Geschäfte mit Assad und Isis: Schweizer Bank UBS sperrt die Konten des Welt-Schachverbands FIDE

Update 5.April: Die beiden Schreiben der UBS an die FIDE sind jetzt an die Öffentlichkeit gelangt (siehe Ende dieses Beitrags).

Ein Match um den Weltmeistertitel wäre für jeden Schachspieler die Chance seines Lebens.  Um sich dafür zu qualifizieren, würde jeder Profi gratis spielen. Genau das könnte den acht Teilnehmern des Kandidatenturniers im März in Berlin tatsächlich passieren. Die Schweizer Bank UBS hat die Konten des Schach-Weltverbands FIDE gesperrt. (Update: Laut einem Bericht der Seite chess.com sind die Konten noch nicht gesperrt. Die UBS droht, sie im April 2018 stillzulegen.)

Die FIDE ist eine traditionell zwielichtige Organisation mit zwielichtigen Gestalten an der Spitze. FIDE-Präsident Kirsan Iljumschinow steht seit gut zwei Jahren auf der US-Sanktionsliste, unter anderem weil er bei Ölgeschäften zwischen dem syrischen Assad-Regime und der Verbrechertruppe Isis vermittelt haben soll. Deswegen durfte er schon zum WM-Match 2016 in New York zwischen Magnus Carlsen und Sergej Karjakin nicht in die USA reisen.

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FIDE-Präsident Kirsan Iljumschinow mit Syriens Diktator Bashar al-Assad. (Foto: FIDE)

Damit die UBS trotz Iljumschinows Verbindungen zu international tätigen Schurken der FIDE nicht den Geldhahn zudreht, hat der Schachverband der Bank fortwährend versichert, dass der Name ihres Präsidenten bald von der Liste verschwindet. Das ist zwei Jahre lang nicht passiert. Jetzt haben die Banker die Reißleine gezogen, um Ärger mit der Justiz zu vermeiden. In der Schweiz gelten seit einigen Jahren hinsichtlich potenzieller Geldwäsche und Steuerbetrug strikte Regeln für Geldhäuser, die „White Money Strategy“.

Für das Kandidatenturnier in Berlin sind weiterhin 420.000 Dollar Preisgeld ausgeschrieben. Wie die den acht Teilnehmern nun ausgezahlt werden sollen, ist offen. Anreisen und spielen werden sie allemal, es geht ja um die Chance ihres Lebens.

Link zum Brandbrief des FIDE-Schatzmeisters.

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[…] Mittel stammten aus zwielichtigen Quellen, dazu die Geldwäsche-Vorwürfe gegen FIDE-Präsident Kirsan Iljumschinow. „Davon sollten wir die Finger lassen.“ Aber würde der Weltverband den Willen zu […]

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[…] FIDE-Schatzmeister Adrian Siegel muss das Geld des Schach-Weltverbands bald in seine Matratze einnähen oder daheim im Tresor deponieren. Eine Bank, die mit ihr zusammenarbeiten will, findet die FIDE jedenfalls nicht, so lange Präsident Kirsan Iljumschinow auf der US-Sanktionsliste steht. […]

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[…] nicht besucht, um im vom Bürgerkrieg erschütterten Land das Schachspiel zu verbreiten, sondern um mit Hilfe seiner Bank Ölgeschäfte zwischen dem Diktator und der Terrortruppe Isis abzuw…. Dafür landete Iljumschinow Ende 2015 auf der US-Sanktionsliste, und auf der steht er immer […]

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[…] Iljumschinow seit Mitte 2016 auf der Sanktionsliste des US-Finanzministeriums steht, hat die Schweizer Bank UBS im April die Konten des Schachverbands geschlossen. Seitdem sucht […]

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[…] Agon zur FIDE fließen, steht Dworkowitsch gleich mitten in der nächsten Baustelle: wohin damit? Ein Bankkonto hat die FIDE weiterhin nicht, und ob sie nach der Demission Iljumschinows einfach so ein neues […]