Meister Lucena, Meister Lopez und ihre Werke

Den spanischen Priester und Schachmeister Ruy Lopez (1530 bis 1580) kennt Ihr ja schon. Im Beitrag „Baldur und die Arche Noah“ über die Arche-Noah-Falle in der Spanischen Partie haben wir beleuchtet, dass Meister Ruy Lopez so unzufrieden mit der Schachliteratur des ausgehenden 16. Jahrhunderts war, dass er kurzerhand selbst ein Schachbuch schrieb, eines, das Geschichte machen sollte.

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Blick ins Buch: Lucenas „Repetición de amores e arte de axedrez“ von 1497 steht jetzt zur Versteigerung.

Wahrscheinlich missfielen ihm auch die Werke seines Priester- und Schachkollegen Luis Ramírez Lucena aus Salamanca (1465 bis etwa 1530). Auch diesen Herrn kennen Schachspieler heute noch, in erster Linie wegen der „Lucena-Stellung“ in Turmendspielen. Als Autor ist Lucena weniger in Erinnerung, obwohl er Ende des 15. Jahrhunderts eines der ersten Schachbücher überhaupt verfasst hat: „Repetición de amores e arte de axedrez“, erschienen 1497.

Wer nun selbst schauen möchte, was Meister Lopez am Werk von Meister Lucena missfiel, der kann sich eine Original-Ausgabe dessen Buch einfach kaufen und sie durchblättern (Vorsicht, bröselig!). Das Buch steht am 8. März in der Swann-Galerie in New York zur Versteigerung. Empfehlenswert wäre, zur Versteigerung mindestens 10.000 Dollar mitzubringen. Für weniger will die Galerie das Werk nicht abgeben.

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