Katalanisch mit Khalifman

Wer würde hier nicht 10.Dxb3 ziehen, und das, ohne groß nachzudenken? Tatsächlich findet aber Weiß viel leichter Ziele und Optionen, wenn er einen Springer nach b3 überführt. Und darum ist 10.Sd2 der bessere Zug.

(Ja, 10.Sd2 lässt 10…c5 zu, aber es sieht nicht aus, als wäre 10…c5 ein Instant-Ausgleicher. 10…c5 ist spielbar, es ist besser, als die Maschine anfangs glaubt, aber Schwarz muss lange hart arbeiten, bevor er in die Nähe von Ausgleich kommt.)

Alexander Khalifman. | Foto: Maria Bolshakova / chessnews.ru

Warum das hier steht? Weil heute Alexander Khalifman Geburtstag hat, ein Ex-Weltmeister, der vor knapp 30 Jahren beinahe Deutscher geworden wäre.

Eine Suche nach „Khalifman“ auf unserer Website förderte nur ein Ergebnis ans Tageslicht, die obige Stellung nämlich. Die hatte aus der weißen Perspektive mancher Großmeister auf dem Brett. Nur einer von denen hat sich für 10.Sd2 entschieden, und das war der FIDE-Weltmeister von 1999/2000, der heute in erster Linie Autor und ein begehrter und anerkannter Coach ist.

Katalanisch mit Khalifman: Was der Mensch besser versteht als die Maschine und umgekehrt.

Als Autor hat sich Alexander Khalifman unter anderem einen exzellenten Ruf erarbeitet, indem er die Weißrepertoires von Vladimir Kramnik und Visvanathan Anand seziert, entschlüsselt und aufbereitet hat. Sein neuestes Werk behandelt die Schottische Eröffnung, die sich heute ganz anders darstellt, als die Klassiker sie gedacht hatten.

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