Die weltbesten Junioren unter sich

Vor gut einem Jahr wäre im deutschen Schach beinahe etwas entstanden, das wäre ein Knüller von internationalem Format gewesen: Keymer und Engel gegen den Rest der Welt – ein Rundenturnier der weltbesten Jugendlichen, eingebettet in ein (Jugend-)schachfestival. So etwas hatte es noch nie gegeben, so etwas hätte dem Spiel einige Aufmerksamkeit beschert.

Leider blieb es bei der Idee. Zumindest in Bad Soden. In Paolo Alto haben sie den Knüller sofort adaptiert und umgesetzt.

Die besten Jugendspieler sind heute in viel stärkerem Maße Marken, als das noch vor einigen Jahren der Fall war, ihre Gesichter sind bekannt, und die Szene verfolgt ihren Weg mit Spannung. Viel stärkere Schachspieler als vor wenigen Jahrzehnten sind die besten Jugendlichen noch dazu.

Wer heute die besten 15- bis 19-Jährigen in einem Turnier versammelt, der sieht ausschließlich veritable Großmeister und den einen oder anderen Teilnehmer, der jetzt schon der erweiterten Weltklasse angehört. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird der nächste Weltmeister Teil des Felds sein. Nicht zuletzt Vincent Keymer hat unlängst festgestellt, dass Magnus Carlsen seine Generation so sehr dominiert, dass der Carlsen-Nachfolger wahrscheinlich unter den Youngstern von heute zu finden ist, in der Generation danach.

Womöglich ist der nächste Weltmeister auch unter den Teilnehmern der Neuauflage „Junior Speed Chess Championship“ zu finden, die am heutigen Mittwoch auf chess.com beginnt. Von den zehn besten Junioren der Welt spielen acht mit. Unter den Teilnehmern: Andrei Esipenko, Jeffery Xiong, Praggnanandhaa – und Vincent Keymer. Vorjahressieger Wei Yi ist nicht dabei. Der einstige chinesische Wunderknabe ist dem Juniorenalter entwachsen.

16 Spieler gehen an den Start. Beginnend mit acht Achtelfinalmatches wird das Feld bis zum Finale auf zwei Spieler reduziert. Jedes Match dauert 180 Minuten: 90 Minuten 5+1, 60 Minuten 3+1 und 30 Minuten 1+1. Insgesamt 25.000 Dollar Preisgeld sind zu verteilen. Keymers Achtelfinale gegen den Armenier Haik Martirosyan ist für den 14. September angesetzt.

Vincent Keymers Achtelfinalmatch ist für den 14. September angesetzt.

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