskin

Georg Meier hat Anlass zu glauben, dass er Freitagabends nicht gut spielen kann, und diese Einschätzung schien sich anfangs zu bestätigen. Mit drei Remisen gegen vermeintlich Schwächere startete er ins Turnier und „hatte schon überlegt aufzuhören“. Er spielte dann doch weiter, ließ fünf Siege am Stück folgen. Mit drei weiteren Remisen trudelte Meier aus und endete wie Blübaum bei 8/11 – eine Punktlandung. Trotz des Kaltstarts reichte Meiers Wertung genau für Platz 16, der ihm die Teilnahme am heutigen Achtelfinale beschert.

Dennis Wagner schien mit 6,5/8 auf Kurs zu sein, aber dann verlor er zwei Partien und war raus. Wagner endete bei 7,5/11, ebenso wie die größte Überraschung aus deutscher Sicht: IM Robert Baskin mit seinen 2390 Elo spielte weit über der nominellen Erwartung.

Der Traum, Vincent Keymer könne dieses Wochenende als Welt- und Europameister beenden, war nur ein vager. Und er hatte sich nach drei EM-Partien erledigt. Zwar rappelte sich Vincent nach einem 1/3-Start auf, stand dann bei 6,5/9 und hätte die letzten beiden Partien für eine Qualifikation gewinnen müssen. Das gelang nicht, und Keymer kann sich nun auf die am heutigen Nachmittag beginnende U16-WM konzentrieren.

Das nenne ich mal eine (fast) DSGVO-konforme Tabelle Nur einer kam durch: GM GM auf Platz 14 Glückwunsch georg.meier.9/Georg Meier Edit: zwei kamen durch: 13. M______ B______ auch -> Matthias Bluebaum.

Gepostet von Holger Lieske am Freitag, 18. Dezember 2020

Zuschauern offenbarten sich bald technische Probleme und wenig Erfahrung mit Schachübertragungen. Die Liveübertragung der Partien lief stockend, und die Liveshow orientierte sich zwar an den Eurosport-Sendungen der Champions Chess Tour, vergaß aber, das ganze Bild zu nutzen:

Hier ist nur ein schmaler Streifen relevant, der Rest oben wie unten ist Überschuss. Auf einem Tablet wird das Schachbrett rechts so klein, es ist nicht zu erkennen, und die Köpfe der Moderatoren schrumpfen auf die Größe eines Stecknadelkopfs.

Das geht besser, fokussierter, soll es sich jemand anschauen. Vielleicht ja schon zum Achtelfinale heute ab 18 Uhr.

Titelfoto via Deutscher Schachbund

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